Weiche Flamme vs. Jetflamme – merkt man wirklich einen Unterschied im Geschmack?

Gib es einen Unterschied?

Die einen schwören auf die weiche Flamme, die anderen auf die Jetflamme. Bei Jet-Feuerzeugen gibt es einstrahlige, zweistrahlige, sogar vierstrahlige Flammen. Was das Herz begehrt. Bei der Jetflamme ist Vorsicht geboten: Die Flamme weit genug von der Zigarre fern halten, damit sie vorsichtig geröstet wird. Nun, was habe ich persönlich festgestellt? Hier sind meine 4 Beispiele.

Beispiel 1: H. Upmann Connoisseur No. 1, Robusto

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Das Verkosten, angezündet mit der weichen Flamme

Die H. Upmann Connoisseur No. 1 schmeckte sanft salzig, wundervoll „erdig“ („torfig“), tiefer Tabak, eine exzellente Raumnote (Aroma). Die Geschmacksmelange legte sich auf die Zunge und eine sanfte Süsse unterstrich den Smoke. Zu Beginn etwas bitter, was im Verlauf des 1. Drittels verschwand. Die Stärke ist Medium bis medium-stark. Der Smoke war wundervoll. Ach ja, BD war ABR2011.

 

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Das Verkosten, angezündet mit der Jetflamme

Ich habe die Jetflamme nicht auf volle Pulle aufgedreht. Wie man sieht ist die sichtbare Flamme weit weg von der Zigarre. So habe ich sie schonend „angeröstet“. Das Geschmackserlebnis war wie oben beschrieben, allerdings waren von Anfang an überhaupt keine Bitternoten feststellbar. Die Stärke ist Medium bis medium-stark. Die H. Upmann Connoisseur No. 1 hat auch hier wundervoll geschmeckt. BD aus der selben Kiste, ABR 2011. Ich habe den Xikar Allume Single Jetflame verwendet.

 

Beispiel 2: Flor de Selva (Honduras), Robusto

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Das Verkosten, angezündet mit der weichen Flamme

Die Flor de Selva hat eine wundervolle cremige, sanft röstige und wunderbare sehr sanft zartbittere Geschmacksnuancen. Gleich nach dem Anzünden macht sich eine angenehme melissenartige Süsse bemerkbar, welche sich im Verlauf des Smoke weiter entfaltet. Die Geschmacksmelange ist hervorragend, sie bleibt bis zum Schluss mild in ihrer Stärke. Tolle Zigarre!

 

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Das Verkosten, angezündet mit der Jetflamme

Diese mal habe ich die Flamme stärker eingestellt. Auch hier gilt: Die sichtbare Flamme darf die Cigarre nicht berühren. Auf dem Foto ist gut erkennbar, wie weit ich das Feuerzeug halte und wie gut der Zigarrenkopf bereits glüht. Die Geschmacksmelange ist genau gleich wie oben beschrieben. Die Flor de Selva hat mir ausgezeichnet gemundet. Ich habe den Xikar Allume Single Jetflame verwendet.

 

Persönliches Fazit: Der Glaube entscheidet 🙂

Ich konnte keinen nennenswerten Unterschied feststellen. Hätte ich die vier Exemplare blind verkostet (also hätte ich nicht gewusst, mit welcher Flamme sie angezündet worden wäre), ich hätte den Unterschied nicht ausmachen können.

Warum überhaupt Jetflamme?

Das ist praktisch, will man sich seine Zigarre outdoor anzünden und es weht Wind. Mit einem normalen Feuerzeug ist das schwer zu bewerkstelligen. Wichtig ist einfach, dass man die Zigarre nicht direkt in die Flamme hält, ob bei der weichen oder bei der Jetflamme. Besonders wichtig ist dies bei der Jetflamme. Teste es doch du einmal, und schreibe deine Erfahrung unten im Kommentarfeld. Da bin ich aber gespannt! 🙂

Vasilij-Hut-01-150x150Have a good Smoke, Vasilij

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Vasilij Ratej

4 Gedanken zu „Weiche Flamme vs. Jetflamme – merkt man wirklich einen Unterschied im Geschmack?

  • 31. Januar 2017 um 20:33
    Permalink

    Hallo zusammen! Ursprünglich habe ich kein Problem damit gehabt, meine Zigarren wahlweise mit einer weichen Gasflamme (oberhalb ihres leuchtenden Teils) oder mit einer Jetflamme (mehrere Zentimeter von der blauen Spitze entfernt) zu rösten. Letzteres deswegen, weil ja Struktur und Farbe der Flamme schon ihre deutlich höhere Temperatur anzeigen. Nachdem ich mir mal aus einer neugierigen Laune heraus den vom Zigarrenfuß aufsteigenden Rauch ins Gesicht gewedelt hatte, um ihn ohne Filterung durch den Zigarrentabak bewusst schnuppern zu können, stellte ich fest, dass dieser ungefilterte Rauchanteil beim Rösten mit einer weichen Flamme nach angesengtem Tabak roch … und bei Verwendung einer Jetflamme nach einer Mischung aus verschmortem Plastik und brennendem Gummi (zumindest tendenziell).
    Was die dann folgenden Phasen des Smokes angeht, gilt trotzdem das, was Ihr auch beschreibt. Was auch immer beim zu heißen Rösten in die Zigarre hinein diffundieren mag, wird offenbar beim Durchströmen der praktisch noch vollständigen Tabakrolle absorbiert, ausgefiltert und derartig verdünnt, dass ich beim Ziehen und Kosten nie etwas davon schmecken konnte.
    Ob die allerersten ein oder zwei Züge an der Zigarre eventuell doch ganz leicht beeinflusst werden, könnte man ja überprüfen.
    Frohes Genießen! Reinhard

    Antwort
  • 22. Juni 2015 um 18:05
    Permalink

    Ich kann dem nur zustimmen, ohne natürlich mit der selben Akribie getestet zu haben. Erlaubt ist was gefällt, dran glauben hilft immer und jedem das Seine. Aus rein praktischen Erwägungen und weil ich Zigarren öfter draußen als drinnen rauche benutze ich ein Jetflame, das funktioniert eben auch, wenns mal ein wenig windet. Was ich eben von meinem Old Boy nicht behaupten kann.

    Antwort
    • Vasilij Ratej
      25. Juni 2015 um 7:47
      Permalink

      Danke, Arnd, für deinen Kommentar und für deine Zeit 🙂 Den Jetflame nutze ich auch meistens, auch drinnen. Ich kann so präziser „arbeiten“. Ab und zu nehme ich auch ein Streichholz, weil es damit etwas kniffliger ist, die Zigarre zum glühen zu bringen. Ich wünsche dir viele genussvolle Momente und danke, dass du Zigarren.Zone nutzt 🙂

      Antwort

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