Limited Edition 1795 Flor de Copan – Mein persönliches Review

Schon mit den ersten Zügen zeigt sich die Limited Edition 1795 Flor de Copan von einer guten Seite. Vor mir steigt dichter Rauch auf, der sich nicht sofort verflüchtigt, sondern langsam und beständig im Raum auflöst. Ich nehme mir die Zeit, die Zigarre in Ruhe zu beobachten, während ich die ersten Eindrücke auf der Zunge spüre.

Beobachtet bei der Verkostung

  • Rauchstruktur: Dicht, löst sich nicht zu schnell auf.
  • Balance: Leicht pfeffrig, Bitter- und Umami-Noten dezent, Säure noch weniger, minimal salzig, minimal süsslich.
  • Entwicklung: Leichtes Kribbeln auf der Zunge; 1. Hälfte: Umami und leicht pfeffrig gut spürbar, bitter weniger, Säure noch weniger, Salz verschwindet, süsslicher Touch kommt dazu; 2. Hälfte: Pfeffer unverändert, etwas mehr Umami, bitter/leicht wahrnehmbar, Säure und Salz plus Süsse dezent im Hintergrund, retronasal viel Pfeffer, Aroma allgemein dichter.
  • Stärke: 1. Hälfte: 1/5; 2. Hälfte: 3/5.
  • Konstruktion: Zug optimal (flach angeschnitten), gut gerollt, Asche stabil und kompakt, glimmt über 4 Minuten bei ca. 14:40 Minuten Zugpause.
  • Abbrand: 1. Hälfte: gerader Abbrand, dünner Brandrand; 2. Hälfte: wie erste Hälfte, nach erstem Abaschen Schiefbrand mit Feuer korrigiert und danach bis zum Schluss nach Abaschen gerader Abbrand.

Auf einen Blick

  • Marke: Limited Edition 1795 Flor de Copán
  • Edition: Limited Edition 1795
  • Vitola (Format): Cervantes
  • Länge und Durchmesser: Länge 15,7 cm / 42 Ring
  • Herkunft: Honduras
  • Deckblatt: Ecuador
  • Umblatt: Nicaragua
  • Einlage: Honduras, Nicaragua
  • Stärke: 1/5 bis 3/5

Rauchstruktur – Wie verhält sich der Rauch?

Schon mit den ersten Zügen legt sich dichter Rauch in den Raum, der sich langsam auflöst und nicht zu schnell verweht. Ich beobachte während der gesamten Rauchdauer eine dichte Textur im Mund. Die Asche zeigt sich stabil und kompakt, und die Zigarre glimmt nach einer Zugpause von über vier Minuten bei einer gemessenen Zeit von etwa 4:40 Minuten weiter, ohne zu erlöschen. Bei etwa 5 Minuten verglimmt sie.

Warum verhält sich die Zigarre so?

Wie dicht Rauch erscheint, kann unter anderem von Tabakdichte, Feuchtigkeit, Rollung und Zugrhythmus beeinflusst werden.

Balance – Wie harmonisch arbeitet der Blend?

Beim Rauchen nehme ich eine ausgewogene Interaktion der Grundgeschmäcker wahr. Die Limited Edition 1795 Flor de Copan zeigt sich leicht pfeffrig, begleitet von dezenten Bitter- und Umami-Noten. Eine feine Säure tritt zurück, während die Zigarre minimal salzig und minimal süsslich wirkt. Retronasal zeigt sich für mich viel Pfeffer.

Warum verhält sich die Zigarre so?

Die Balance einer Zigarre wird durch das Zusammenspiel von Tabakauswahl, Blattpositionen, Fermentationsgraden, Mengenverhältnissen, Konstruktion und Lagerung bestimmt.

Was ist Umami?

In Tasting Notes wird der Begriff Umami verwendet, um eine feine, herzhafte und mundwässernde Tiefe im Rauch zu beschreiben. Anders als prägnante Noten wie Schärfe oder Süße sorgt Umami auf der Zunge und im Abgang für ein ausbalanciertes, dichtes und langanhaltendes Geschmacksgefühl.


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Entwicklung – Verändert sich die Zigarre?

Auf der Zunge verspüre ich zu Beginn ein leichtes Kribbeln (pfeffrig). In der ersten Hälfte sind Umami und eine leichte Pfeffrigkeit gut spürbar, während Bitterkeit und Säure dezenter auftreten und Salz verschwindet, ergänzt durch wenig Süsslichkeit. In der zweiten Hälfte bleibt der Pfeffer unverändert, Umami nimmt etwas zu, Bitterkeit und Säure sind leicht wahrnehmbar, Salz und Süsse zeigen sich dezent im Hintergrund, und das Aroma wird insgesamt dichter.

Warum verhält sich die Zigarre so?

Veränderungen im Rauchverlauf können durch die fortschreitende Glutposition, Temperaturveränderungen, den Zugrhythmus, den kürzer werdenden Zigarrenkörper und die Rauchkonzentration beeinflusst werden.

Stärke – Wie entwickelt sich die Kraft?

Die gefühlte Nikotin-Stärke verändert sich im Verlauf der Verkostung spürbar. In der ersten Hälfte bewerte ich die Stärke mit 1/5, während sie in der zweiten Hälfte auf 3/5 ansteigt.

Warum verhält sich die Zigarre so?

Die wahrgenommene Stärke wird allgemein von der Nikotinkonzentration im Tabak, der Verbrennungstemperatur und dem persönlichen Zugverhalten beeinflusst.

Konstruktion und Abbrand – Wie sauber arbeitet die Zigarre?

Nach einem flachen Anschneiden bemerke ich einen optimalen Zugwiderstand bei einer sehr gut gerollten Zigarre. In der ersten Hälfte brennt die Limited Edition 1795 Flor de Copan gerade mit einem dünnen Brandrand ab. Nach dem ersten Abaschen in der zweiten Hälfte entsteht ein Schiefbrand, den ich mit Feuer korrigieren muss; danach brennt sie bis zum Schluss nach jedem Abaschen wieder völlig gerade ab. Die Asche hält stabil und kompakt.

Warum verhält sich die Zigarre so?

Konstruktion und Abbrand werden durch die sorgfältige Rollung, die gleichmässige Tabakverteilung, intakte Luftwege, den Feuchtigkeitsgehalt und den Zugrhythmus beeinflusst.

Wirkung von Fermentation und Reife

Hinsichtlich der Fermentation und Reife sind im Rahmen dieser Verkostung das Herstellungsland Honduras sowie die verarbeiteten Tabake dokumentiert. Wie lange der Tabak gereift ist, weiss ich nicht. Üblich ist bei dieser Marke ausserdem eine Umhüllung aus Zedernholz, die einen Teil der Zigarre bedeckt.

Warum verhält sich die Zigarre so?

Fermentation findet vor dem Rollen statt, während nach dem Rollen langsame Reifeprozesse ablaufen können.

Fazit

Die Limited Edition 1795 Flor de Copan zeigt sich im Format Cervantes als sehr solide und gut verarbeitete Zigarre mit einem optimalen Zug. Während der Verkostung erlebe ich einen Wechsel von einer milden Startphase mit 1/5 Stärke zu einer dichteren Aromatik und einer Nikotin-Stärke von 3/5 in der zweiten Hälfte. Der Abbrand verläuft nach einer kleinen Korrektur zuverlässig gerade, und die kompakte Asche unterstreicht die stabile Konstruktion. Ein interessanter Verlauf mit dezenter Süsse, feinem Umami und einer deutlichen retronasalen Pfeffernote.

Häufige Fragen

Wie stark ist die Zigarre während dieser Verkostung?

Die gefühlte Nikotinstärke liegt in der ersten Hälfte bei 1/5 und steigt in der zweiten Hälfte auf 3/5 an.

Wie entwickelt sich die Limited Edition 1795 Flor de Copan?

In der ersten Hälfte dominieren Umami und eine leichte Pfeffrigkeit, während in der zweiten Hälfte das Aroma dichter wird, Umami zunimmt und Pfeffer retronasal stark präsent ist.

Wie ist der dokumentierte Zugwiderstand?

Der Zugwiderstand wird nach einem flachen Anschneiden als optimal beschrieben.

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Quellen und Grundlagen

Dieser Artikel basiert auf der Verkostung der beschriebenen Zigarre aufgrund von eigener Erfahrung als Zigarren Geniesser seit 1996, sowie auf Fachliteratur zu Tabak, Fermentation, Reifung und den physikalischen Vorgängen während des Rauchens. Ergänzend wurden aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungen zur Tabakfermentation und zum Wärme- und Stofftransport in Tabak berücksichtigt.

Fotos

  • Vasilij Ratej

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