Davidoff Year Of The Rat hat Qualitätsmängel

Die Davidoff Year Of The Rat hat Qualitätsmängel. Erneut eine „Year Of…“-Edition bei Davidoff, bei der ZigarrenZone Qualitätsmängel aufdeckt. Ich zeige das Problem sowie die Lösung auf. Die Verantwortlichen bei Oettinger Davidoff sind nun gefordert.

Hi, ich bin Vasilij Ratej ~ Herausgeber ZigarrenZone

Hier geht’s übrigens zur Präsentation der kompletten Serie

Unangenehm säuerlich, scharf, zickig – zur Hälfte trockener Tabak. Nicht nur bei meinen Exemplaren

Ich habe drei Exemplare getestet. Bei allen drei Exemplaren bestand das gleiche Problem: Die Zigarre schmeckte schlecht. Unangenehm säuerlich, zickig, scharfer Geschmack – wirklich kein Vergnügen. Der Zugwiderstand war sehr leicht. Etwa ab der Mitte verglimmte die Zigarre sehr schnell. Ich konnte sie schwer wieder zum glimmen bringen. Ab hier kam kaum Rauch und Geschmack durch. Retronasal gab es zumindest einen klitzekleinen Lichtblick: Volle Röstaromen nach Kaffee und Holz. Diese wichtige Geschmackskomponente beim Rauchen einer Zigarre war sehr dünn; und ich konnte zumindest erahnen, wie die Zigarre eigentlich schmecken sollte / könnte. Ich habe mich in meinem Netzwerk erkundigt und habe von vier weiteren Personen erfahren: Sie haben ganz ähnliche Erfahrung gemacht wie ich. Eine Person hat keine Qualitätsprobleme festgestellt.

Das Problem: Die Einlage ist zur Hälfte zu trocken

Ich rollte die Zigarren vorsichtig auf. Bei allen drei Exemplaren das gleiche Ergebnis: Die Einlage war auf der einen Hälfte zu trocken. Die andere Hälfte war feucht wie es sein soll. Entdeckt habe ich zwei Umblätter (wunderschön waren sie); sie waren feucht wie es sein sollte. Das Deckblatt war ebenfalls von exzellenter Qualität.

Die Lösung: 4-6 Monate akklimatisieren

Sollte dir das gleiche passieren lege die Zigarren mit dem Cellophan für 4-6 Monate in den Humidor. Dadurch kann der Tabak die Feuchte aufnehmen. Hoffentlich kann man solche Exemplare mit dieser Massnahme retten. In der Vergangenheit bestand ein ähnliches Problem schon einmal und ich konnte mit dieser Massnahme die Zigarren in der Tat retten. Sie schmeckten danach ausgezeichnet. Nun, ich bin Fan von den „Year Of…“-Serien. Sie sind echt was fürs Auge. Und sie schmecken mir nach der Akklimatisierungszeit ausgezeichnet. Ich habe mir dieses Jahr sogar die komplette Serie von Year Of The Rat gekauft. Das komplette Zubehör inkl. Tabakpfeife.

Rückblende: 2017 und 2018 bestand ein ähnliches Problem

Bereits in den Jahren 2017 (Year Of The Rosster) und 2018 (Year Of The Dog) bestand ein ähnliches Problem: Als die Zigarren gerollt wurden war der Tabak unterschiedlich feucht. Dies führte damals zu Zug- und Geschmacksproblemen. Dieses Problem konnte man dadurch beheben, dass man die Zigarren zunächst einmal 4-6 Monate im Humidor liess. Somit konnte der Tabak gleichmässig feucht werden. In der Tat: Nach dieser Zeit waren die Zigarren ausgezeichnet. Die Edition 2019 (Year Of The Pig) hingegen war – wie man es von Davidoff gewohnt ist – eine Spitzenzigarre, die man nach dem Kauf getrost geniessen konnte.

Schelte an Oettinger Davidoff: Lernt BITTE wieder wie eine Musik Band zusammen zu spielen

Ja, ich weiss: „Man“ muss verkaufen. Man ist unter Druck. Man ist zuweilen sogar sehr unter Druck. ABER: Wir sprechen hier von DAVIDOFF und nicht von einer Hinterhof-Plantage. Die Qualitätsabläufe müssen bei den „Year Of…“-Editionen dringend ganz genau unter die Lupe genommen werden. Und zwar der ganze Prozess: Aussaat, Auspflanzen, Wachstum, Ernte, Trocknen, Fermentation, Befeuchten, Sortieren, Rollen, Versand. Und: Auch das Controlling des Marketing muss überprüft werden.

Davidoff Year Of The Rat hat Qualitätsmängel

Produktion und Marketing müssen nun mal zusammenspielen. Fast so wie eine Musik Band. Wenn man sich einigt dieses Musikstück zu spielen, dann sind die Noten und der Takt vorgegeben. Es nützt nichts, wenn der Gittarrist schneller spielt, als der Rest der Band. Das führt unweigerlich dazu, dass sich die Zuhörer angewidert die Ohren zuhalten und den Konzertsaal unter lautstarken „Buh-Rufen“ verlassen.

Beim Controlling all dieser Schritte braucht es Menschen, die gewillt sind ganz genau hinzuschauen; die gewillt sind, klare Worte zu sagen sobald sie Mängel aufdecken; die gewillt sind nach Lösungen zu suchen und sie zu finden; und die gewillt sind dieses Controlling permanent umzusetzen. Schliesslich heisst es bei DAVIDOFF ja: Die Qualitätskontrolle ist unsere oberste Prämisse. Wirklich? Bei diesen „Year Of“-Editionen offenbar nicht.

Jetzt sind die Chefs gefordert – und zwar gewaltig

Jetzt braucht es einen Chef, oder mehrere davon, die mutig sind und die analytisch vorgehen. Sie müssen den Prozess ganz genau analysieren. Keine Angst haben und beim Unangenehmen ganz genau hin schauen. Sie müssen für die Zukunft eine Lösung finden und sie permanent umsetzen. Dann klappt’s auch wieder wie bei der Musik Band: Sie haben sich geeinigt dieses Musikstück so zu spielen wie es vorgesehen ist. Und da schau her: Die Zuhörer strömen in den Saal zurück, freuen sich über die geniale Musik, tanzen und singen und klatschen. Herrlich. Einfach herrlich.

War dieser Beitrag etwa zu nörgelig? Nein.

Ich habe fertig.

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Antworten

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  1. Ich hab die Year of the Rat gerade gestern Abend genossen. Ich konnte keine Qualitätsmängel feststellen! Sie war nahezu perfekt, ausgewogen und nicht sauer oder scharf. Vielleicht hatte ich Glück und habe ne gute einzel Zigarre erwischt.

    1. Hallo Yves, ich bin wirklich glücklich das zu lesen. Hast du mehrere Exemplare gekauft?

  2. Für Menschen, welche lange in der Auswahl, Verarbeitung und Rollerei von Tabak tätig sind, wird der beschriebene „Mangel“ bereits offensichtlich gewesen sein. Um die Vorgaben der verantwortlichen Vorgesetzten, welche sich weiteren Vorgesetzten mit erreichten Zielvorgaben verantworten müssen, zu erfüllen…Augen zu, Maul halten und durch. Dieses Phänomen zieht sich durch diverse Branchen und tritt immer dann hervor, wenn die Spitze eines Unternehmens mit zu wenig Herzblut bei der Sache ist und den direkten Kontakt zur Basis aus den Augen verloren hat, oder nicht daran interessiert ist. An der Basis entscheidet sich eine Qualität, nicht an der Spitze oder im Marketing. Mit einem guten Marketing scheiß Produkte in den Markt zu drücken, das wird heutzutage oft genug gemacht, weil es, mindestens kurzfristig, auch funktioniert. Kritik ist immer eine gute Chance, kommt nur darauf an wie man damit umgeht und ob man Konsequenzen daraus ziehen möchte.

  3. Lieber Vasilij, keinesfalls ist Dein Beitrag zu nörgelig. Das ist ehrliche und vor allem konstruktive Kritik! Bravo!

    1. Vielen Dank Lothar. Es ist mir immer ein grosses Anliegen, dass auch kritische Beiträge präzise formuliert und lösungsorientiert sind.

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