5 Antworten über die Lage auf Cuba

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In diesem Beitrag 5 Antworten über die Lage auf Cuba habe ich mit zwei Cuba-Kennern gesprochen. Beide waren im Dezember 2020 auf Cuba. Einer von ihnen ist Mark Kuster. Er ist Gründer des Kinderhilfswerks Camaquito auf Cuba (hier ein Interview mit ihm: Die erstaunliche Gabe des Mark Kuster). Mark war kurz vor dem Covid-19 Lockdown im März 2020 in die Schweiz gereist. Dies war eine planmässige Reise. Allerdings war sein Aufenthalt von 10 Monaten nicht plangemäss. Er wohnt auf Cuba und konnte 10 Monate nicht zurück. Endlich ist er wieder bei seiner Familie.

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Mark Kuster

Der andere Cuba Kenner ist Tony Hoevenaars. Er ist seit März 2020 der Direktor der Intertabak AG in der Schweiz (hier ein Interview mit ihm: Neuer Chef und was er ändern will). Er war zwei Wochen auf Cuba und konnte endlich seine Frau wiedersehen.

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Foto: Tony Hoevenaars, links.

Fotos: Mark Kuster, sofern nicht anders vermerkt. Vielen Dank!

Mit welcher Fluglinie bist du geflogen und wie war dein erster Eindruck als du auf Cuba eingetroffen bist?

Mark: Normalerweise fliege ich mit unserem langjährigen Partner, der Edelweiss Air nach Kuba. Aus terminlichen Gründen bin ich aber mit der Condor nach Varadero geflogen. Die Abfertigung am Flughafen von Varadero ging sehr schnell, auch der 1. COVID-19 Test. Alles war sehr professionell organisiert. Ich muss erwähnen, dass zu diesen Zeitpunkt auch nur die Condor in Varadero gelandet ist und deshalb sich nur diese Passagiere am Flughafen aufhielten. Die Maschine war aber bis auf den letzten Platz voll besetzt.

Danach fuhr ich mit einem Taxi zum Hotel, wo ich 7 Tage verbracht habe. Dies aus dem Grund, weil nach fünf Tagen ein zweiter Test gemacht werden muss und ich dann noch das Ergebnis abwarten wollte, bevor ich mich unter «die Bevölkerung» mischte. Danach bin ich weiter nach Camagüey gereist, hatte dort einen Kontakt mit meinem Projektpartnern und bin dann am Folgetag nach Santiago de Cuba weiter gefahren, um nach 10 Monaten wieder meine Familie in die Arme zu nehmen. Überall herrscht Maskenpflicht und diese wird auch sehr diszipliniert umgesetzt.

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Tony: Ich bin mit CONDOR geflogen. Direktflug von Frankfurt nach Varadero. Am Flughafen war alles sehr gut organisiert, das muss ich wirklich sagen. Die Passagiere durften das Flugzeug sozusagen Schritt um Schritt verlassen. Im Flughafen war eine Test-Strasse eingerichtet. Dort wurde man einem Covid-19 Test unterzogen und die Personalien wurden aufgenommen.

Die Touristen durften direkt in die Hotels fahren. Cubanische Staatsbürger und Personen mit Familienvisum (wie ich) mussten 5 Tage in Quarantäne an ihrem Domizil. Ich wurde während dieser Zeit mehrmals zu Hause besucht und man hat Fieber gemessen. Einen weiteren Test musste ich nicht machen, weil ich den Test zuvor schon in der Schweiz gemacht hatte. Er war negativ. Auch der auf Cuba fiel negativ auf. Danach war man sozusagen frei.

Welchen Eindruck hast du von den Menschen wenn du die Situation vor Covid-19 vergleichst?

Mark: Auf den ersten Blick ist der kubanischen Lebensfreude (oder Überlebenskunst) nichts abgekommen. Es ist eindrücklich, wie die Leute ihren Humor und Gelassenheit immer noch mit sich tragen. Natürlich ist der persönliche Kontakt (Umarmung, Begrüssungskuss) wegen den Abstandsregeln vielmals zur Zeit nicht so, wie vor COVID-19. Wenn man dann aber mit den Leuten ins Gespräch kommt, ist schnell die schwierige wirtschaftliche Lage zu erkennen. Und auch die grosse Ungewissheit was die Währungsreform im Jahr 2021 mit sich bringen wird.

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Tony: Ich war in Ciego de Avila, Zentralcuba. Dort haben meine Frau (sie ist Kubanerin) und ich ein Haus. Wir sind nach meiner Quarantäne nach Havanna gefahren. Es ist überall Maskenpflicht, auch draussen auf den Strassen.

Wie ist die Versorgungslage für die Menschen derzeit? Sie war vor Covid-19 ja auch nicht rosig.

Mark: Ich persönlich habe sie seit ich in Kuba lebe (2003) noch nie so prekär angetroffen. Auch wenn man Geld hat, ist vieles nicht zu kaufen oder zu Preisen, wie bei uns in der Schweiz. Bei uns bei der Migros, Coop, Volg etc. einzukaufen ist ein absolutes Privileg. 

In den Hotels (wie z.B. in Varadero, wo ich zuerst in «Quarantäne» war) ist fast nichts zu merken. Dort fühlt man sich gut und man hat genug zum Essen.

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Tony: Die Menschen stehen noch weit mehr in Schlangen um sich zu versorgen. Das ist noch viel schlimmer als es vor Covid-19 war. Alles ist viel teurer geworden. Was früher schon nicht zum Leben gereicht hat, ist jetzt noch prekärer geworden. Die Lage wird zwar langsam besser, aber natürlich ist es speziell jetzt nicht so schön. Irgendwann im Jahr 2021 wird der CUC abgeschafft und die Menschen können noch mit der kubanischen Währung bezahlen, oder mit USD oder EUR.

Gibt es etwas, damit man helfen kann und wie kann man helfen?

Mark: Jeder Franken / EURO der nach Kuba kommt (oder zu Camaquito) ist eine Hilfe. Wir werden zur Zeit unsere Projekte so ausrichten, dass wir bei diversen Aktivitäten vermehrt auch kleinere Verpflegungen offerieren, um so den Kindern etwas zusätzliches zu geben. Am liebsten möchten die einzelnen Haushalte über Devisen verfügen, mit diesen sie in den MLC-Geschäften (Fremdwährungs-Läden) einkaufen können. Viele Produkte sind nur noch dort erhältlich und nicht mehr in einheimischer Währung. Auch langes Anstehen vor den Dollar-Läden nehmen die Leute in Kauf, sie müssen es, es geht nicht anders.

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Tony: Man kann Geld auf Bankkonten überweisen an private Kontakte. Die Bank, die das Geld überweist, kontrolliert den Zweck. Solange es sich um Familien oder Freunde handelt und solange es sich um private Unterstützung handelt, kommt das Geld in wenigen Tagen auf Cuba an.

Betrifft die Zigarrenindustrie. Wie ist der Stand der Dinge über die Menge des Rohtabaks? Wie wird in den Fabriken derzeit produziert?

Tony: Die Zigarrenproduktion läuft derzeit wieder normal. Während des Lockdowns von etwa Mitte März bis Juni war die Produktion bei etwa 60%-70%. Das hat sich mittlerweile wieder normalisiert. Es sind wieder genügend Zigarren für den Verkauf vorhanden. Das Problem ist allerdings der Import von den Verpackungen, dem Papier für die Vistas und die Anillas (Zigarrenringen). Dieses Material wird aus verschiedenen Ländern importiert und war während Monaten Mangelware. Jetzt laufen die Importe wieder langsam an und die Zigarren können nach und nach wieder verpackt und verschifft werden.

Herzlichen Dank für euere Zeit, um uns die Eindrücke zu schildern. Bitte bleibt gesund!

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Das war: 5 Antworten über die Lage auf Cuba

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