Stress? 6 Tipps um mit der Zigarre die Hektik zu verbannen

Tipp # 1: Niemals unter Zeitdruck rauchen. Das erhöht den Stress bloss. Warum? Du wirst den Genuss kaum erleben. Das frustriert dich, weil du ja eine Entspannung gesucht hast. Aber genau das Gegenteil könnte passieren: Das Gesuchte hast du nicht gefunden und du könntest dich danach noch gestresster fühlen als zu Beginn. Eines ist jedoch sicher: Du wirst danach nicht glücklicher sein, als zuvor. Deshalb bitte niemals unter Zeitdruck eine Zigarre verkosten. Ich habe das schon mehrmals erlebt, glaube mir. Deshalb verkoste ich eine Zigarre immer dann, wenn ich wirklich genug Zeit habe. Ich wähle mir das geeignete Format aus, für die Zeit, die mir zur Verfügung steht.

Tipp # 2: Niemals rauchen, falls du wie verkrampft den „Aroma-Kick“ suchst. Deine letzte Zigarre war einfach der Hammer? Ja, das ist ein tolles Erlebnis, nicht wahr? Und ein solches Genuss-Erlebnis will man natürlich so oft wie möglich erleben (am besten jedes Mal). Nun, eine Zigarre ist ein Naturprodukt und kann deshalb nie exakt gleich schmecken. Es kommt auch auf deine Tagesform an und was du gerade gegessen hast. Ich habe das schon mehrmals erlebt: Ich habe „verkrampft“ den „Aroma-Kick“ gesucht und kam dabei irgendwie in Hektik. Anschneiden, Anzünden, die ersten Züge paffen, mmmmmhhh… äh, hallo, wo bleibt das Aroma wie beim letzten Mal? Verflucht noch mal…Vergiss es, das funktioniert nicht. Lass die Zigarre „zu dir kommen“ wie ich immer sage. Das heisst: Nicht ich gebe der Zigarre vor, wie sie zu schmecken hat, sondern sie schmeckt wie ich sie gerade wahrnehme. Ich lasse mich einfach auf sie ein.

Tipp # 3: Bewusstes Betrachten der Zigarre. Mit der Zeit kann es vorkommen, dass man sich eine Zigarre aus dem Humidor krallt und sie gar nicht mehr bewusst betrachtet. Und wieder verfällt man dem alten Trott: Hinsetzen, anschneiden, anzünden, rauchen. Nein, nein, nein. Ich will das nicht mehr! Diese Zigarre hat das einfach nicht verdient! Es sind ja immerhin über 150 einzelne Schritte – von Hand gefertigt – bis diese Zigarre in deinem Humidor zu liegen kommt. Da gehört es sich einfach inne zu halten und das Produkt bewusst zu betrachten: Siehst du die Pigmente in Deckblat? Und die div. dickeren und dünneren Blattadern? Und schau mal hier, ein Fermentationsfleck. Wow, und die Anilla: Diese Farben sind ja grässlich – oder ganz fantastisch. Und hast du das gesehen: Ein Tabakkäfer tanzt auf dem Deckblatt. Nein, ein Scherz – HARRHARR. Betrachte die Zigarre doch einmal wieder ganz bewusst, bevor du sie anschneidest und anzündest. Schon diese 1-2 Minuten helfen beim Entschleunigen.

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Tipp # 4: Bewusstes Aussuchen des Getränks. Ich gehe einen Schritt weiter und suche mir mein Getränk bewusst aus – nicht nur „husch-husch“. Soll es ein Whisky sein oder ein Rum? Oder lieber ein gesüsster Espresso? Lieber eine Cola oder einfach bloss Wasser? Protwein ist auch nicht schlecht. Dann schaue ich mir die Flaschen an. Ja, auch hier betrachte ich sie ganz bewusst. Die Flaschen haben ja oftmals eine ganz tolle Form und auch die Etiketten sind oftmals sehr kunstvoll gestaltet. Eingiessen, daran schnuppern, den Sinneseindruck geniessen – fertig. Merkst du, wie du schon etwas „runter gekommen“ bist?

Tipp # 5: Das Ritual des Anzündens bewusst beobachten. Anschneiden, den Kaltzug langsam und bewusst wahrnehmen, die Zigarre erneut betrachten. Und jetzt: Anzünden. Langsam und behutsam und bitte ohne Hektik. Beobachten, wie sich die Glut ausbreitet, wie der Rauch emporsteigt, wie es duftet – herrlich! Den Finger verbrannt? Egal – wir Zigarrengeniesser machen sich nichts draus – HARRHARR.

Tipp # 6: Den Genuss der Zigarre und des Getränks bewusst erleben. Zurücklehnen, am Glas oder der Tasse nippen, den ersten Zug wahrnehmen, das Aroma im Mund verweilen lassen, langsames auspusten – auch retronasal, klar. Schmeckst du wie subtil das Salz nach Aufmerksamkeit ringt? Oder der süsse Unterton herbaler Geschmacksrichtung auf deiner Zunge tanzt? Erlebst du, wie sich der Geschmack des Getränks auf den Geschmack der Zigarre auswirkt? Schau mal, wie das Deckblat verglimmt und wie die Asche aussieht. Schiefbrand? Lass der Zigarre Zeit, um ihn selbst zu korrigieren (das Drehen in die Horizontale mit dem Schiefbrand nach unten hilft oft). Der Schiefbrand wird grösser? Betrachte die Flamme, wie sie den Schiefbrand beseitigt und achte auch das Verglimmen des Deckblattes: Hier verglimmt es sofort und hier nicht, das zähe Miststück 😉 Meistens höre ich Musik zur Zigarre: Club Lounge oder Club Jazz, oft auch etwas karibisches oder kubanisches – Apple Music sei Dank (aber auch andere Dienste haben solche Filter-Funktionen). Den Gedanken einfach mal freien Lauf lassen, ohne Hektik. Langsames, bewusstes Paffen und Geniessen. Langsames Denken, am besten in Lösungen anstatt in Problemen. Oder einfach mal auch die Trauer, die Wut oder die Freude in sich zulassen. Alles ist erlaubt – ausser Hektik nicht.

Ich wünsche dir viel Entschleunigung und HAVE A GOOD SMOKE, Vasilij Ratej 🙂

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Vasilij Ratej, Zigarren.Zone

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Entschleunigung hilft