Liebe Zigarren.Zone Freunde, heute ist im legendären Zigarren.Zone Interview ihre erlauchte Majestät Prince Kevin I zu Gast. Man möge denken, Seine Majestät habe einen an der Klatsche und erzählt bloss Mist. Weit gefehlt. Dahinter verbirgt sich ein intelligenter und ambitionierter junger Mann. Wer seine Videos noch nicht kennt, dem sei geraten, dies tunlichst nachzuholen. Sein YouTube Kanal ist hier.

Ja, liebe Zigarren.Zone Freunde, nehmt euch bitte eine Auszeit und geniesst dieses Interview. Am besten, wie immer, mit einer feinen Zigarre und einem schönen Getränk.

Fotos: zur Verfügung gestellt von Seiner Majestät Prince Kevin I

Vasilij Ratej

Herausgeber, Zigarren.Zone

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Sind Sie ein Prinz oder ein Hochstapler?

Weder noch. Der Name „Prince“ ist bewusst als Künstlername gewählt, um etwas Neugierde zu stiften. Sicher hätte ich auch eine Pseudonym für den Kanal wählen können, doch erschien es mir klüger und interessanter das Konzept um mich selbst herum aufzubauen. By the way ist die amerikanische Version Prince gar nicht mal so selten vertreten.

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Sind Sie bloss Show oder einfach bloss naiv?

Das Drama ist Leben, aus dem die langweiligen Stücke herausgeschnitten wurden. Alles was Sie sehen in den kleinen Filmen auf Youtube oder Facebook ist bewusst inszeniert. Das tägliche Leben kennt doch jeder, deshalb versuche ich auf andere Art zu unterhalten, was aber nichts mit Naivität zu tun hat.

Welche Vision haben Sie von sich als Marke in, sagen wir mal, 53 Jahren?

Dann wäre ich 74. Oh je wer weiß, ob ich das erreiche 😉 Meine Vorstellungen arbeiten schon jetzt. Wenn ich 74 bin, möchte ich nur noch schön zurückdenken können und mich keinen Visionen mehr hingeben müssen. Schön wäre es, wenn ich mal eine eigene Sendung im Fernsehen bekommen würde bzw. die klassische Samstagabend Show wieder zurück in der Gesellschaft etablieren könnte. Natürlich immer mit Zigarre und Drink in der Hand und im Smoking. An diesem Projekt arbeite ich im kleineren Maßstab demnächst auf Youtube. Dadurch eine gewisse Popularität zu generieren wäre ich nicht abgeneigt.

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Glauben Sie wirklich, dass Sie ein Zigarrenkenner sind und wissen, worüber Sie sprechen?

Jetzt sind es fast vier Jahre, seit ich die Zigarre für mich entdeckt habe. Ich sage ganz offen, ich bin kein Super Ass, aber ein Kenner würde ich schon sagen. In diesem Fall möchte ich eine Gegenfrage anbringen: Wie ist ein Zigarrenkenner denn definiert? Muss ich blind Honduras Zigarren von Nicaragua unterscheiden können? Es ist kein Kunststück Tankstellenware von besserer Qualität zu unterscheiden. Auch die Methoden des anzünden oder Anschneidens ändern sich nicht.

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Ist es wahr, dass in einem Ihrer Videos gesagt wird, Columbus sei 1592 auf Cuba gelandet?

😀 Ich kann mich nicht daran erinnern, diese Jahreszahl erzählt zu haben. Falls ich falsch liegen sollte, dann hatte ich mich versprochen. Das kann mal vorkommen.

Wie lange sollten kubanische Zigarren reifelagern und warum?

Wenn sie in Kisten sind ca. 2-5 Jahre nach meinem Kenntnisstand. Kuba hat wohl keine großen Ressourcen, weshalb der verwendete Kubatabak noch recht frisch ist. Deshalb sollte man kubanische Zigarren zunächst mehrere Jahre lagern.

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Machen wir ein kurzes Spiel zusammen. Es ist das bekannte Assoziations-Spiel. Ich gebe Ihnen ein Wort vor und Sie beantworten es mit einem einzigen Wort, das Ihnen spontan als erstes einfällt. Ganz ehrlich sein, ja? Bereit? 🙂

  • Kevin? – 90er
  • Marke? – Rolls Royce
  • Elternhaus? – Tradition
  • Stil? – klassisch
  • Geld? – Raffgier

In Ihren Videos werden Sie hin und wieder auch mal beschimpft. Wie gehen Sie damit um?

Das ist für mich nebensächlich. Ich nehme solche Beschimpfungen nie persönlich, denn das bringt einen ja nicht weiter. Letztendlich akzeptiere ich eben die Tatsache, dass mich nicht jeder mag, was ja auch völlig in Ordnung ist.

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Oder provozieren Sie Beschimpfungen bewusst, lachen Sie sich im Hintergrund kaputt und denken: „Was für Vollpfosten das doch alle sind und mich nicht durchschauen“?

Nein, bewusst provoziere ich keine Beschimpfungen. Das wäre doch ziemlich sinnlos mich dann darüber noch zu amüsieren. Gerade das mich nicht alle durchschauen finde ich ja so reizvoll. Nichts ist langweiliger als ein vorhersehbarer Mensch. Wobei ich feststellen muss, dass ich eigentlich sehr selten persönlich beschimpft werde. Ob die Menschen mir es auch ins Gesicht sagen würden, ist auch fraglich.

Sie mögen sich gerne gepflegt ausdrücken. Was bedeutet das für Sie – glauben Sie, dass die Deutsche Sprache verroht?

Viele Menschen sagen die deutsche Sprache wäre eine schwere Sprache und ich bin auch davon überzeugt, dass das so ist. Es ist, wie mit jeder anderen Sache die man gerne ausübt, man versucht zu perfektionieren. Kommunizieren ist für mich ein Spaß auf so vielen Ebenen. Es erlaubt mir Emotionen auszudrücken, Menschen zu beeinflussen oder einfach nur meine Kultur mit Ihnen zu teilen. Der Trend der Sprachverwahrlosung ist schon seit Jahren in vollem Gange. Teilweise kann ich es auch nachvollziehen, das Abkürzungen oder Slangs benutzt werden, manchmal auch, weil man nichts anderes gewöhnt ist. Ist erst einmal der Spaß zur Sprache entfacht, sieht man Sprache nicht nur als notwendiges Übel zur Verständigung, sondern als Chance alles in einem anderen Licht dastehen zu lassen. Vorstellen könnte ich mir, dass es mal eine Art Basissprache gibt. Eine komplett abgespeckt Variante der Jetzigen.

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Welche Zigarre und welches Begleit-Getränk hat Ihnen in letzter Zeit am besten gemundet – und wie hat es Ihnen gemundet?

Vor einigen Tagen hatte ich eine Ashton Churchill in exzellenter Verbindung mit einem Rock Hill Farms Bourbon und für die zweite Hälfte einen Rittenhouse Rye Whiskey. Der Rye Whisky mit seiner süßen Würzigkeit wird immer noch gewaltig unterschätzt. Wenn ich die Wahl zwischen einem Single Malt, Rum oder Rye habe, wäre es immer der Rye Whiskey. Diese tiefe Komplexität und die Süße setzten keinen Kontrast zur Zigarre, nein, sie geht noch einen Schritt weiter voraus mit der Zigarre.

Gibt es eine lustige oder spannende Story, die Sie mit den Zigarren.Zone Lesern gerne teilen möchten?

Wieder mal war es Samstag. – Stammtisch. Wie jeden Samstag machte ich mich leicht angeschlagen von der Nacht davor auf zu meinem Zigarrenladen des Vertrauens und kaufte etwas ein. Angekommen und zwei Kaffees und eine Zigarre später ging ich runter in die Tiefgarage, löste mein Ticket aus und ging zu meinem Auto. Schock! Eingeparkt von zwei Autos links und rechts. Nun ich bin wirklich nicht besonders füllig, aber auch ich schaffte es nicht mich da durchzuzwängen und einzusteigen. Ratlos stand ich nun da und überlegte. Der Magen knurrend, die Zeit im Nacken, wie lange das Parkticket noch anerkannt wird im Hinterkopf. Also kurzum wollte ich durch den Kofferraum einsteigen.

Schlampig wie man manchmal ist, war der Kofferraum wieder mit Allerlei bis unters Dach zugebaut. Zwei schöne Flaschen Chablis, die richtigen Gläser dazu und anderes stellte ich ein paar Schritte vom Auto entfernt hin. Nun, ich zwänge mich langsam hinten rein und bemerkte, wie ich feststecke zwischen den hinteren Kopfstützen. Mittlerweile war ich mit dem Kopf in den Fußraum der Rücksitze gesunken und sah dann die Gummizüge meiner Jacke, wie sie sich an einer Kopfstütze festhielten und mich behinderten. Es ging recht schnell, wie man dann vor Zorn zieht und der Gummi eben reißt.

Endlich auf dem Vordersitz gelandet schmiss ich den Motor an, um rauszufahren und noch durch die Schranke zu kommen. Vor lauter Aufregung vergaß ich allerdings die Weinflaschen und die Gläser hinter mir. Es klirrte und krachte und Schockstarre machte sich breit. Mein Blick in den Seitenspiegel bestätigte meinen Schrecken. Die sich stetig vergrößernde Weinlache sprach für sich. Also wieder aussteigen. Aufgelöst und noch verzweifelter sagte ich nix wie weg. Wie ein Blitz um die Kurven gefegt stand ich an der Schranke für den letzten Akt. Aber auch das sollte nichts werden.

Das Ticket war weg. Dieser Moment, wenn man vor Zorn ins Lenkrad beißen könnte, überkam mich. Das muss auf dem Rücksitz rausgefallen sein aus der Tasche, dachte ich. Wie immer alles dunkel im Parkhaus und ich wühle von vorne aus hilflos mit den Armen hinten rum. Das erste Auto kam und war hinter mir. Noch nervöser suchte ich verzweifelt irgendwas papierartiges zu greifen. Im Rückspiegel sah ich die rollenden Augen des Hintermanns. Das zweite Auto kam und das Gehupe nahm seinen Lauf. Mit einem Blutdruck von 200 sah ich dann verzweifelt an mir herunter und siehe da: Das Ticket war mir oben in die Jacke reingefallen. Jetzt aber nicht mehr gültig… Einer der Wächter ließ mich dann nach weiteren ewig vorkommenden Minuten endlich passieren.

Welchen Rat möchten Sie den Zigarren.Zone Lesern hinsichtlich Zigarren geben?

Der Luxus an einer Zigarre ist nicht der Preis, sondern die Zeit die man mit ihr verbringt. Lehnen Sie sich zurück, hüllen Sie sich in eine Wolke aus Rauch und genießen Sie den Moment. Diese Momente haben Ähnlichkeit zur Meditation. Dabei kommen einem auch die besten Ideen 😉

Auf einer Skala von 0 (totale Scheisse) und 4 (Zigarren.Zone hat’s voll drauf): Wie werten Sie die Fragen in diesem Interview?

3 Ist mal etwas anderes als die Standardfragen.

Hinweis der Redaktion: MIST! Ich war fest davon überzeugt, die Punktzahl 4 zu bekommen, vielleicht sogar eine 7 (obwohl das nicht auf der Skala lag). Ich muss mich mehr anstrengen… :/

Prince Kevin I, herzlichen Dank für Ihre wertvolle Zeit, das schätzen die Zigarren.Zone LeserInnen sehr 🙂

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