Decke das Geheimnis weisser Asche auf

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Ist dieses Thema wichtig? Weisse Asche, graue Asche…?

Gelegentlich gerät man sich bei diesem Thema in die Haare. „Weisse Asche ist ein Qualitätsmerkmal der Zigarre, die Zigarre ist besser gerollt und zeugt von längerer und besserer Reifung, und weisse Asche ist stabiler als dunkelgraue Asche.“

Wirklich!?

Wie wäre es damit: „Weisse Asche ist klares Indiz dafür, dass die Zigarre auf den Oberschenkeln des Chefs gerollt wurde.“ 🙂 Ja, das ist genau so absurd. Also, was ist an diesem Mythos dran? Warum gibt es weisse Asche? Einfaches drauf los raten bringt uns nicht weiter. Deshalb lassen wir uns die Sache mit der weissen Asche von zwei Fachleuten erklären. Von Min Ron Nee und von Michael Fröhlich, wissenschaftlicher Manager bei Arnold André.

Bereit? Gut – los geht’s!

Weisse Asche = gut gereifte, alte Zigarre?

Ich liebe das Fachbuch Eine illustrierte Enzyklopädie der postrevolutionären Havanna-Cigarren von Min Ron Nee. Ich liebe es, wirklich. Über Asche schreibt er in seinem Fachbuch sinngemäss: Je besser gereift und älter die Zigarre sei, desto heller wird die Asche des Deckblattes. Und: Die Asche sei fast schneeweiss bei Zigarren von jahrzehntelanger Lagerung (immer auf das Deckblatt bezogen). Er schreibt auch, dass die dunklen Stellen in der Asche Partikel sind, die nicht verbrennen. Und er vermutet, dass es an den chemischen Prozessen der Langzeitreifung liegt, warum die Asche fast schneeweiss wird.

Ich persönlich habe mich immer gefragt, warum bei noch jungen Zigarren, die nicht von Kuba stammen, oft die Deckblattasche fast weiss ist, aber von mehrjährig gelagerten kubanischen Zigarren nicht. Ja, ich weiss, Min Ron Nee schreibt von „jahrzehntelanger“ Lagerung. Aber warum haben dann Zigarren aus anderen Provienzien viel öfter fast eine weisse Deckblattfarbe, die kaum zwei oder drei Jahre alt sind?

Zigarren.Zone hat sich umgehört

Fündig geworden bin ich bei Michael Fröhlich, wissenschaftlicher Manager Arnold André. Lassen wir Michael zu Wort kommen:

„Deine Aschefrage lässt sich eher technisch beantworten und noch dazu sehr global.

Asche als Rückstand aus Verbrennung oder Verkohlung bildet sich primär aus den im Verbrennungsmaterial enthaltenen Mineralien und nichtverbrannten organischen Stoffen. Grob als Faustregel kann man sagen, je besser die Verbrennung (hohe Temperatur, viel Sauerstoff) desto weniger Asche überhaupt und desto weniger schwarz färbende Bestandteile (Kohlenstoff) verbleiben. Bei einem hohen Gehalt an weiß färbenden Mineralien (Oxide von z.B. Magnesium und Calcium) und einer sauerstoffreichen heißen Verbrennung verbleibt entsprechend helle oder sogar weiße Asche.

Für Zigarren heißt das,

  • je nach Mineralstoffgehalt des Tabakes/der Tabake und
  • je nach Sauerstoffzufuhr und Temperatur, abhängig…
  • …von Dichte des Fillers,
  • …Durchmesser des Produktes,
  • …Art der Tabake,
  • …Feuchtigkeit des Produktes,
  • …Häufigkeit und Tiefes des Ziehens,
  • …Häufigkeit des Abstreifens der Asche, etc.

schwankt die Aschefarbe zwischen eher schwarz bis fast weiß und das durchaus bei gleichem Produkt aber zwei unterschiedlichen Rauchpersönlichkeiten.

Früher haben wir sowas als Qualitätskontrolle gehabt (Aschefarbe und Stabilität), bis die Erkenntnis kam, das es zu viele Variablen gibt, um eine brauchbare Qualitätsaussage zu treffen.

Die zitierte Aussage von Min Ron Nee mag durchaus zutreffen, wenn es denn seine persönliche Erfahrung widerspiegelt. Wenn Rauchpersönlichkeit und passende Mineralstoffgehalte zusammentreffen kann das ja zutreffen. Das als Produkt von Reifung zu sehen, halte ich für spekulativ.“

Nachfolgend 4 Beispiele, gleiche Rauchpersönlichkeit: Ich 🙂

Wie ist eigentlich deine Erfahrung mit weisser Asche?

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Die Zigarre stammte aus dem Jahr 2008. Das Foto entstand 2015, also nach 7 jähriger Lagerung. Die Asche ist dunkelgrau.

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Die Zigarre stammte etwa aus dem Jahr 2013/2014. Das Foto entstand 2015, also nach 1-2 jähriger Lagerung. Die Asche ist hellgrau, fast weiss.

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Die Zigarre stammte aus dem Jahr 2011 aus dem Siglo-Humidor. Das Foto entstand 2015, also nach 4 jähriger Lagerung. Die Asche ist dunkelgrau.

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Die Zigarre stammte aus dem Jahr 2014. Das Foto entstand 2014, nach etwa 1/2 jähriger Lagerung. Die Asche ist hellgrau, fast weiss.

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Vasilij Ratej

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Vasilij Ratej

2 Gedanken zu „Decke das Geheimnis weisser Asche auf

  • 20. August 2015 um 7:03
    Permalink

    Die Lagerdauer spielt schon eine Rolle, wenn auch nicht die Hauptrolle. Bei diversen Reisen zu unseren Partnern (u.a. LA AURORA, DAVIDOFF) in die Dominikanische Republik, konnten wir Außendienst Mitarbeiter von Arnold André auch mehrfach die Tabaklagerhallen besichtigen. Dort waren z.B. Deckblatt-Tabake eingelagert, deren Alter wir an Hand der Beschriftung der Tabakballen sehr gut bestimmen konnten. 10 Jahre alte Deckblätter waren dort zwar nicht die Regel aber auch keine Seltenheit, aber auch Einlage- und Umblatt- Tabake werden dort je nach Tabaksorte und Blattstufe über viele Jahre gelagert. Wenn denn später aus den gut gelagerten und gereiften Tabaken Cigarren entstehen, dann sind das Cigarren die, ohne das man sie noch zuhause mehrere Jahre lagern muss, perfekt schmecken und perfekt mit hellgrauer Asche abbrennen. Dunkelgraue bzw. schwarze Asche kann also durchaus auch ein Indiz für mangelnde Nachreife sein.

    Mit rauchfreudigen Grüßen
    Uwe Mueller

    Antwort
    • Vasilij Ratej
      20. August 2015 um 7:06
      Permalink

      Diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht, erkennt man gut an den Fotos oben.

      Antwort

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