Habanos Zigarren in der Casa LaCorona

Habanos Zigarren in der Casa LaCorona

Habanos Zigarren gibt es in Uster. „Die Lieferverfügbarkeit von Habanos Zigarren ist derzeit schwierig (Stand 2022, Anm.d.Red.),“ sagt Andreas Stachl. „Ich habe im Jahr 2000 mit meinem Business begonnen. Die allgemeine Versorgungslage war 2000 schwierig, nicht nur als neuer Händler. Später bekam ich den Status Habanos Specialist und die Zuteilung der Zigarren wurde besser.“ Die Corona Pandemie machte das Business schwieriger – wie in vielen Branchen.

habanos original intertabak 2022
Die Serie „Habanos Original 2022“ wird unterstützt vom offiziellen Importeur kubanischer Zigarren Intertabak AG. Die ganze Serie findest du hier >

10 Kisten Partagas D4 bestellen, eine oder zwei Kisten erhalten

Andreas wird „Andi“ genannt. Er ist eher ein ruhiger Typ, der einen besonnenen Eindruck macht. Seine Casa LaCorona ist legendär. Er hat zwei Stores: Der Flagship Store ist in Uster und der andere Store ist in Rapperswil. „Ich habe im Jahr 2000 mit meinem Geschäft in Rapperswil begonnen,“ erzählt Andi und seine Augen leuchten. „In Rapperswil wird derzeit umgezogen und es entsteht, mitten in der Altstadt, ein neues Geschäft nach 22 Jahren.“ Zigarren.Zone wird darüber berichten.

Habanos Zigarren in der Casa LaCorona
Andreas Stachl, Inhaber von Casa LaCorona in Uster und Rapperswil.

„Partagas D4 bekommen wir,“ erzählt Andi weiter. „Ich bestelle 10 Kisten und erhalte eine oder zwei Kisten. Die Habanos Zigarren werden derzeit noch strenger zugeteilt, als üblich.“ Das sagt er mit einer fast schon unfassbaren Gelassenheit. Ich erkenne keinen Stress in seiner Stimme; er wirkt auf mich komplett gelassen. Es ist, als ob er gerade 100 Kisten der D4 erhalten hat, es aber nicht sagen will. Natürlich hat er keine 100 Kisten erhalten. Woher denn auch.

Habanos Zigarren in der Casa La Corona
Willkommen in der Casa LaCorona in Uster, Schweiz.

„Gerade heute haben wir die neue Romeo Y Julieta Linea de Oro erhalten,“ freut er sich. „Da haben wir einige Kisten bekommen, sieht super aus.“ Aber ob und wann er noch mehr davon bekommt, weiss er nicht. Seit Monaten bekommt Andi keine Montecristo Open Regata mehr, und auch keine Partagas Salomones – um zwei Beispiele zu nennen. „Die Leute wollen kaufen, aber die Zigarren sind nicht verfügbar.“

Tipp: Testbericht bei Zigarren.Zone der Romeo Y Julieta Linea de Oro

Habanos Zigarren in der Casa La Corona
Die Treppe führt ins Dachgeschoss in die Lounge.

Casa LaCorona Uster: Die Kunden wollen kaufen, bekommen aber zu wenig Habanos Zigarren

„Die Kunden erschrecken sich hin und wieder, wenn sie eine Habanos kaufen wollen, und sie nicht verfügbar ist,“ erklärt Andi. Der Kunde bestellt dann sogleich mehrere Kisten und Andi antwortet: „Vielen Dank, aber ich kann nicht sagen, ob und wann ich Ihre Bestellung liefern kann. Wir bekommen spärliche Informationen vom offiziellen Importeur, der Intertabak AG. Aber nicht, weil er es uns nicht sagen will, sondern weil er selber kaum Informationen aus Kuba bekommt, wann, welche Zigarren eintreffen werden.“

Habanos Zigarren in der Casa La Corona
Der grosse, begehbare Humidor lässt das Herz schneller schlagen.
Habanos Zigarren in der Casa La Corona
Kubanische Original Zigarren: Trotz Verknappung aufgrund der Corona Pandemie noch verfügbar. Allerdings viel weniger Auswahl.

Der Store, die Lounge und die Humidor-Fächer für Kunden

Der Store in Uster lässt einen in eine gute, alte Zeit zurückversetzen. Es wirkt alles im Colonial-Stil. Hier der grosse begehbare Humidor. Dort ein grosser Genuss-Bereich für Whiskys und Rums. Eine Treppe führt in den ersten Stock. Was für eine schöne Lounge! Oben im Dachstock ist sie eingerichtet. Total gemütlich lädt sie zum Verweilen und Geniessen ein.

Habanos Zigarren in der Casa La Corona
Die Lounge: Nimm bitte Platz, iss etwas, trink etwas und geniesse Zigarren.

„Nach welchen Zigarren fragen deine Kunden: Kuba oder Non Kuba?“ möchte ich wissen. „Die Lounge-Kunden,“ erzählt Andi, „fragen meistens: Was hast du Neues? Das kann natürlich alles sein, auch Non Kuba. Ich habe auch Kunden, die explizit Kuba Zigarren rauchen.“

Im Verkauf aus dem grossen, begehbaren Humidor haben die Non Kuba Zigarren in den letzten Jahren etwas aufgeholt. Vor einigen Jahren kauften die Kunden kistenweise Kuba Zigarren. Heute kaufen sie auch mal Kisten Non Kuba Zigarren; zuvor kauften die Kunden eher einzelne Non Kuba Zigarren.

„Ich persönlich bin Kuba Zigarren Liebhaber,“ sagt Andi. „Ich probiere natürlich alle Zigarren, die wir neu bekommen, also auch Non Kuba. Hin und wieder finde ich solche Zigarren auch interessant. Aber mein Herz schlägt nun mal für Kuba. Schätzungsweise verkaufen wir 50:50 Kuba und Non Kuba Zigarren.“

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Die Kundenfächer für Stammgäste, die in der Lounge essen und Zigarren geniessen.

„Deine Kunden können Humidor-Fächer bei dir mieten?“ möchte ich wissen. „Ja, dort ist nur unsere eigene Ware drin und nichts von ausserhalb. Das hat mit der Sicherheit zu tun, damit sich keine Tabakkäfer einschleichen.“ Die Fächer sind während den Öffnungszeiten zugänglich. Die Fächer werden über die Rückwand zentral befeuchtet. Pro Jahr kostet ein Fach CHF 1’000. Man bekommt jedoch einen Gutschein im Wert von CHF 760, mit dem man in der Casa LaCorona einkaufen kann. Es gibt’s auch vier Gutscheine zu 20% Ermässigung. Man kann auch für drei Jahre (CHF 3’000) das Fach mieten und bekommt pro Jahr einen Gutschein im Wert von CHF 880.

Die Fächer werden von Kunden genutzt, die regelmässig in die Lounge kommen und ihre Zigarren geniessen wollen. Während der Pandemie war das eine zeitlang verboten, aber jetzt ist es unter Auflagen wieder erlaubt. „Wir haben das Gastronomie-Patent,“ erklärt Andi, „deshalb konnten wir die Gastronomie unter den Pandemie-Auflagen offen halten . Während den Lockdowns im Jahr 2020/21 musste die Lounge und Terrasse auch geschlossen sein, nur der Verkauf im Laden war möglich.“

Andi hält inne und denkt über diese beiden Lockdowns kurz nach und erzählt dann weiter: „Bei uns im Kanton dürfen solche Lounges öffentlich betrieben werden; es braucht also keine Mitgliedschaft, um in der Lounge Zigarren zu rauchen. Eine Reservation ist allerdings zu empfehlen.“

Die Beratung für Anfänger: Kuba oder Non Kuba Zigarren?

„Was empfiehlst du einem Anfänger, der Zigarren bei dir einkauft? Kuba oder Non Kuba?“ Seine Antwort interessiert mich. „Ich persönlich finde, dass eine kubanische Zigarre etwas mehr Wissen braucht, um sie zu rauchen. Eine Non Kuba Zigarre ist einfacher zu rauchen und braucht dieses Wissen nicht unbedingt.“

„Was meinst du damit?“ frage ich. -„Man muss das Zigarrerauchen verstehen, wenn man Kuba rauchen möchte,“ antwortet Andi. „Sonst kann es sein, dass man enttäuscht ist. Die Lagerzeit kubanischer Zigarren ist nun mal sehr wichtig. Der Tabak ist noch relativ frisch, sobald die Zigarren verkauft werden. Dann sind sie schon recht schmackhaft. Aber dieser Tabak braucht Reifezeit, das ist nun mal so bei kubanischen Zigarren. Je nach Marke und Format braucht die Zigarre mehrere Jahre Reifezeit. Das ist so wie beim Bordeaux Wein.“

Habanos Zigarren in der Casa La Corona
Eine interessante Nische im Dachgeschoss, bevor man in die Lounge kommt. Edle Stoffe kann man sich hier aussuchen.

Non Kuba Zigarren sind bereit um sie zu rauchen, sobald sie in den Verkauf kommen. Der Tabak ist schon länger gereift. Kuba hat diesen Luxus nicht. Die Zigarren müssen rasch in den Verkauf kommen und der Tabak kann nicht so lange reifen, wie er müsste oder könnte.

Kein Holz auf Kuba für die Zigarrenkisten verfügbar

„Hast du die Möglichkeit direkt den Kubanern zu helfen, dass sie das Holz für die Zigarrenkisten erhalten? Oder damit sie Papier bekommen?“ möchte ich wissen. Seit Monaten ist das eine der Mangelwaren auf Kuba. Das Holz stammt oftmals aus China. Kuba hat kaum Devisen und kann deshalb kaum im Ausland benötigte Ware einkaufen. „Wir unterstützen Private auf Kuba und Tabakbauern, andere Möglichkeiten sind von staatswegen auf Kuba für uns nicht möglich,“ antwortet Andi. Er fährt fort: „Wir haben zum Beispiel schon durch Hurrikans zerstörte Tabakscheunen aufbauen lassen.“

Die Corona Pandemie ist nicht mehr zum grossen Teil für die Verknappung verantwortlich. Zigarren sind auf Kuba vorhanden, aber sie können sie nicht verpacken, weil das Zuliefermaterial fehlt. Es ist ein Teufelskreislauf: Das Geld wird derzeit anders auf Kuba gebraucht, als um Holz und Papier für Zigarren zu kaufen. Aber mit Zigarren könnten sie viel Geld generieren. Die Schlange beisst sich selber in den Schwanz, sozusagen.

„Sobald der Tourismus auf Kuba nach der Corona Pandemie wieder boomt,“ sagt Andi, „dann kommt viel Geld nach Kuba und der Staat hat wieder mehr flüssiges Geld zur Verfügung, um die Versorgungslage in vielen Bereichen zu verbessern“. Davon ist er überzeugt.

Sind diese kubanischen Zigarren Original oder Fälschungen?

Diese Frage stellen ab und zu Gäste seiner Stores. „Ja, das gibt es immer wieder,“ amüsiert sich Andi. „Nach dem Kuba-Urlaub kommen sie zu uns mit ihren Cohiba Esplendidos und fragen, zu welchem Preis wir eine Kiste Esplendidos verkaufen? Ihre Augen strahlen, weil sie denken, dass sie jetzt gleich ein gutes Geschäft machen könnten.“ Er lächelt und erzählt weiter: „Eine 25er Kiste kostet um die CHF 1’200. Dann strahlen die Augen dieser Gäste noch mehr und bieten mir ihre Kiste zum Kauf an.“

Ich amüsiere mich ebenfalls. Andi erklärt weiter: „Noch bevor sie ihre Kiste öffnen, sage ich ihnen, dass es sich um Fälschungen handelt; das erkenne ich ja sofort an der Optik der Kiste. Dann zeige ich ihnen eine Originalkiste. Ich erkläre ihnen die Unterschiede zwischen Original und Fälschung. Sie sind danach immer enttäuscht, weil ihre Kiste nichts wert ist.“

Habanos Zigarren in der Casa La Corona
Verweilen in der Casa LaCorona. Abschalten. Geniessen. Zur Ruhe kommen.

In der Schweiz kriegt man bei den autorisierten Fachhändlern Original Habanos Zigarren. Die Fälschungen sind weltweit ein grosses Business. Meistens erkennt man die Fälschungen sofort. Aber es gibt auch sehr gut gemachte Fälschungen, die weltweit verkauft werden; solche Fälschungen werden erst nach eingehender Kontrolle durch den Spezialisten als Fakes entlarvt.

Grauimport ist in der Schweiz erlaubt

„Bestellst du beim Grauimport kubanische Zigarren, weil du bei der Intertabak zu wenig bekommst?“ möchte ich wissen. „Das kommt selten vor,“ antwortet Andi offen und ehrlich. „Wenn ich z.B. keine Wide Churchill bei der Intertabak bekomme, und ein Graumimporteur die Zigarren hat, dann kaufe ich sie. Das sage ich der Intertabak, da bin ich ganz offen. Diese Fälle sind an einer Hand abzuzählen.“

Andi denkt nach und ergänzt: „Grauimporteure hätten mich sehr gerne als Kunden. Aber ich stehe nicht dahinter; Damit wir uns richtig verstehen: Grauimport bei den bekannten, grossen Importeuren ist in der Schweiz erlaubt. Es handelt sich um Originalware, kommt aber durch einen anderen Vertriebsweg zu uns in die Schweiz. Bei kleinen Grauimporteuren kommen jedoch auch Fälschungen ins Land. Von solchen Importeuren lasse ich die Finger davon.“

Habanos Zigarren in der Casa LaCorona
Casa LaCorona Uster: Herzlich Willkommen!

Wir erinnern uns: Dieser Beitrag wurde im Februar 2022 geschrieben. Die Verfügbarkeitsliste beim offiziellen Importeur Intertabak AG sowie bei den grossen und seriösen Grauimporteuren ist klein geworden. Manchmal umfasst sie eine A4-Seite, manchmal etwas mehr.

Wir freuen uns indes auf die Neueröffnung der Casa LaCorona in Rapperswil; wir werden darüber berichten.

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