La Escepcion Gran Gener frühe 1970er Jahre – trocken und tot

Ein ZigarrenZone-Leser schickte mir ein paar Fotos der La Escepcion Gran Gener. Er schrieb, dass er das Einzelexemplar im Schrank seines Grossvaters gefunden hätte. Er wusste nicht, wie lange sie dort schon lag. Daher vermutete ich, dass die Zigarre das zeitliche gesegnet und vertrocknet war. Ich bot ihm EUR 50.- und schrieb ihm faierweise, dass solche Einzelexemplare bei Auktionen zwischen 150-300 Englische Pfund erzielen könnten – sofern sie in einwandfreiem Zustand seien. Er nahm mein Angebot mangels anderer Angebote an. Als ich die Zigarre erhielt, liess ich sie erst mal 4 Wochen im Humidor verschwinden.

Am 17.09.17 war es dann soweit: Die Verkostung begann.

 

Dieses Exemplar stammte aus den frühen 1970er Jahren. Das erkennt man an der Anilla. Spätere Exemplare ab etwa Mitte 1970 hatten eine andere Anilla. Das Kistchen war unbeschädigt und in gutem Zustand.

 

 

 

 

Diese Exemplare waren in Alupapier eingewickelt.

 

Bei meiner Recherche im Internet fand ich Fotos, welche die selbe Beschädigung der Anilla zeigten. Daher vermute ich, dass eine gewisse Serie dieser Anillas diese Beschädigung aufwies.

 

 

 

Neu war für mich, dass die Zigarre zusätzlich noch in Seidenpapier eingewickelt war.

 

 

Die Struktur des Decklattes war tadellos – keine Risse waren vorhanden. Der Druck zwischen Daumen und Zeigefinger war etwas merkwürdig. Sie gab ziemlich nach und ich fühlte mich bestätigt, dass der Tabak trocken war.

 

Der Kaltduft hingegen war sehr interessant. Ausgeprägte Honigsüsse! Der Kaltzug hingegen war: Nichts. Null. Tot. Das Anzünden gelang problemlos. Der Geschmack über den gesamten Smoke, der über drei Stunden dauerte, war linear: Kaum Geschmack. Extrem dezente strohige Noten konnte ich ausmachen, sonst nichts. Dennoch war ich froh diese Erfahrung gemacht zu haben. Denn so eine Rarität kann man nicht ohne weiteres kaufen.

Als Getränk wählte ich Havana Club Tributo 2016 – ein exzellenter Rum. Leicht süsslich, nicht zu scharf – er brachte im Pairing mit der Zigarre einen kleinen Genuss. Denn die Zigarre war heisse Luft. Sie brannte sehr gut ab, kein Schiefbrand und sie hatte eine hellgraue Asche.

 

 

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Vasilij Ratej

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