EDITION 26/03: Zigarren gegen “Produktivität” – Rauch statt To-Do-Tyrannei
Irgendwann schaust du auf deine To-Do-Liste und merkst: Das ist keine Liste mehr. Das ist eine Drohung. Farbcodiert, geschniegelt, passiv-aggressiv sagt sie dir: „Du bist nicht genug. Aber wir könnten daran arbeiten.“
Und draussen laufen sie herum, die Produktivitäts-Priester. Kalender wie Tetris auf Koffein. „Drei Calls, zwei Deadlines, nebenbei Yoga.“ Nebenbei Yoga. Klar.
Genau da kommt die Zigarre.
Die Zigarre, Mann!
Nicht als Faulheit. Als Gegenkultur.
Eine Zigarre ist nicht effizient. Sie ist langsam, eigenwillig, und sie lässt sich nicht hetzen. Du kannst sie nicht multitasken. Versuchst du’s, wird sie heiß, bitter, beleidigt. Sie verlangt Präsenz – und das ist heute fast schon radikal.
Produktivität ist zur Religion geworden: Früh aufstehen, Deep Work, 17 Apps, die dir erklären, dass du ohne sie nicht existierst, und eine Morgenroutine um 05:30 Uhr, während du innerlich schreist.
Die Zigarre macht da nicht mit.
Sie ist eine Unterbrechung, die sagt: „Setz dich. Zieh. Hör auf, dich wie ein Projekt zu behandeln.“
Du schaltest nicht ab. Du schaltest zurück. Weg vom Optimierungs-Algorithmus, hin zum Menschsein.
Die To-Do-Liste bleibt. Aber sie schrumpft. Plötzlich ist es nur noch: „Ah ja, Aufgaben.“ Und nicht: „Dein Wert hängt an einer E-Mail.“
Nach 15 Minuten bist du nicht zwingend produktiver.
Aber klarer.
Und Klarheit ist die echte Effizienz – nur ohne Burnout-Soundtrack.
Die Welt jagt weiter.
Aber du mit einer Zigarre.
Mit einer Zigarre, Mann!
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Bildnachweis
- Cover: ChatGPT: „Zeichne ein abstraktes Bild, das den März darstellt. Ohne Text.“

Das passt sehr gut in die heutige Zeit, Vasilij. Danke für diese Beitrag. Es erinnert an die wichtigen Dinge im Leben.
Vielen Dank für deinen Kommentar, Volker ☀️
Darauf eine Zigarre am Sonntagmorgen.
Hey Mark, ausgezeichnet! Was gab’s denn?