Alec Bradley Fine & Rare Torpedos 1st Issue

Teufel nochmal. 110 gemächliche und geduldige Minuten liess ich dieser Cigar Zeit, um mir zu zeigen, was in ihr steckt. Kurz vor 23 Uhr liess ich ihr dann ihr würdiges Ende, indem ich sie gemächlich in den Aschenbecher legte und sie verglimmen liess. Noch heute früh hatte ich die leichte Süsse mit erdiger Note auf der Zunge! Teufel nochmal… Eine zweite Verkostung war ganz anders.

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Gleich nach dem Anzünden begrüsste mich diese Cigar mit starkem Pfeffergeschmack und viel Rauch. Die Lippen, die Zunge und der Gaumen erfuhren einen herben „Schlag“. In den ersten 20 Minuten schmeckten die 10 Tabaksorten die hierfür verwendet wurden, bissig und pfeffrig, begleitet von viel Rauch und Schiefbrand (der sich nicht von selbst korrigierte). Der Geschmack war eindeutig als „stark“ zu bezeichnen.

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Und plötzlich: Der Pfeffer verflüchtigte sich und in den Vordergrund trat eine milde Süsse. Dies tat richtig gut, nach dem vielen Pfeffer zuvor! Sie wandelte sich von starker Stärke zur angenehmen medium Stärke. Uff, das war erst mal Entspannung pur. Den Schiefbrand musste ich korrigieren: Zunächst mit dem Abkühlen des Brandrandes auf der einen Seite. Das hat nichts gebracht. Also durfte ich die andere Seite mit dem Streichholz nachfeuern.

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Im 2. Drittel angekommen begann sie stärker nach Erde zu schmecken, wobei die eher dezente Süsse um ihren Platz kämpfte. Ein eher unangenehmer Geschmack kam hinzu; Ich weiss nicht, ob es sich um Ammoniak handelte (weil ich nicht weiss, wie Ammoniak in einer Cigar schmeckt). Auf jeden Fall hatte ich das Bedürfnis sie in diesem Stadium zu desgasieren. Das tat ihr und mir gut, denn diese unangenehme Begleitnote verpuffte im wahrsten Sinne des Wortes und die angenehme Süsse, leicht vermischt mit erdiger Note kam wieder in den Vordergrund.

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Unter viel Rauch setzte sich im Verlauf des 2. Drittels der Schiefbrand fort; Wobei ich erwähnen möchte, dass ich geduldig und langsam rauche und der Cigar ihre Zeit zum Glimmen lasse. Ich korrigierte dies mit Befeuchten auf der entsprechenden Seite. Dieses Mal hat es etwas genützt und der Schiefbrand gehörte der Vergangenheit an. Ach ja, ich vergass fast: Im zweiten Drittel hat sie sich klammheimlich davon gemacht, in dem sie einfach verglimmte. Das erneute Anzünden war kein Problem.

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Im letzten Drittel durfte ich sie erneut degasieren, weil der schon zuvor aufgefallene bittere und bissige Geschmack meine Laune strapazieren liess. Das Degasieren vollbrachte ihr Gutes und dieser unangenehme Geschmack war weg. Mittlerweile sind schon fast 100 Minuten vergangen und meine Zunge und mein Gaumen waren erfüllt von erdigem Geschmack mit leichter Süsse. Nicht unangenehm, aber irgendwie war ich jetzt wie erschlagen. Die ganzen Geschmacksstoffe sind durch meine Zunge in den Blutkreislauf gelangt und ich fühlte mich wie nach einem 40km-Marathon-Lauf… ich war fertig.

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10 Minuten später verabschiedete ich mich dann von ihr, mit einem respektvollen Gruss an sie und ihre Meisterroller; Ich legte sie in den Aschenbecher und liess sie würdig verglimmen.

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Ein Genuss war es für mich dennoch: Ich spürte, wie sie kämpfte um ihre Aromen aus dem Tabak zu befreien und sie mir zu schenken. Und ich bin sicher, dass sie es nicht geschafft hat mir zu zeigen, was EIGENTLICH in ihr steckt. Für mich ist diese Cigar eindeutig etwas Grosses, welche ihre Entstehung im Februar 2011 hatte. Ich bin sicher, dass sie gerade jetzt ihre „sick period“ im Reifeprozess durchlebt. Deshalb lasse ich mein 10er Kistchen unangetastet noch mehrere Jahre reifen. Ich freue mich darauf, wenn ich in vier oder fünf Jahren die nächste Fine & Rare Torpedo anzünde um zu erleben, welche Aromen und Geschmäcker sie mir dann schenken wird. Meine Einschätzung: Eine grosse Cigar mit erheblichem Potenzial. Sie braucht jetzt bloss noch ihre geduldige Reifung.

Ach ja, da ist noch eine Sache: Diese Zigarre ist ausverkauft.

Vasilij-Hut-01-150x150Have a good Smoke, Vasilij

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