Dios Tabaco startet durch

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Österreich und Dios Tabaco startet durch. Österreich – mit einem Tabakgesetz noch von Zeiten Kaisers Franz-Josef. Damals eine gute Sache. Denn die Kriegsveteranen, die mit einem bleibenden Gebrechen ihr Leben fristen mussten, konnten sich eine finanzielle Sicherheit aufbauen. Mit dem Verkauf von Tabakprodukten. Ein Monopol nur für Invalide. Das ist bis heute so. Tabakprodukte dürfen in Österreich nicht per Post verschickt werden. Der Konsument muss zum Händler vor Ort. In dieser altmodischen Marktumgebung führt Johann Gallée die DIOS TABACO zu neuem Glanz. Hier das sympathische Interview.

ZigarrenZone: Du hast was genau in Österreich gekauft?

Johann Gallée: Ich habe die Firma Dios Tabaco von meinen Vorgängern der Familie Held aus Vorarlberg übernommen. Dios Tabaco war ein Unternehmen das seit rd. 20 Jahren als eine der ersten privaten Firmen begonnen hat, Zigarren nach Österreich zu importieren. Davor war das ja alles in staatlicher Hand. Ich habe den Namen nur ein wenig auf Dios Tabaco geändert.

Wie viele Zigarren Importeure gibt es in Österreich?

In Summe gibt es inklusive mir 6 Importeure, die Zigarren nach Österreich bringen, wobei ich der einzige bin, der ausschließlich Zigarren und Zigarillos in seinem Sortiment führt. Alle anderen haben auch Zigaretten, Wasserpfeifentabak, Pfeifentabak, Zigaretten, etc. 

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Ah – mit dir ist es einer mehr. Warum glaubst du an deinen Erfolg?

Das stimmt nicht ganz – wie gesagt, ich habe ein bestehendes Unternehmen übernommen, für das ich die letzten 3 Jahre bereits tätig war – somit sind wir nach wie vor 6. Ich denke das Zigarrenbusiness ist ein sehr persönliches Geschäft. Gute, persönliche Kontakte zu seinen Produzenten, aber natürlich auch zu seinen Kunden – den Tabakfachgeschäften und Trafiken ist da besonders wichtig. Diese Beziehungen konnte ich in den letzten 3 Jahren wirklich aufbauen, so dass ich sowohl zu einigen meiner Lieferanten, aber auch mit einigen Fachhändlern ein wirklich freundschaftliches Verhältnis habe. 

Raymondo Bernasconi von Gilbert de Montsalvat oder Pablo Richard von Patoro sind da gute (Schweizer) Beispiele dafür. ☺

Es ist wichtig, offen zu sein für Neues, und alles zu probieren, was am Markt erhältlich ist. Zigarren sind mein Leben – ich denke, dass es mir gelingt, vor allem bei meinen Kunden diese Einstellung rüber zu bringen. Neues probieren, neue Wege zu gehen – das ist es, was in der heutigen Zeit gefragt ist. Weg von alten Konventionen. Nur als Beispiel: Boxpressed Zigarren waren in Österreich immer sehr schwer an den Mann oder die Frau zu bringen. 

Letzten Sommer wurden wir vom VCPÖ (Verband der Cigarren- und Pfeifenfachhändler Österreichs) eingeladen, die Zigarre des Monats zu stellen. Mir war es wichtig, für „boxpressed“ Zigarren eine Lanze zu brechen. Einer unserer Produzenten Christian L. Eiroa hat auf der IPCPR ein interessantes Projekt namens Medulla/Oblongata vorgestellt. In einem 50iger Kabinett hat er links 25 „normale“ runde Zigarren und rechts 25 „boxpressed“ Zigarren untergebracht. Der gleiche Tabak, und vor allem auch die gleiche Menge an Tabak – sowohl links als auch rechts. Spannend daran ist wie unterschiedlich die Dinger schmecken. Für Europa hat Christian dann 30iger Kisten produzieren lassen. Die Aktion würde ich als vollen Erfolg werten. Am Ende der 1 ½ Monate gab es tatsächlich einige Fachhändler, bei denen die Boxpressed Oblongata mehr nachgekauft wurde als die konventionelle Medulla.

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Thema LUJ: Den damaligen Inhaber der Importfirma musstest du ganz schön hartnäckig überzeugen, dass die Zigarre ins Land kommt. Wie ist das abgelaufen?

Vasilij, wenn ich dir die ganze Story aufschreibe, kannst du einen Roman damit füllen. Ich mach’s kurz und erzähl die wichtigsten Stationen dieses Kanossaganges. Bei der IPCPR 2017 habe ich die Zigarren von LUJ kennengelernt und war auf Anhieb begeistert. Das Problem war, dass LUJ sowohl mir als auch meinem ehemaligen Chef 2 Zigarren zum testen mit den Worten – Achtung die sind noch sehr frisch – in die Hand gedrückt hat. Ja sie waren frisch und haben mich nicht wirklich begeistert. Ich hatte allerdings schon 4 oder 5 andere Sticks von ihm davor geraucht. Meinem Chef war klar anzusehen, dass sich seine Begeisterung in Grenzen hielt. 

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LUJ hat das auch mitbekommen und mir am Abschluss der Messe noch eine Hand voll Zigarren geschenkt. Wieder zurück in Österreich habe ich dann einige liebe Freunde, alles langjährige Zigarrenraucher zu mir eingeladen, um diese außergewöhnlichen Zigarren nochmals zu verkosten. 6 Mann hoch waren von den Socken wie anders diese Zigarren doch schmeckten. Danach folgte natürlich ein Anruf in Vorarlberg – wieder kam ein Nein von der anderen Seite der Leitung. Der nächste Schritt war, dass ich einigen namhaften Fachhändlern in Österreich ein Muster vorbeigebracht habe, oder sie gleich mit ihnen geraucht habe. Wieder nur positives Feedback….

Wieder ein Nein.

Dann war ich fies…. ich habe einem der 2 Verantwortlichen des Zigarrenteams vom bereits oben vorher genannten VCPÖ eine Zigarre geschickt und ihn gebeten, mir seine Meinung kund zu tun. Das war 3 Tage vor der Tabakfachmesse in Salzburg 2017. Na ja, er kam an unseren Messestand und legte mir einen 3 seitigen Testbogen mit den Worten: „93 Punkte bekommt man bei mir nicht so schnell“ auf den Tisch. Tja – dann war alles klar. Es hat dann noch bis Jänner 2018 gedauert, bis wir 3 Linien von LUJ in unser Sortiment aufgenommen haben. 

Du bist also weitblickend. Du erkennst Möglichkeiten und machst einfach. Wie erklärst du dir das? Ist es deine Intuition, die zu dir spricht? Oder bloß Naivität?

Eine gute Zigarre ist eine gute Zigarre. Ich glaube ich bin mit einem guten Geschmackssinn ausgestatten – mein Riesenglück dabei ist, dass viele der Zigarren, die mir schmecken oder die ich wirklich mag und schätze, auch bei vielen anderen Genießern ins Schwarze treffen.  Ich suche Zigarren, die sich von dem unterscheiden, was schon am Markt erhältlich ist. Ich brauch nicht „More of the same“.  LUJ ,der als studierter Chemiker einen komplett anderen Zugang zum Thema Tabak hat, als Leute, die in der 3. oder 4. Generation im Tabakbusiness tätig sind, sind solche Perlen die gefunden werden wollen. 

Oh – fast vergessen: Wie viele Mitarbeiter gibt’s in deiner Firma und was machen die den ganzen Tag?

Aktuell sind wir zu zweit. Klaus Hruby ist dir ja kein Unbekannter. Neben seiner Tätigkeit als erfolgreicher Blogger und Autor im Cigarjournal hält er für mich im Büro die Stellung. Er bearbeitet die Mails, verpackt die Bestellungen und kümmert sich um unseren Newsletter und die Homepage (ist hoffentlich bald fertig). Ich erledige den bürokratischen Kram, mach die Bestellungen bei unseren Produzenten aber vor allem versuche ich draußen bei meinen Kunden zu sein. 

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Johann, weiterhin ganz ehrlich: Was zeichnet dich als Zigarren-Business-Man aus?

Vasilij, ich versuch’s dir aufzuzählen:

  • Wie schon vorher gesagt, ich habe einen Geschmack den Zigarrengenießer mögen
  • Zigarren sind mein Leben
  • Ich bin neugierig – möchte Neues ausprobieren
  • Ich liebe den Kontakt zu Menschen
  • und… ich kann rechnen. ☺ Ist nicht ganz unwichtig für einen Unternehmer.

Um Zigarren anzupreisen braucht es auch das Internet. Wie sieht die Strategie hierbei aus für dich?

Das ist in Österreich ein sehr schwieriges Thema. Es gibt ein generelles Werbeverbot für Tabakprodukte bei uns. Klar, fast jeder Großhändler hat seine Homepage, die auch vom „Endkunden“ angesehen werden kann. Sehr oft ist dieser Auftritt aber nicht wirklich aufschlussreich oder die Homepages werden schlecht betreut. Social Media Plattformen wie Facebook und Instagram sind voll von Seiten für Zigarrenliebhaber und ja klar, natürlich poste ich da auch hin und wieder Bilder von Zigarren die ich gerne rauche – aber als Privatperson. Du wirst bei meinen Accounts auch Fotos von Zigarren finden, die es bei uns in Österreich gar nicht gibt, oder die ich nicht in meinem Portofolio habe. Ich denke diese Freiheit steht auch mir zu.

Wichtig sind Leute und Blogs wie Du, der Blaue Dunst oder Cigarbible, die neutral über Zigarren berichten und so viele zigarreninteressierte Leser erreichen. 

Danke für Euren Job – Jungs!

Oh – danke, danke Mann!

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Vasilij Ratej – Herausgeber von ZigarrenZone. Die Zigarren-Kompetenz in Person.

Welche lustige, traurige, spannende oder verrückte Story möchtest du mit dem Leser dieses Interviews in Bezug auf Zigarren teilen, die du mal erlebt hast? …vielleicht auch etwas „Schlüpfriges“…?

😉

Hey Mann, ich bin in einer glücklichen Beziehung!  Trotzdem war es schon ein Erlebnis. Delicia Silva alias Cigarvixen in Las Vegas persönlich kennen zu lernen und sich mit ihr zu unterhalten – es gibt Beweisfotos! Spass beiseite, dass wirklich schöne am Zigarrenbusiness ist die Zusammengehörigkeit. Zigarren verbinden die Menschen wie kein anderes Genussmittel. Ich kann behaupten Freunde aus der ganzen Welt zu haben die ich über die Zigarre gefunden habe. Was kann es schöneres geben!

Anmerkung der Redaktion: Trotz Nachfassen erhielt ZigarrenZone bis heute keine Beweisfotos zu sehen 😉

Oh! Doch! Da ist es ja

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