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Bolivar – Der Befreier

1 Kommentar

Last updated on 11. Mai 2019

Dem legendären Freiheitskämpfer Südamerikas, Simón Bolívar, wurde und wird Tribut gezollt, indem eine Zigarrenmarke seinen Namen trägt.

Ich bin Vasilij Ratej und wünsche dir viel Freude mit diesem Report. Der meiste Text und die Fotos stammen von Claudia Puszkar ~ herzlichen Dank ❤️

José Fernandez Rocha gilt als der Gründer der Marke „Bolívar“. Offiziell wurde sie unter dem Firmennamen „J.F.Rocha y Cía“ 1921 erstmals registriert. Als Besitzer der Firma waren José Fernandez Rocha, Jose Rodriguez Fernandez und Robert Middenas eingetragen. Manche Quellen behaupten, dass die Marke schon um 1900 existierte.

Der Venezolaner Simón Bolívar war einer der größten Generäle Südamerikas. Sein Ziel, die Regionen im Nordwesten des südamerikanischen Kontinents zu vereinen, blieb ihm versagt.

Seine Siege Anfang des 19. Jahrhunderts über die spanische Kolonialmacht brachten jedoch die Unabhängigkeit für Bolivien, Panama, Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela. Er wird als „El Libertador“ (Der Befreier), als der “George Washington von Südamerika” bezeichnet.

Bolivar Belicosos Finos

Die Fabrik der Firma „J.F. Rocha y Cia.“ befand sich auf der Calle San Miguel in Havannas Stadtteil Centro Habana. Diese Straße spielte eine große Rolle in der Geschichte der Zigarrenindustrie. Die Marken Por Larrañaga, Partagás und H. Upmann hatten ihren ersten eingetragenen Firmensitz auf dieser Straße. Im Laufe der Jahrzehnte gab es allein in dieser Straße mehr als 20 verschiedene Zigarrenmanufakturen, allerdings in der Regel kleinere. 

Die Calle San Miguel in Havannas Stadtteil Centro Habana

Bis in die 40er Jahre allerdings war die Marke zwar in Kuba bekannt, als Export-Marke allerdings spielte sie kaum eine Rolle. Neben der Marke „Bolivar“ fertigte die Firma „J.F. Rocha y Cia.“ die Marken „La Gloria Cubana“, „El Crepusculo“, die Hauptmarke der Firma seit 1882, und einige weitere Marken. 

Bolivar Royal Coronas im Alutubo

Die produzierten Stückzahlen der Marke „Bolivar“ müssen sehr klein gewesen sein. Doch war wohl schon damals die Qualität der Zigarren sehr gut. Nicht umsonst hatte die Cifuentes-Familie, damals erfolgreicher Besitzer der Marke „Partagás“, Interesse an der Marke „Bolivar“. Nach dem Tod von José Fernandez Rocha wurden 1944 oder 1954 die Marken „Bolívar“ und „La Gloria Cubana“ von der Cifuentes-Familie gekauft. 

Und von da an begann die Erfolgsgeschichte der Marke „Bolivar“ und ihr Siegeszug um die Welt.

Nach dem Kauf verlegte man die Produktion in die berühmte Manufaktur „Partagás“ in der Calle Industria No. 520, hinter dem Capitol, im Herzen der Stadt Havanna.

In den späten 50er Jahren erwarb sich die Marke „Bolívar“ auf dem internationalen Markt einen hervorragenden Ruf, unzweifelhaft ein Ergebnis des Geschäftssinns der Familie Cifuentes.

Auch nach der Revolution blieb „Bolivar“ eine bekannte Marke und, sicherlich aufgrund ihres kräftigen Geschmacks, ein besonderer „Liebling“ der britischen Aficionados. 

Die Produktion wurde auch nach der Revolution ununterbrochen fortgeführt. Einige Formate wurden dann in den 70er Jahren eingestellt. Seit 1995 sind einige Formate geschmacklich wahrnehmbar milder geworden. 

„Bolívar“ ist dennoch eine Marke für Kenner, charakteristisch durch ihren kräftigen Geschmack.

Diesen gewinnen die Zigarren durch ihre Tabakmischung, die in der Einlage einen relativ hohen Anteil von Ligero (einer der drei Einlagetabake, der für die Stärke zuständig ist) aufweist.

Bolivar Gold Medal

Vielleicht ist diese Zigarre die bekannteste Zigarre bei Sammlern. Etwa die Hälfte der Zigarre ist in eine Goldfolie verpackt. Diese Zigarre gab es schon vor der “Castro-Revolution” und immer nur in kleinen Mengen. Im Jahr 1992 wurde die Produktion eingestellt. Der Grund: Die Kubaner konnten keine Goldfolie mehr beschaffen.

Die zwei nächsten Fotos zeigen eine Charge aus dem Jahr 2006. Hier handelt es sich um eine limitierte Neuauflage, welche exklusiv für die Casa Del Habano Shops hergestellt wurde. Bei Verkostungen in den Jahren 2017, 2018 und 2019 hat sich die Zigarre weiter entwickelt. Das Nikotin hat sich weiter abgebaut und sie ist noch milder geworden in nur diesen drei Jahren. Eine erdige Note hat sie behalten, vermischt mit einer wohltuenden Säure und herrlichen retronasalen Röstaromen nach sanft gerösteten Espressobohnen. Eine herrliche Kreation. Bisher war es mit nicht vergönnt, Chargen aus vor 1992 zu verkosten. Daher fehlt mir der Vergleich zu dieser Neuauflage. Zu kaufen gibt es die Gold Medal hin und wieder bei Onlineversteigerungen.

Foto: Zigarren.Zone
Foto: Zigarren.Zone

Heute werden die Zigarren der Marke „Bolívar“ in der „Partagás“-Manufaktur hergestellt. Aktuell ist dies die Fabrik auf der Calle San Carlos No. 816. Die „Partagás“-Manufaktur hinter dem Capitol musste 2013 leider aus bautechnischen Gründen geschlossen werden. 

Die aktuelle „Partagás“-Manufaktur auf der Calle San Carlos No. 816. Diese Fabrik steht für Besucher zu täglichen Besichtigungen offen.

Die Enzyklopädie

Min Ron Nee hat als erster überhaupt ein Standardwerk über cubanische Zigarren verfasst. In seinem Werk beschreibt er unter anderem auch den Vorgang der Reifelagerung.

Der Link zum Buch führt zu Amazon (Affiliate-Link).

Der Vorwurf: Kubanische Zigarren haben einen schlechten Zugwiderstand

Ist der Zugwiderstand einmal zu fest, dann lasse die Zigarre etwa 2 Stunden ausserhalb des Humidors liegen. Vermutlich war dein Humidor (oder der beim Händler) zu feucht. Die Feuchte entweicht und meistens ist der Zugwiderstand danach so wie er sein sollte. Ist er immer noch zu stark, dann kontaktiere bitte deinen Händler. Er wird dir weiter helfen.

Der genussreiche Zigarren.Zone Report

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Ein Kommentar

  1. Heino Heino 10. Februar 2019

    Die Partagas Fabrik neben dem Capitol schaut derzeit von außen tatsächlich erbärmlich aus. Vor Ort wurde aber berichtet, dass die Manufaktur restauriert/ renoviert werden soll. Die Casa im Erdgeschoss war aber geöffnet, Stand 12.2018

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