60 Jahre Cohiba: Wie Logo und Banderole dem Fälschungsschutz dienen
Habanos S.A. zeichnet zum 60-jährigen Bestehen von Cohiba die Entwicklung der visuellen Markencodes nach. Der sachlich wichtigste Punkt der Mitteilung vom 13. August 2026 ist der Ausbau der Banderole vom Erkennungszeichen zum Bestandteil der Echtheitsprüfung: Bei der erneuerten Línea Behike kommt dafür auch NFC-Technik auf Verpackung und Hauptbanderole zum Einsatz.
In diesem Artikel
Das Wichtigste auf einen Blick
- Hersteller: Habanos, S.A.
- Marke: Cohiba
- Anlass: 60-jähriges Bestehen der Marke
- Thema: Entwicklung von Logo, Schachbrettmuster und Banderolen sowie deren Sicherheitsfunktionen
- Aktuelle Neuerung: NFC-Technik auf der Verpackung und der Hauptbanderole der erneuerten Línea Behike
- Weitere Sicherheitsmerkmale: Hologramme, Mikrodruck, Prägungen und unter UV-Licht sichtbare Elemente
- Herkunft: Kuba
- Preis, Verfügbarkeit und Limitierung: In der Medienmitteilung nicht genannt

Zum 60-jährigen Bestehen stellt Habanos die wiederkehrenden Gestaltungselemente von Cohiba in den Mittelpunkt.
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Was ist neu?
Neu ist nicht das Cohiba-Logo und auch nicht das Grundprinzip einer geschützten Verpackung. Hologramme, Mikrodruck, Prägungen, Barcodes und weitere Kennzeichnungen setzt Habanos bereits seit Jahren ein. Der aktuelle Schritt besteht in der Kombination der erneuerten Línea Behike mit NFC auf zwei Ebenen: auf der Verpackung und auf der Hauptbanderole. Die Banderole dient damit nicht mehr nur der visuellen Wiedererkennung und als Träger gedruckter Sicherheitsmerkmale, sondern zugleich als digitale Schnittstelle.
Die Medienmitteilung nennt keine technischen Einzelheiten zum gespeicherten Datensatz, zum Prüfverfahren oder dazu, wie lange die verknüpften Informationen bereitgestellt werden. Auch Preise, Markteinführung nach Absatzmarkt und Umfang der Verfügbarkeit werden nicht angegeben.
Warum ist das interessant?
Bei bekannten und hochpreisig gehandelten Zigarren ist die Echtheitsprüfung relevant. Sichtbare Merkmale können kopiert werden. Mehrere voneinander unabhängige Prüfebenen erhöhen jedoch den Aufwand für Fälscher. Die Verbindung von Druck, Holografie, UV-Merkmalen, Verpackungskennzeichnung und NFC schafft zusätzliche Kontrollpunkte. NFC kann ausserdem Informationen zugänglich machen, ohne zusätzlichen Platz auf der Banderole zu beanspruchen.
Entscheidend bleibt allerdings, wie das System technisch umgesetzt wird. Aus der Medienmitteilung geht nicht hervor, ob jeder Chip eine einmalige Identität besitzt, wie Kopierversuche erkannt werden und ob Käufer den vollständigen Vertriebsweg einsehen können. Eine belastbare Beurteilung der Schutzwirkung ist auf Grundlage der Herstellerangaben deshalb nicht möglich.
Für Sammler verändert die Integration in die Banderole deren Funktion. Sie ist nicht mehr nur Gestaltung, Herkunftshinweis und Sammelobjekt, sondern Teil einer digitalen Infrastruktur. Ob sich daraus im Alltag eine zuverlässigere Echtheitsprüfung ergibt, wird sich erst anhand der konkreten Anwendung zeigen.

Der Taíno-Kopf, das schwarz-weisse Raster und Gelbgold bilden seit Jahrzehnten den visuellen Kern der Marke.

Vom Markenbild zur Echtheitsprüfung
Cohiba ist seit 1966 eng mit wenigen wiederkehrenden Gestaltungselementen verbunden: dem schwarzen Profil eines Taíno-Kopfes, dem schwarz-weissen Schachbrettmuster, der gelb-goldenen Farbgebung und dem Schriftzug der Marke. Die Bezeichnung Cohiba geht laut Habanos auf einen Begriff der Taíno zurück, der historisch mit Tabak verbunden ist.
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Diese visuelle Kontinuität erfüllt zunächst eine einfache Aufgabe: Sie macht die Marke wiedererkennbar. Bei Zigarren hat die Banderole jedoch eine zweite Funktion erhalten. Sie trägt Merkmale, die Fälschungen erschweren und Käufern Anhaltspunkte für die Prüfung eines Produkts geben sollen. Die Gestaltung entstand nicht in einem einzigen Schritt. Habanos nennt einen frühen Entwurf von Daniel García Rojas mit ineinander verwobenen Tabakblättern. Mario Solá Méndez führte später das vereinfachte schwarze Profil und ein strenger gegliedertes grafisches Feld ein.
Ein Benjamín Echavarrea zugeschriebener Entwurf aus den späten 1980er-Jahren bewahrte Taíno-Profil, Schriftzug und Schachbrettmuster. Ergänzt wurden eine goldgelbe Gestaltung sowie der Hinweis auf Havanna und Kuba.
Die Banderole wurde mehrfach überarbeitet
Die erste 1969 festgelegte Cohiba-Banderole blieb bis Anfang der 1970er-Jahre in Gebrauch. Darauf folgte eine Ausführung, die ungefähr bis 1993 verwendet wurde. Die dritte Version trug erstmals die Angabe La Habana, Cuba und blieb bis 2003 im Einsatz. Zwischen 2003 und etwa 2014 kamen geprägte Elemente hinzu. Bei der 2010 eingeführten Behike-Banderole setzte Habanos erstmals zwei Sicherheitshologramme ein. Im Jahr 2013 folgten neu gestaltete Hologramme und Mikrodruck.
Seit 2012 verwendet Habanos eine weitere Banderolengeneration, zunächst bei der Pirámides Extra und später bei anderen Vitolas. Zu ihren Merkmalen gehören Prägungen, ein holografisches Logo, holografische Streifen und Elemente, die unter ultraviolettem Licht fluoreszieren.
NFC verbindet Produkt und digitale Information
NFC steht für Near Field Communication. Die Technik ermöglicht den kontaktlosen Datenaustausch über eine sehr kurze Distanz. Ein geeignetes Smartphone kann einen NFC-Chip auslesen, ohne dass eine Kamera einen aufgedruckten Code erfassen muss. Bei Habanos kam NFC erstmals auf den Kisten der Cohiba Siglo de Oro zum Einsatz. Diese Vitola erschien zum 30-jährigen Bestehen der Línea 1492 und zum chinesischen Jahr des Hasen. Durch das Scannen der Kiste sollen Käufer die Echtheit prüfen und zusätzliche Produktinformationen aufrufen können.

Nahaufnahme des Zigarrenrings. Beachte die holografischen Elemente an verschiedenen Stellen. Der Druck und die Prägungen sind sauber und klar gedruckt. Foto Vasilij Ratej, zigarren.zone
Mit der Einführung der Cohiba Behike 58 hat Habanos auch das Erscheinungsbild der gesamten Línea Behike erneuert. NFC-Technik befindet sich laut Medienmitteilung sowohl auf der Verpackung als auch auf der Hauptbanderole. Damit wird erstmals auch das direkt an der Zigarre angebrachte und häufig gesammelte Markenelement in die digitale Prüfung einbezogen.
Quelle: Basis bildet die Medienmitteilung von Habanos S.A.
Weiterführende Quellen:
→ Die komplette History von COHIBA liest du bitte bei Origin Of Cigar
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Fotos
- Habanos S.A.
- Vasilij Ratej, zigarren.zone
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