Sponsor des Beitrags

  • Facebook
  • Twitter
Liebe ZigarrenZone-Freunde, heute präsentiere ich euch das Paradiso Revelation Leviathan Mehrfach Tasting. Ich gebe es zu: Als ich am 13.02.2014 das erste Mal eine Paradiso verkostet habe, schrieb ich zur Anilla folgendes: „Die Anilla wirkt auf mich billig“. Weiss der Geier, wie ich auf diesen Eindruck kam… Heute finde ich die Anilla krass-cool 😂  Kommen wir jetzt zu dieser Paradiso, der „Revelation“ (ja, also nicht REVOLUTION). „Revelation“ bedeutet „Offenbarung“. Ob diese Zigarre wirklich eine Offenbarung ist (zumindest für mich) soll dieses Mehrfach-Tasting klären. Der Name ist übrigens interessant: In den USA heisst die „Paradiso“ so: San Cristobal. Aber ausserhalb der USA darf dieser Name aus markenrechtlichen Gründen nicht verwendet werden.

Herzlichen Dank an Manuel Fröhlich von Manuel’s / Premium-Shop für die zwei Exemplare. Hier geht’s zur Zigarre in den Onlineshop von Manuel Fröhlich.

HAVE A GOOD SMOKE 😁

Vasilij Ratej Herausgeber, Zigarren.Zone

 

  • Facebook
  • Twitter

Fakten

  • Name der Zigarre: Paradiso Revelation Leviathan
  • Herkunftsland: Nicaragua
  • Hersteller: Ashton (Kooperation zwischen Robert Levin und Don Pepin)
  • Tabak: 
    • Einlage: Nicaragua
    • Umblatt: Nicaragua
    • Deckblatt: Ecuador
  • Form: Parejo
  • Mehrfach Tastings: 29.07.17 / 31.07.17
  • Anzahl Zigarren, die verkostet wurden: 2
  • Boxdate: Unbekannt
  • Empfohlene Mindestreifezeit: Sofort zum Verkosten geeignet. Ich empfehle eine Akklimatisierung von etwa 4 Wochen nach dem Kauf
  • Deckblatt Farbe: Colorado (Zigarrenfarben erkennen)
  • Verpackung: Im Cellophan
  • Grösse: 165 mm, Ring 64 (25.4 mm)
  • Format: Gigante
  • Preis: Stand Juli 2047
    • CHF 60.- im 5er Etui
    • CHF 288.- in 24er Kistchen
  • Bezugsquelle ⇒ Hier geht’s zur Zigarre in den Onlineshop von Manuel Fröhlich

 

  • Facebook
  • Twitter

 

Übrigens: Die %-Wertungen pro Kategorie findest du ganz unten des Beitrags.

 

Wie ich diese Zigarre erlebte

Das Colorado Deckblatt ist perfekt verarbeitet und feinadrig. Schon das Aussehen des Deckblattes gefällt mir sehr gut. Ja, und jetzt kommen wir zur Anilla. Wie oben bereits erwähnt hat sie mir im Jahr 2014 überhaupt nicht gefallen. Jetzt, etwas mehr als drei Jahre später finde ich die Anilla sehr schön 🙂 Die Anilla ist peprägt und ist aufwendig mit Ornamenten und Symbolen gestaltet. Die zweite Anilla mit dem Wort „Revelation“ passt perfekt zur grossen Anilla: Der Stil und die Farben sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Sogar die rosarote Blüte dekoriert beide Anillas – ich glaube es ist eine Lilie?

Der Kaltduft wirkt irgendwie „erfrischend“ auf mich, aber ich kann es nicht näher erklären. Der Kaltzug ist sanft pfeffrig. Das Anzünden gelingt problemlos. Man braucht nur etwas mehr Geduld, weil die Zigarre mit dem Ringmass 64 (25.4 mm Durchmesser) ein rechtes Kaliber ist.

  • Facebook
  • Twitter

Die Zigarre startet etwas pfeffrig. Eine angenehme leichte Säure vermischt sich in den „Pfeffer“ – und auch sehr wenig Süsse ist spürbar. In den ersten etwa 5 Minuten gibt es ein Problemchen: Man muss kräftig hintereinander ziehen, damit sie glimmt und der Rauch den Gaumen erreicht. Das ist etwas gefährlich, denn man kann die Zigarre ruinieren, wenn man dies über lange Strecken tut. Sie wird dann unweigerlich bitter. Nach dem mehrmals-hintereinder-Ziehen liess ich ihr etwa 30 Sekunden Zeit für die Erholung. Mehr geht allerdings nicht, denn sie verglimmte mir fast als ich länger wartete. Etwas mit Bedacht die ersten 5 Minuten ziehen und das Problem löst sich von selbst.

Sie erreichte nach etwa 5 Minuten eine gute „Betriebstemperatur“ und das Ziehen war danach problemlos. Sie glimmte hervorragend – auch über eine Minute lang liess ich sie liegen bevor ich das nächste Mal daran zog. Der Zugwiderstand ist für mich persönlich an der oberen Grenze, aber problemlos rauchbar. Ich vermute, dass ich sie etwa zwei Wochen lang bei mir etwas zu feucht lagerte. Die Feuchte erreichte etwa 74% und ich konnte in den Tagen nicht in meine Lounge fahren, um das zu regeln.

Also ist dieser Umstand ziemlich sicher nicht bei der Zigarre zu suchen, sondern bei meiner etwas zu feuchten Lagerung.

 

  • Facebook
  • Twitter

Die Asche fällt unvermittelt in ruhendem Zustand (die Zigarre lag auf der Ablage des Aschenbechers) nach etwa zwei Zentimetern ab. Der Abbrand ist etwas wellig und auftretender Schiefbrand korrigierte sich in der ersten Hälfte von selbst. Das Geschmacksspektrum in der ersten Hälfte kann ich so beschreiben: Etwas Pfeffer und Zartbitter, vermischt mit einer sanften angenehmen Säure. Retronasal kommt sogar etwas wenig Süsse hinzu, was die Balance in der ersten Hälfte sehr angenehm macht. Bisher ist sie nicht stark. Etwas adstringierend ist sie (der Gaumen und die Zunge werden trocken und ziehen sich zusammen). Dies hatte ich bei beiden Exemplaren. Es war nicht sehr stark ausgeprägt, aber doch wirkte es störend auf mich. Das kann daran liegen, dass meine Tagesform bei beiden Exemplaren nicht optimal war.

Nachdem die Asche ein erstes Mal gefallen ist, musste ich den Schiefbrand stets mit der Flamme korrigieren. Sie Selbstkorrektur gab’s nicht mehr. Da fällt mir gerade was ein: Warum gibt es bei Zigarren nicht eine „Auto-Schiefbrandkorrektur“, so ähnlich wie es bei den Handys und PC die Auto-Schreibkorrektur gibt? 😉

Jetzt wird’s spannend für mich: Wie entwickelt sich die Zigarre in der zweiten Hälfte? In der Tat, sie entwickelt sich. Das gefällt mir. Eine anständige Portion Süsse wird dominanter. Am Gaumen und insbesondere auf der Zunge legt sich eine angenehme, nicht zu aufdringliche Süsse nieder. Diese Nuancen zwischen leichtem Pfeffer (der weniger wurde), dem Zartbitter (das etwas zunahm) und der stärkeren Süsse ist eine herrliche Balance. Die Zigarre ist nach wie vor leicht und wird nur etwas stärker (Nikotin). Adstringierend wirkt sie jetzt weniger auf mich. Die Asche bleibt brüchig. Retronasal dominieren jetzt die Pfeffernoten vermischt mit stärkerem Zartbitter.

Mein Lagerungsfehler zeigte sich als die Zigarre am Finale ankam: Das Deckblatt platzte auf. Dadurch, dass ich die Zigarren etwa zwei Wochen zu feucht lagerte, ist der Tabak aufgequollen. Durch das Glimmen dehnt sich der Tabak noch mehr aus und – PENG – Deckblatt aufgeplatzt. Bei beiden Exemplaren. Ich hatte Glück, dass mir das nicht schon vorher passiert ist. Die Zigarre hat gekämpft, bis sie den Kampf verlor. Ich finde, das ist ein hohes Qualitätsmerkmal 🙂

Diese Balance zwischen Gaumen-Zunge-retronasal ist ein schönes Erlebnis. Ein schöner Smoke, der über zwei Stunden dauerte.

 

Foto unten: Die Zigarre ruht auf dem Whisky Glas von Winston Churchill, mit Zigarrenablage

  • Facebook
  • Twitter

 

Fazit

Ein Grosskaliber, leicht im Nikotingehalt und viel an einer sehr schönen Balance. Der spätere Schiefbrand muss mit der Flamme korrigiert werden. Das schwere Glimmen in den ersten etwa fünf Minuten hat das Gesamtbild etwas getrübt, aber ich glaube das lag an meiner etwas zu feuchten Lagerung (siehe oben). Das ist ein entspannter über zweistündiger Smoke. Die Kombination mit dem retronalsalen Genuss ist etwas, das ich bei keiner Zigarre mehr missen möchte.

 

Hinweis zum Mehrfach Tasting

Eine Zigarre anhand eines Exemplars zu bewerten, ist kaum aussagekräftig. Die Zigarren entwickeln sich bei der Lagerung weiter (besonders wichtig bei kubanischen Zigarren). Im „Mehrfach Tasting“ wird eine Zigarrenserie über Monate oder Jahre verkostet. Das ergibt ein faires Bild der Zigarrenlinie.

Buch-Tipp: Eine illustrierte Enzyklopädie der postrevolutionären Havanna-Cigarren. Der Link führt dich zu Amazon. Falls du das Buch kaufst, bekommt Zigarren.Zone eine kleine Werbe-Provision, vielen Dank 🙂

 

Danke an Manuel Fröhlich für die beiden Exemplare ❤️