Liebe Zigarren.Zone Freunde, ich hab’s getan. Ich habe heute zum ersten Mal eine gefrorene Zigarre verkostet. Es war eine Davidoff Escurio Petit Robusto. Was es damit auf sich hat und wie sie mir schmeckte, erfährst du in diesem Beitrag.

Fotos: Mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt und von Zigarren.Zone (gefrorene Zigarre).

Vasilij Ratej

Herausgeber, Zigarren.Zone

Gefrorene Zigarre rauchen – warum denn?

Irgendwann las ich in einem Zigarrenforum, dass jemand eine gefrorene Zigarre geraucht hat. Er war so begeistert, dass ihm Dutzende nacheiferten. Schon kam spasseshalber die Meinung auf, dass man gar keinen Humidor mehr brauche und die Zigarren gleich nach dem Kauf in die Gefriertruhe stecken könne. Alle Probleme sollen damit gelöst sein: Keine Tabakkäfer mehr, keine Feuchtigkeitsprobleme mehr. Dass sich dabei die Zigarre jedoch nicht mehr weiterentwickeln kann (was bei kubanischen Zigarren nun mal extrem wichtig ist), hat keiner so richtig geschnallt. Bis sich ein wissenschaftlicher Manager eines bedeutenden Deutschen Zigarrenherstellers zu Wort meldete und diesen Umstand mit seinem Fachwissen berichtigte.

Irgendwann, so wusste ich, werde ich es auch mal probieren und meine Erfahrungen damit sammeln. Das Objekt des Experiments war eine Davidoff Escurio Petit Robusto. Ich liess sie etwa einen Monat im Gefrierschrank.

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Aus Angst, dass das Deckblatt beim Anschneiden platzen könnte, habe ich die Zigarre schon vor dem Frosten angeschnitten. Nach der Entnahme aus dem Gefrierschrank und dem Gefrierbeutel schon der erste Schreck: Nach einigen Sekunden wurde die Zigarre sehr unappetitlich „klebrig“ zwischen den Fingern. Ich zündete sie sogleich an und die Flammenannahme gelang wie bei jeder anderen Zigarre – vielleicht sogar ein Tick schneller.

Das Foto unten zeigt die gefrorene Zigarre nach dem Anzünden.

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Der Rauch des ersten Zuges war kühl. Diese Kühle war jedoch schon nach wenigen weiteren Sekunden verflogen. Die Zigarren schmeckte mir von Anfang an recht bitter. Dies steigerte sich bis zum Schluss (auch retronasal). Grasige Noten vermischten sich mit der Bitterkeit. Angenehme Holzaromen waren nur zu Beginn dominant vorhanden und nahmen im Verlauf des Smokes rasant ab.

Fazit

Ein für mich interessantes Experiment. Ich brauche eine Wiederholung jedoch nicht. Ich kann keinen Nutzen darin erkennen, eine tiefgefrorene Zigarre zu verkosten. Die Haptik (das Befühlen der Zigarre) finde ich Scheisse, vor allem die ersten paar Minuten, als sie so „klebrig“ war. Etwas später, als die Zigarre aufgetaut war, fühlte sie sich trocken an. Ich liebe es, eine gut konditionierte Zigarre in meinen Fingern zu halten und das samtige Deckblatt fühlen zu können.

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