Zigarren lagern – Langzeitlagerung und Reifung

Zigarren lagern / Im dritten und letzten Teil unserer Serie zur Zigarrenlagerung geht es um die Langzeitlagerung und Reifung. Viele Aficionados wissen, dass Zigarren mit der Zeit an Charakter gewinnen können, aber wie funktioniert das genau? Und worauf musst du achten, wenn du deine Zigarren über Jahre hinweg lagern möchtest?

Alle drei Teile über Zigarren lagern:

Joya Nicaragua Antaño Gran Consul. Zigarren lagern.

Joya Nicaragua Antaño Gran Consul. Es gibt auch schon reifegelagerte Zigarren, die man kaufen und sofort geniessen kann.

Nur Kuba-Zigarren kann man reifen. Stimmt das?

Nein. Hier ist ein fantastisches Beispiel aus Honduras: Das Meisterstück von Maya Selva: 10 Jahre gereifte Zigarre aus Honduras

Warum Zigarren mit der Zeit besser werden

Tabak ist ein lebendiges Material, das auch nach der Herstellung weiter reift. Während der Langzeitlagerung verbinden sich die Aromen der Einlage, des Umblatts und des Deckblatts miteinander, wodurch die Zigarre oft milder und harmonischer wird. Dieser Prozess ähnelt der Reifung von Wein: Geduld wird belohnt. Die Reifelagerung ist vor allem bei kubanischen Zigarren bekannt und beliebt. Warum? Weil Kuba zu wenig Ressourcen hat und die Zigarren mit etwas zu unreifem Tabak hergestellt werden. Diese Zigarren brauchen je nach Format und Marke eine mehrjährige Reifelagerung.

Wie lange sollte man Zigarren lagern?

Die Dauer der Lagerung hängt von deinen Vorlieben und der Zigarre selbst ab:

  • Leichte Zigarren: Sie profitieren oft von 4 bis 12 Monaten Lagerung.
  • Langzeitlagerung: Hochwertige Zigarren können 3, 5 bis 10 Jahre oder länger reifen und dabei komplexere Aromen entwickeln. Vor allem beliebt bei kubanischen Zigarren.
  • Maximale Reifung: Irgendwann erreicht jede Zigarre ihren Höhepunkt. Danach nimmt der Geschmack ab. Es liegt an dir, den perfekten Zeitpunkt zu finden. Die älteste Zigarre die ich geraucht habe war 146 Jahre alt. Eine La Corona aus Kuba.

Die richtige Umgebung für die Langzeitlagerung

Wenn du Zigarren über Jahre hinweg lagern möchtest, ist eine stabile Umgebung besonders wichtig:

  • Feuchtigkeit: Halte die relative Luftfeuchtigkeit konstant zwischen 65 und 67 Prozent.
  • Temperatur: 18 Grad Celsius. Es gibt Experten, die ihre Zigarren bei 16 Grad lagern.

Experimentiere mit der Reifung

Die Langzeitlagerung von Zigarren ist auch ein Abenteuer. Du kannst den Reifeprozess aktiv erleben, indem du mehrere Exemplare einer Zigarre lagerst und in regelmäßigen Abständen probierst. Notiere dir die Veränderungen im Geschmack – so entdeckst du, wie sich die Lagerung auf die Qualität auswirkt.

Wichtig: Immer mit Cellophan lagern. Falls du Zigarren ohne Cellophan hast: Lege sie in den Alutubo oder in kleine Plastiktüten. Natürlich lagerst du das im Humidor.

Befeuchter

Boveda sind ideal für Tischhumidore. Sie werden oft auch für grössere Alu- oder Plastikboxen gebraucht; dort legt der Kenner mehrere Boveda hinein. Es gibt viele Möglichkeiten, die du hier bei der Google-Suche findest.

Hygrometer

Die meisten Hygrometer taugen nichts. Sie zeigen nur einen ungefähren Wert an. Wenn er 70% anzeigt, kann der wirkliche Wert z.B. auch 65% oder 85% sein. Lass dich nicht verrückt machen; du merkst selbst, ob die Zigarren zu feucht oder zu trocken sind.

Fazit von Teil 3

Die Langzeitlagerung ist die Königsklasse der Zigarrenlagerung. Mit der richtigen Umgebung, Geduld und einem Experimentiergeist kannst du deine Zigarren auf ein neues Genussniveau heben. Aber vergiss nicht: Der perfekte Zeitpunkt, eine Zigarre zu rauchen, ist immer dann, wenn du Lust darauf hast.

Vielen Dank, dass du bei meiner Themenwoche zur Zigarrenlagerung dabei warst.

Wie lange hast du deine Zigarren bisher gelagert? Hast du schon Unterschiede im Geschmack bemerkt? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren! 😊 Ohne Registrierung, im Anschluss an diesen Beitrag.

Mehr Rauch. Mit mir.💨🤗

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Antworten

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  1. Hallo, ich habe seit 2018 10Stk. der Partagas Anejados Corona Gorda aus einer Kiste mit Boxing date 2007 einzeln in meinem Tischhumidor liegen. In dem Humidor herrschen (elektronisch befeuchtet und laut Hygrometer) immer 67% relative Luftfeuchtigkeit. Das die Zigarren einzeln gelagert Aroma verlieren könnten war mir klar allerdings musste ich feststellen, dass die Zigarren mittlerweile ekelhaft/ungenießbar und nur scharf/bitter sind. Woran könnte das liegen?
    Ich habe in demselben Humidor auch noch ein paar Cohiba seit 2018/19 liegen (Esplendidos, Lanceros, Piramides Extra), muss ich mir Sorgen machen?
    Es ist eben mein erster Humidor und ich dachte, dass ich immer alles richtig gemacht hätte…
    Vielen Dank im Voraus für die Antworten und Freundliche Grüße
    Benedikt

    1. Hallo Benedikt
      Hallo und vielen Dank für deinen offenen Kommentar!

      Zuerst einmal: Es ist völlig verständlich, dass man beim ersten Humidor nicht gleich alles perfekt macht – und allein deine genaue Beschreibung zeigt, dass du dir viele Gedanken gemacht hast. Das ist schon mal ein gutes Zeichen.

      Zu deinem Problem mit den Partagás Añejados Corona Gorda:

      Die Zigarren wurden vermutlich 2007 gerollt (so genau weiss das niemand), kamen aber erst deutlich später (2015/16) auf den Markt. Wenn du sie seit 2018 einzeln lagerst, sind sie inzwischen rund 18 Jahre alt – und das ist für viele Zigarren (je nach Tabakmischung) eine kritische Grenze. Besonders dann, wenn sie einzeln im Humidor ohne Kiste oder Tubo gelagert werden, kann über so lange Zeit tatsächlich zu viel Aroma verloren gehen, und die Zigarren bauen sensorisch ab. Das passiert sogar schon nach ein paar wenigen Wochen (habe ich in diversen Selbt-Experimenten nachweisen können).

      Dass sie jetzt scharf, bitter und „ekelhaft“ schmecken, kann folgende Ursachen haben:

      – Überlagerung: Tabak kann mit der Zeit nicht nur an Geschmack verlieren, sondern auch muffig, bitter oder sogar „faul“ schmecken, wenn er zu lange liegt. Aber nur dann, wenn die Lagerung falsch ist.

      – Einzellagerung: Ohne Kisten, Tubos oder Zippobeutel sind Zigarren auf lange Sicht definitiv anfällig für negative Veränderungen.

      – Zu trockene Phasen zwischendurch? Auch wenn das Hygrometer 67% anzeigt: Wenn es Zeiten mit niedrigeren Werten gab, kann das den Alterungsprozess negativ beeinflusst haben.

      Zu den Cohibas:

      Wenn sie ebenfalls einzeln gelagert wurden, dann haben sie ziemlich sicher das Aroma verloren oder zumindest sehr stark eingebüsst. Wenn sie noch gut schmecken, empfehle ich dir, sie jetzt in Tubos oder Kistchen umzubetten (oder Zippobeutel), um sie zu schützen.

      Mein Tipp für die Zukunft:

      – Lager Kuba-Zigarren immer in ihren Originalkisten oder Tubos.

      – Verlass dich nicht nur auf das Hygrometer, sondern beobachte regelmäßig auch Geruch, Optik und Haptik der Zigarren.

      Du hast dir sehr viel Mühe gegeben – gib nicht auf! Jeder Humidorbesitzer macht am Anfang Fehler. Wichtig ist, dass man daraus lernt. 😊

      HAPPY CIGAR SMOKE
      Vasilij

      1. Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Leider wusste ich bisher nur, dass Zigarren im alter besser werden…
        Jetzt weiß ich auch, dass sie bei bis zu 20/30 jähriger oder noch längerer Reifung in die Kisten müssen.

        Freundliche Grüße
        Benedikt

  2. Degustationsnotiz H. Upmann Magnum 46 (gestempelt mit September 2007) vom 30.8.2024
    Diese Marke ist von Haus aus höchstens von mittlerer Stärke. Sie ist noch milder geworden. Was nicht verwundert, denn milde Zigarren werden in der Regel mit der Reifung nicht stärker. Bestes Zugverhalten was an der Reifung liegt – etwas Schiefbrand war vorhanden den ich sogleich korrigierte. Der Rauch war sehr angenehm im Gaumen. Viele Aficionados beschreiben alle möglichen Geschmacksrichtungen, was ich noch nie konnte. Ich kann nur schreiben ob mir eine Zigarre liegt oder nicht und die Upmann war ein Träumchen. Sie geht in eine florale Richtung, da Holz und Leder abwesend war. Eine ausgewogene leichte Chremigkeit war da und der Nachhall in der Kleidung einen Tag später wahrmehmbar. Das Aroma kannte ich keiner meiner vielen zuvor gerauchten Havannas. Jedenfalls ist das keine Zigarre für ein Gespräch, schon weil sie absolut nicht kräftig ist. Man muss sich auf die Zigarre einlassen und dann belont sie den Gaumen auf eine betörende und unbekannte Art. Wichtig ist und das ist mein Naturell, sie langsam zu rauchen!
    Reifung selbst bei dieser damals relativ preiswerten Zigarre März 2010 gekauft und 10 CHF pro Stück, lohnt ganz entschieden eine korrekte Reifung am besten im Schrankhumidor mit Klimagerät. Noch keine meiner vielen gut gereiften Zigarren hat mich enttäuscht. Mein Problem ist eher, dass ich mir oft nicht getraue eine zu rauchen, da sie unersetzbar sind. Ganz sicher wird man eine Enttäuschung erleben, wenn man abgelenkt ist und/oder schnell raucht, dann bleibt sicher viel Geschmack auf der Strecke und wird wohl zu einer Enttäuschung führen. Ich war perplex was mir die Magnum 46 gegeben hat. Nicht stark oder intensiv aber sehr fein!

    1. Danke für deinen Kommentar. Das kenne ich auch, sich noch nicht getrauen eine gereifte Zigarre aus dem Humidor zu holen weil sie nicht mehr hergestellt wird. Aber kubanische Zigarren haben irgendwann auch ihren Zenith erreicht. Ich habe schon diverse Pre-Embargo Zigarren geraucht. Einige waren nur noch heisse Luft; die meisten aber hatten immer noch eine wunderbare Aromatik, dezent zwar, aber sie war vorhanden. Ich wünsche weiterhin HAPPY CIGAR SMOKE 💨

  3. ich bin ja ein regelmässiger Cigarren-Raucher und leider nicht Millionär!
    Meine Alltags-Cigarre ist die Dominico von Villiger.
    Letztes Jahr, ab Mai, hab ich angefangen jeden 2ten Monat ein Pack beiseite zu legen.
    Weis jemand wie lange ich sie ruhen lassen soll?

    1. Das ist eine leichte bis mittelkräftige Zigarre. Etwa 6 Monate und danach testen, ob du einen Unterschied merkst. Immer mit Cellophan lagern.