Qualität und Service das ist bei Urs Portmann Tabakwaren Selbstverständlichkeit

Portmann: Inbegriff der Zigarrenkultur. Qualität. Zigarrenkenner. Exquisiter Gastgeber. Kannte Zino Davidoff persönlich. Hat als erster Zigarrenhändler in der Schweiz und vermutlich in Europa einen Humidor entwickelt und bauen lassen für sein Geschäft. Grosser Freund Kubas. Erster Davidoff Depositär. Davidoff Depositär of the Year 2015. Habanos Man of the Year 2014. Ehrung für sein Lebenswerk von Oettinger Davidoff. Genuss Mensch. Die Rede ist von Urs Portmann. Gründer von Urs Portmann Tabakwaren AG. Im Jahr 2015 feierte er sein 45stes Firmenjubiläum. Die Führung übernehmen nun seine beiden Söhne Marc und Thomas. Nicht zu vergessen und besonders zu nennen ist Marlene, die Frau von Urs. Seit jeher sozusagen an seiner Seite. In schwierigen Zeiten. In guten Zeiten. Es heisst: Hinter einem starken Mann steht immer eine noch stärkere Frau. Beratend zur Seite stehend. Mit Fingerspitzengefühl und Liebe. Ein schönes Leben. Ein erfülltes Leben. Das Interview mit Urs Portmann auf ZigarrenZone.

 

Portmann. Marc. Thomas. Die Söhne. Nachfolger. Bewahrer der Qualität. Zigarrenkenner. Exquisite Gastgeber. Zukunftsblickend. Super fleissig.
Urs Portmann Tabawaren AG, 47 jährig. Eine Erfolgsgeschichte. Nein, falsch. DIE Erfolgsgeschichte.

Die beiden Brüder Thomas und Marc Portmann und ich nehmen Platz in Ihrer Zigarrenlounge in Kreuzlingen. Vor einigen Wochen wurde sie umgebaut. Eine neue Lüftungsanlage wurde installiert und der Raum wurde komplett neu gestaltet. Auf die Möbel warten sie noch, die Lieferzeit dauert. Der Raum wirkt aufgrund der Neugestaltung grösser als vorher. Das Traditionsgeschäft existiert seit 47 Jahren – gegründet vom Vater Urs Portmann. Die Söhne Thomas und Marc führen das Unternehmen nun von der Gegenwart in die Zukunft. 

Führung im Team

Wer führt das Unternehmen, wollte ich wissen? „Wir führen im Team“, antwortet Thomas Portmann und Marc nickt. „Wir sind immer ein Familienunternehmen gewesen und werden immer eines bleiben,“ erklärt Thomas. Marc Portmann sagt: „Wer von uns beiden in Kreuzlingen oder in St. Gallen ist, spielt keine Rolle. Wir treten als Familie auf und diese Familie gibt es auch in Zukunft.“

Ich hake nach: „Hat euer Vater die Aktien alle an euch bereits übertragen?“ Die Antwort gibt Marc: „Die Aktien wurden teilweise bereits übertragen. Für uns als Familie ist es nicht ausschlaggebend wer die Aktien hält. Unsere Eltern haben das Geschäft seit 47 Jahren. Irgendwann kommt der Zeitpunkt bei welchem Thomas und ich werden die Aktienmehrheit übernommen haben. Für mich persönlich ist nicht ausschlaggebend wie viel Aktienanteil ich haben werde.“ Thomas Portmann meldet sich zu Wort und bestätigt: „Es ist ein Familienunternehmen und bleibt ein Familienunternehmen. Wir sind unabhängig und haben keine externen Aktionäre.“

Auf ihren Führungsstil angesprochen erklärt Thomas: „Ich kann für St. Gallen sprechen. Es ist ein freundschaftliches Führen. Wir haben Grundregeln, an die sich alle halten müssen. Jeder hat seinen Aufgabenbereich. Das funktioniert sehr gut.“ Marc sagt: „Ich in Kreuzlingen bewege mich auf einem anderen Terrain. Mein Vater hat 40 Jahre das Team geführt. Dann haben wir Söhne alle Mitarbeiter übernommen. Ich bringe meinen Führungsstil Schritt für Schritt ein und und lasse den Mitarbeitern somit Zeit sich anzupassen.“

Foto unten, zur Verfügung gestellt, vielen Dank: Der Jubiläums Humidor zum 45sten Jahrestag. Die Zigarren wurden kreiert von Urs Portmann. Die Herstellung ist ein Familiengeheimnis. Ich hatte das Vergnügen schon ein paar dieser Zigarren zu verkosten. Sie gehören zu den Top 3-Kreationen, die ich bisher geniessen durfte.

 

Rückblende: 1971 lernt Urs Portmann Zino Davidoff kennen

Foto oben: V.l.n.r: Urs Portmann, Zino Davidoff, Dr. Ernst Schneider, Hans Ruedi Siegrist. Foto zur Verfügung gestellt, herzlichen Dank.

Urs Portmann erzählte im ZigarrenZone Interview vom August 2016: „Es war das Jahr 1971. Ich hatte kein Geld, aber meine Frau und ich wollten uns dennoch den Flug von Zürich nach Genf leisten. Ich fuhr damals einen VW Käfer. Eine Reise mit diesem Auto hätte damals ohne Autobahnen fast einen Tag gedauert. Ich habe mit ihm Kontakt aufgenommen und wir vereinbarten einen Termin in Genf, an einem Montag um 10 Uhr. Ja, und dann konnten wir in Genf nicht landen. Im Davidoff-Buch gibt es eine Episode: „Der unpünktliche Sohn“. Damit war ich gemeint. Etwa um 10.20 Uhr sind wir im Davidoff Laden eingetroffen. Wir wurden freundlich von seinem Angestellten empfangen und er hat uns alles gezeigt. Nach einer Weile fragte ich ihn, ob Herr Davidoff nicht anwesend sei? Zur Antwort erhielt ich: „Herr Davidoff hat die akademische Viertelstunde abgewartet. Jetzt ist er beim Bridge Spiel und kommt heute nicht mehr.“

Foto unten: Thomas Portmann mit Urs Portmann und Marc Portmann. Urs Portmann war Habanos Man of the Year 2014. Foto zur Verfügung gestellt, herzlichen Dank.

Wir sind anschliessend unverrichteter Dinge nach Kreuzlingen zurück gereist. Ich habe ihn erneut kontaktiert und mich entschuldigt; Der Fehler sei nicht auf unserer Seite zu suchen, sondern weil das Flugzeug nicht pünktlich gelandet sei. Herr Davidoff vereinbarte mit mir einen neuen Termin. Ich bin dann allerdings mit dem VW Käfer nach Genf gereist. Mit Zino sass ich dann von 1o Uhr Vormittags bis 10 Uhr Nachts beisammen. Wir haben diskutiert und er erklärte mir alles. Er war eine sensationelle Persönlichkeit.

Am nächsten Tag war ich um Vier Uhr Früh zurück und am Morgen habe ich gearbeitet. Mein Chef fragte mich: „Und, wie war es?“ Ich antwortete: „Herr Siegrist, ich habe es noch nicht verarbeitet.“ Ein unbekannter Mensch empfängt mich im Laden, umarmt und küsst mich im Laden – es kam mir vor, als ob mich mein Grossvater umarmt hätte. Herr Davidoff war so offen und herzlich. Ich sagte weiter: „Wie müssen einen grossen Schritt vorwärts machen.“ „Und welchen?“ fragte mich Herr Siegrist. „Wir müssen klimatisieren“, antwortete ich. 

„Herr Portmann“, sagte er, „Sie sind mein Geschäftsführer. Sie müssen in diesem Fall etwas unternehmen.“ Noch am gleichen Morgen habe ich den Ladenbauer angerufen und ihm gesagt: „Wir brauchen klimatisierte Schränke!“ Anno dazumal kannte man das nicht und so ein Vorhaben war etwas Gigantisches. Der Ladenbauer kam ins Geschäft um alles zu besprechen. „Wann können wir eröffnen?“ fragte ich ihn. Er schaute mich an und sagte: „Urs, das ist unbekanntes Gebiet. Ich muss alles zuerst berechnen und testen. Das Holz darf sich nicht verziehen, darf keine Risse bekommen, muss die Feuchtigkeit im Innern des Schrankes halten… wie können wir befeuchten und so weiter… Das ist unbekanntes Gebiet.“ „Das interessiert mich weniger“, sagte ich ungeduldig, „mich interessiert: Wann können wir eröffnen?“ „In 2,5 Monaten, am 1. Mai“ war seine Antwort.

 

Zurück in die Gegenwart: Die Zukunft von Portmann Tabakwaren AG

„Die Firma passt sich permanent den Gegebenheiten an, ohne dass wir unsere Qualität und Gastfreundschaft opfern“, erklärt Thomas, „Wir haben zwei Standorte: Kreuzlingen und St. Gallen. Hier empfangen wir unsere Gäste, die zu uns aus der ganzen Welt kommen und ihre Zigarren kaufen. Kürzlich haben wir unsere Website auf den neuesten Stand gebracht mit einem zeitgemässen Onlineshop. Es gibt keine Expansionspläne in andere Städte. Unsere Philosophie ist: Dort wo ein Portmann-Laden ist, arbeitet ein Portmann. An dieser Philosophie halten wir fest.“

Die Eltern haben in den Jahrzehnten einen Kundenservice aufgebaut, der seinesgleichen sucht. Dieses Level weiterzuführen ist nun Aufgabe und Herausforderung, denen sich Thomas und Marc mit Herzblut täglich widmen. Manchmal ist das auch schwierig: Einerseits möchten sie permanent an den Standorten persönlich präsent sein. Andererseits müssen sie auch an Kunden-Events (an denen sie den Portmann-Service leben) und an Einkaufsmessen vor Ort sein. An solchen Tagen kommen Gäste nach Kreuzlingen oder St. Gallen, welche den Thomas oder den Marc dann vermissen. „Du warst nicht da“, hören die beiden ab und zu. Das auch ausserhalb geschäftliche Termine in unserer Branche anstehen, verstehen die Kunden nicht immer.

Foto unten: Der mittlere Teil des Geschäfts in Kreuzlingen.

 

Foto unten: Die Niederlassung in St. Gallen, Foto zur Verfügung gestellt, vielen Dank.

Die Tabakregulierungen sind in der Schweiz noch liberaler als in der EU

„Wir haben die ganzen Regulierungen der Tabakbranche fest im Blickfeld“, ergänzt Thomas, „dies ist ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Firmenführung.“ In der Politik gibt es Herr Gregor Rutz. Er vertritt quasi die Organisation für Tabak- und Zigarrenhandel in der Schweiz. „Er macht das wirklich sehr gut“, erklärt Thomas. „Herr Rutz informiert uns regelmässig.“ Das Parlament erkannte, dass es zu unterscheiden gilt zwischen Sucht-Rauchen und Genuss-Rauchen. Zigaretten sind nun mal nicht gleichzusetzen mit Zigarren. Das Gesetz sieht vor, dass man ab 18 Jahre die Volljährigkeit erreicht hat und somit entscheidungsfähig ist. Das bedeutet, jeder kann entscheiden, ob er eine Zigarette oder eine Zigarre rauchen möchte. „Dass man Kinder und Jugendliche unter 18 schützen muss, da sind wir uns in der Firma einig.“ Deshalb ist es richtig, dass das neue Tabakgesetz vom Parlament zurückgewiesen wurde. Es liegt jetzt wieder beim Bundesrat zur Überarbeitung.

„Wir halten unsere Ohren und Augen offen auch ausserhalb der Schweiz“, erklärt Thomas. „Sehr wichtig und interessant ist für uns die Entwicklung in Ungarn: Die Tabakshops dürfen von aussen nicht mehr einsehbar sein. Alle Schaufenster sind dunkel abgeklebt und niemand kann von aussen nach innen sehen. Auch in England wird bereits darüber diskutiert.“ Marc ergänzt: „In England wird also darüber diskutiert. Das Pornokino darf seine Plakate öffentlich beim Kino aushängen. Wo bleibt da der Jugenschutz? Diese Doppelmoral ist unvernünftig und unlogisch.“
In Neuseeland und Australien gibt es die schönen Zigarrenkistchen nicht mehr. Alle sind einheitlich und der Markenname ist nur noch klein aufgedruckt. Eine ganze Kultur der sogenannten „Vistas“ geht damit verloren. „Kommt das auch in die Schweiz?“ wollte ich wissen. Marc antwortet: „Nein, ich glaube nicht. Dafür sind unsere Politiker zu vernünftig. Das Thema müssen wir uns aus verschiedenen Blickwinkeln anschauen: Jugendschutz ist immens wichtig und der Fachhandel streitet das nicht ab. Dann gibt es den Connaisseur. Das in der Schweiz Einheitsverpackungen für Zigarren kommen werden, glaube ich nicht.“

„Einheitsverpackungen verhindern nicht, dass der Zigarrenraucher weniger kauft oder weniger geniesst“, bringt Thomas ins Gespräch mit ein. „Du hast Recht, Vasilij, in all den Ländern, in denen die Einheitsverpackungen schon im Einsatz sind geht die Kultur der Vistas verloren. Und so etwas gehört jedoch auch zum Genuss. Ein schön verziertes Zigarrenkistchen in seinen Händen zu halten, eine Zigarre daraus zu entnehmen, dies ist ein schöner Akt. Falls in der Schweiz so rigorose Gesetze kommen sollten, dann wäre es mir ehrlich gesagt lieber, die Kistchen bleiben und wir die Schaufenster wie in Ungarn abkleben.“

Foto unten: Das Bundeshaus in Bern, Schweiz, Foto pixabay.com

Die Zigarrenverfügbarkeit war etwas schwierig im Jahr 2017

„Wie entwickelt sich das Zigarrengeschäft für Urs Portmann Tabakwaren AG?“ wollte ich wissen. „Unser Unternehmen war im Jahr 2017 auf einem sehr guten Weg, was Spass und Freude bereitet,“ erklärt Thomas. „Allgemein gesprochen ist die Beschaffung von Zigarren sehr schwierig, aber durchaus machbar. Wenn wir alles an Zigarren hätten, was wir brauchen, würde es uns noch besser gehen.“ Ich horchte auf. Die schwierige Beschaffung kubanischer Zigarren war für mich klar und ich fragte: „Was ist schwierig an der Beschaffung von Zigarren?“ Thomas führt aus: „Seit Monaten und teilweise auch noch jetzt ist es nicht ganz leicht an kubanische Zigarren zu kommen.“ Das ist bekannt.

„Im Haus Oettinger Davidoff waren Leader-Produkte nicht lieferbar, weil sie keine Deckblätter hatten. “Da staunte ich. Keine Deckblätter bei Davidoff? Dieses Problem hatten monatelang die Kubaner (und auch jetzt noch teilweise). „Um Missverständnisse zu vermeiden, muss ich natürlich sagen: Davidoff hatte Deckblätter, aber nicht in der Qualität die sie haben wollten. Deshalb sind bei der Qualitätssicherung alle diese Deckblätter rausgeflogen. Mittlerweile sind diese Probleme wieder behoben und die Lieferungen kommen nach und nach wieder rein.“

Foto unten: Kreuzlingen. Die feierliche Übergabe des exklusivsten Humidors der Welt an den Käufer. Es ist der 1.11.16. Das 50jährige Jubiläum von Cohiba. Der vollständige Bericht ist hier auf ZigarrenZone zu lesen.

Lieferschwierigkeiten auch ausserhalb Kuba und kubanische Tabakbauern schafften Deckblätter ins Ausland

Die Importeure in der Schweiz bestellen zwar genügend Zigarren, erhalten aber nicht die Mengen, die sie bräuchten. Je nach Marke liegen die Wartezeiten derzeit zwischen 6 – 9 Monate!

Die Kubaner haben vor ein paar Jahren damit begonnen mehr Ackerflächen zu erschliessen, um genügend Deckblätter zu produzieren. „Der Boden im Anbaugebiet Pinar del Rio ist ausgelaugt. Ein zusätzliches Problem war, dass einige Tabakbauern die schöne Ware ins Ausland geschafft haben.“

Wie bitte?

Marc Portmann meldet sich zu Wort. „Neue Anbauflächen wurden in der Nähe von Havanna erschlossen, etwa 30 km von Havanna, sowie in anderen Teilen Kubas, z.B. in Holguin.“

Foto unten: GoogleMaps

Dies ist ja schon mal gut, dass auf Kuba mehr Anbaufläche klar gemacht wird für die Deckblätter. Aber ich hake nach und frage: „Was heisst, die schöne Ware wurde ins Ausland geschafft?“ Es entsteht eine kurze Pause. Offenbar wird gerade über die Antwort nachgedacht und was sie vielleicht auslösen könnte. Dann sagt Thomas gerade heraus: „Wie das genau abgelaufen ist, weiss man nicht. Aber man weiss, dass gewisse Tabakbauern Deckblätter zurückbehalten haben und sie nach einer gewissen Zeit nach Nicaragua und andere Länder geschafft haben.“

Kuba und die Misswirtschaft im Tabakanbau

Ein Acker. Man pflanzt Tabak an. Ein Jahr später baut man z.B. Mais an. Ein Jahr später nichts. Ein Jahr später z.B. Bohnen, usw. Nach etwa 6 Jahren wieder Tabak. Dann zieht der Tabak wieder die Mineralien aus dem Boden, die er braucht um das volle Aroma zu entfalten. Schön wär’s. Auf Kuba wird jedes Jahr Tabak angepflanzt auf den gleichen Äckern. Jetzt ist es zumindest so weit, dass über die Insel verteilt mehr Anbauflächen erschlossen werden, um dem Tabak die notwendige Qualität zu geben.

Foto unten: Der begehbare Humidor in Kreuzlingen.

Eine kubanische Zigarre von Heute ist nicht mehr die selbe wie vor 20 Jahren

„Ich habe das Glück, seit über 20 Jahren Zigarren zu geniessen“, führt Marc Portmann aus. „Man merkt eindeutig den Unterschied, dass eine Cohiba oder auch andere Marken nicht mehr so schmecken wie sie vor 20 Jahren schmeckten.“ Merkt man dies wirklich, wollte ich wissen? „Ja, dass merkt man eindeutig. Die Marken schmecken einander immer ähnlicher“, antwortet Marc prompt. „Eine Partagas D4 war früher eine aromatische und kräftige Zigarre. Heute ist sie fast ein Schatten davon. Der Grund ist einfach: Man hat dem Boden nie die Chance gegeben sich zu erholen. Man hat permanent Tabak angebaut und dies wird jedes Jahr zu einem grösseren Problem was die Charakteristik der Marken angeht.“

Und das wird sich jetzt ändern, wollte ich wissen? „Laut Aussage der Kubaner,“ fährt Marc fort, „haben sie genügend Plantagen auf denen sie anbauen könnten. Der Anbau von Zuckerrohr ist in den letzten Jahren massiv zurückgegangen. Diese Felder kann man kultivieren. Man muss eben über das ganze Land denken. Die Distanz Havanna – Holguin beträgt 850 km. Das sind allerdings nicht Strassen, wie wir sie kennen, sondern 300 km Autobahn und 550 km Landstrasse. Und in vielen Gebieten auf Kuba kann man wunderbar Tabak anbauen. Man muss es jetzt einfach auch tun.“

Foto unten: Der begehbare Humidor in St. Gallen. Foto zur Verfügung gestellt, vielen Dank.

Rückblende: Urs Portmann war der erste Davidoff Depositär

Urs Portmann erzählte im ZigarrenZone Interview vom August 2016: „Plötzlich“ hatten wir eine ganz andere Klientel. Die Leute haben gemerkt, dass es sich bei Zigarren um ein Genussmittel handelt. Sie dachten: „Zigarren werden speziell gelagert, also muss es sich um etwas ganz Besonderes handeln.“ So haben wir Schritt für Schritt unser Geschäft um- und ausgebaut. Etwa 1977 haben wir unseren Havana-Raum gebaut. Zino Davidoff kam zu Besuch und er war zwei Tage da. Die Medien berichteten darüber und er gab Interviews. Jeder Kunde erhielt von ihm sein handschriftlich signiertes Buch. Das alles hat erneut zur Veränderung der Kundenstruktur geführt – sie wurden noch jünger.

Wir hatten Persönlichkeiten, wie einen Zino Davidoff, auf den die jüngeren Menschen aufgeschaut haben. Das gab eine Bindung zur Marke Davidoff und unser Geschäft florierte immer wie mehr. Ein Denken hat stattgefunden: Zigarren waren nicht nur dem Establishment vorbehalten, sondern erreichte ein viel breiteres Publikum. Früher hatte man mehr Lieferanten, was interessanter war. Der eine hatte diese Spezialität, der andere hatte eine andere Spezialität. Heute hast du nur noch ein paar wenige Lieferanten.

ABER! Im Grossen und Ganzen kann ich sagen, dass es sich positiv entwickelt hat.

Zurück in die Gegenwart: „Chapeau“ an Urs, Marlene, Thomas und Marc. Und an die Mitarbeiter. Und an die Kunden. Und an die Lieferanten.

Eine Firma wird gegründet und der Gründer steckt sein ganzes Herzblut hinein. Die Firma gedeiht, erlebt Höhen und Tiefen. Man vergisst bei Reportagen gerne, dass nicht „eine Firma“ lebt, sondern sie durch den Gründer, den Mitarbeitern und den Kunden mit Leben erfüllt wird – und durch die Lieferanten. Gastgeber zu sein ist in der heutigen Zeit irgendwie verloren gegangen. Nein, dass ist eine falsche Aussage. Was ich meinte, ist: Gastgeber mit höchster Fach- und Sozialkompetenz zu sein, ist in der heutigen Zeit selten anzutreffen. Diese seltenen Fähigkeiten sind bei der Urs Portmann Tabakwaren AG vom Gründer an seine Nachfolger erfolgreich übergeben worden. Die Söhne übernehmen das Zepter. Das Zepter steht symbolisch für: Fach- und Sozialkompetenz auf höchstem Niveau, Liebe zum Job, Liebe zum Produkt, Liebe zum Mitarbeiter, Liebe zum Kunden und die Liebe zur Verantwortung diese Qualitätsmerkmale als Gastgeber jeden Tag zu leben.

„Liebe“? Ich habe überlegt, ob dieses Wort das richtige Wort ist. Ja, es ist das richtige Wort. Ich kann dieses Wort auch ergänzen mit: Begeisterung, Leidenschaft, Erfüllung. Schlussendlich ist es jedoch die Liebe, die alles andere möglich macht, Neues erschafft und Bewährtes erhält in Kombination an die Gegebenheiten der sich veränderten Gegenwart. Ich sitze hier am Schreibtisch in meiner ZigarrenZone-Lounge, schreibe all diese Zeilen, geniesse eine 45Jahre-Jubiläums-Portmann-Zigarre und lasse alle meine bisherigen Eindrücke und Erlebnisse mit PORTMANN`S Revue passieren. Und mir fällt eine Idee ein: Eigentlich könnten sie ihre Art der Gastfreundschaft an Gewerbeschulen den jungen Azubis beibringen. Egal aus welchem Gewerbe, denn alle diese jungen Menschen kennen das eine nicht: Wie begegne ich meinen Kunden auf respektvollem Weg, damit sich daraus eine jahrzehntelange Beziehung ergibt?

Ich freue mich auf Kuba 2018. Dort entsteht eine weitere und neue Geschichte mit der Familie Portmann. Wir besuchen gemeinsam das 20jährige Habanos-Festival. Heiliger Bimbam!

Das war die Coverstory aus FlashCigar November 2017

 

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Vasilij Ratej

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