Nordlicht Limitada 2018 unter der Faszination des Nordlichts entdeckt

Es gibt zwei Dinge, die mich faszinieren: Zigarren und Nordlichter. Ich habe die Zigarre „Nordlicht Limitada 2018“ unter der Faszination des Nordlichts entdeckt. Die TORO (15.24 cm Länge, Durchmesser 2.06 cm = Ring 52) kostet EUR 9.90 p/Stk. und ist einzeln oder in der 20er Kiste in Deutschland erhältlich (Stand Oktober 2018).

Die Zigarre ist eine PURO aus Nicaragua. Eine Zigarre also, die komplett aus Nicaragua stammt: Der Tabak und das Rollen der Zigarre. Alle Tabakanteile sind bereits 4 Jahre reifegelagert. Die verwendeten Tabake stammen von einem kleinen Tabakbauern in Esteli, der bereits in 3. Generation anbaut und fermentiert. Bislang ist die Nordlicht Limitada die einzige Zigarre europaweit, in denen diese Tabake Verwendung finden. Die Zigarren wurden bereits im Januar 2018 gerollt, seit Mitte Juli 2018 im Verkauf erhältlich und sind nach dem Kauf sofort zum Verkosten geeignet. Ich empfehle dennoch eine Akklimatisierung von mindestens 1 Woche mit Cellophan im heimischen Humidor.

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Die Zigarre sieht wunderschön aus und duftet herrlich! Was das optische Erscheinungsbild der Zigarre abwertet sind die „billig“ anmutenden zwei Anillas. Die Idee mit dem Nordlicht finde ich sehr originell. Allerdings ist das Papier auf Hochglanz „poliert“. Das alles wirkt auf mich nicht so toll und ich würde sie in der Tat beim Händler gar nicht erst kaufen. Nur wegen der Anilla? Ja, so ein gemeiner Kerl bin ich eben… Auf dem Foto unten sieht das gar nicht so schlimm aus, ich weiss. Aber LIVE… nein, da muss nachgebessert werden.

Sascha Prieser, der Gründer des „Nordlicht Zigarren Club“ auf FB, sagte mir: „Die Anilla ist noch vor dem Logo entstanden. Die Limitada 2019 wird eine ganz andere Anilla haben.“ 

Wie haben mir 3 Exemplare geschmeckt?

Die erste Hälfte

Sie legt gleicht los mit einer guten Portion Stärke: 3/5. PENG! Hoppla! Beim ersten Exemplar machte ich den Fehler, dass ich sie draussen rauchte. Es war windstill. Aber ich habe sie zu heiss angezündet, weil ich beim hellen Licht nicht genau sah, wie die Glutannahme erfolgte. Da schmeckte sie mir zu Beginn recht bitter und unangenehm. 

Das ist kein Fehler der Zigarre, sondern zeigt, dass das Anzünden der Zigarre korrekt erfolgen muss.

Ich werde mich hüten in Zukunft Zigarren draussen bei hellem Licht anzuzünden und zu denken, dass die Flamme näher zum Zigarrenfuss geführt werden muss. Deshalb liess ich die Zigarre etwas in Ruhe und ich zündete sie nach einigen Minuten erneut vorsichtig an. Dennoch war der erste Geschmacksschub auf meiner Zunge und ich hatte nichts dabei, um die Zunge zu neutralisieren (z.B. Weissbrot).

Daher war ich super froh, dass ich noch zwei weitere Exemplare hatte: Starker zartbitterer Geschmack vermischt mit einer super coolen Portion „Umami“ und etwas Süsse – tolle Balance! „Umami“ beschreibt die Vermischung aller Geschmacksnuancen, die man in der Mitte der Zunge vorfindet. Das hat nichts mit einer besonderen Tabaksorte zu tun, falls man dir das vielleicht mal weis machen möchte bei anderen Marken.

Die Asche ist stabil. Meine Empfehlung: Nach etwa 2 cm die Asche abstreifen. Ich liess sie länger dran und – WUSCH! – ist sie mir auf das schwarze Hemd gefallen. Herrlich – an dieser Stelle war mein Hemd jetzt wunderbar grau – sensationell. Du hast es sicherlich bemerkt? Der letzte Satz war sarkastisch gemeint 😉

Retronasal hat sie eine angenehme Würze und sanfte Röstaromen nach Espressobohnen und glimmendem Holz. Herrlich, einfach herrlich.

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Was ist „retronasal“?

Retronasaler Zigarrengenuss steigert den Geschmack. Was das ist und, warum es funktioniert und wie man das macht liest du bitte in der Onlineausgabe vom GenussBrief.

Ich habe dazu einen starken, schwarzen Espresso genossen (NICHT retronasal) – eine wirklich herrliche Kombination. Die Bitter-Nuancen untermalen den Zigarrengeschmack und intensiviert ihn. Ich bin total begeistert.

Die zweite Hälfte

Ich mag Zigarren, die sich entwickeln. Die Nordlicht Limitada 2018 ist eine davon. Die Balance wird intensiver. Zartbitter bekommt noch einen kräftigen Schub nach oben, die Süsse ist noch da und im Hintergrund, Umami (Geschmack von der Mitte der Zunge) wird ebenfalls intensiver. Und retronasal? Immer noch zartbitter und jetzt mischt sich eine angenehme Säure hinzu, die ich vorher nicht wahrgenommen habe / Röstaromen nach dunklen und starken Espresso Bohnen und Holz das fast am verglimmen ist (so ein „typischer“ Duft… du kennst das vermutlich).

Gegen Schluss der zweiten Hälfte und kurz vor der unteren Anlilla hatten alle drei das selbe Problem: Das Glimmen war schwierig. Sie verglimmte recht schnell. Nach dem wieder Anzünden glimmte sie zwar und qualmte normal, aber es kam nicht mehr so viel Geschmack rüber. Ich musste mehrmals vorsichtig daran ziehen, aber dann kamen mir zu viele Bitternoten rüber, die mir etwas unangenehm waren. Also korrigierte ich mein Rauchverhalten dahingehend, dass ich sie kürzer ruhen liess und demnach in kürzeren Abständen langsam an der Zigarre zog. Das hat geholfen und das „Geschmacksverhalten“ und das „Glimmverhalten“ war wieder gut.

Die Stärke steigerte sich im Verlauf der zweiten Hälfte auf 3-4/5.

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Die Hintergründe der Nordlicht Limitada 2018 sind interessant und spannend. Lassen wir Sascha Prieser zu Wort kommen:

Die Idee der Nordlicht Zigarre ist noch recht jung. Zunächst hat sie ihren Ursprung im Nordlicht Zigarren Club, der bereits seit 6 Jahren auf Facebook existiert. (Anm.d.Red.: Auf FB in der Gruppe steht 12.07.2014).

Nach der InterTabac 2017, habe ich angefangen über Mitgliederumfragen dem Geschmack der deutschen Aficionados auf den Grund zu gehen. Mein Antrieb war es, im Rahmen von Clubabenden die passenden Zigarren anbieten zu können. Und da es sich beim Thema Zigarren, wie auch bei vielen anderen Dingen, um individuelle Vorlieben handelt, war mir schnell klar, dass ich nicht von meinem Geschmack auf den der Mitglieder schließen kann. Ich erfragte also zunächst, welches Anbauland am beliebtesten ist.

Nicaragua und die Dom. Rep. waren da die absoluten Spitzenreiter, wobei Nicaragua die Nase noch ein Stück weiter vorne hatte. Anschließen wollte ich gerne wissen wie stark eine Zigarre sein darf, in welchem Format sie am liebsten geraucht wird und welche unterschiedlichen Aromen im Rauch der Zigarre gerne genossen werden. Selbstverständlich gab es viele Meinungen zu den einzelnen Fragestellungen, wobei die stärksten Ausprägungen wie folgt ausfielen:

  • mittlerer bis voller Körper
  • Formatgröße Robusto, besser noch Toro
  • Aromenausprägung von Kaffee zu Schokolade, hin zu Nuss und Röstaromen mit einer schönen Untermalung von Creme
  • als Deckblattfarbe wurde Maduro als bevorzugt ausgewertet

Nun stand ich da und wusste recht genau was die meisten Mitglieder gerne rauchten. Gegen Ende des letzten Jahres gelang es mir dann durch glückliche Umstände Teil der Zigarrenbranche zu werden, als ich mit Zigarrenimporteuren ins Gespräch kam und darauf als Handelsvertreter für diese tätig wurde.

Kurzerhand eröffneten sich für mich wunderbare Möglichkeiten die gewonnenen Umfragewerte nicht für bereits auf dem Markt existierende Zigarren zu verwenden, sondern einen eigenen Blend kreieren zu lassen.

Die Idee der Nordlicht Limitada 2018 war geboren!

In Zusammenarbeit mit einem Kontakt in Esteli Nicaragua begab ich mich also auf den weg eine Zigarre erstellen zu lassen, wo insgesamt 1100 Mitglieder mit ihren Meinungen berücksichtigt werden sollten.

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Soweit die Story hinter der Zigarre. Nun zur Zigarre selbst:

Nicaraguanischer Puro, Toro 6×52 20er Kisten

Deckblatt:
Habano Colorado aus Jalapa

Umblätter:
2 kreuzgelegte Umblätter, 1x Viso, 1x Seco beides aus Jalapa

Einlage:
Viso, Seco aus Jalapa, Ligero als Würze aus Esteli und Condega

Fazit

Was mir gefällt: Die Zigarre entwickelt sich im Verlauf des Smokes. Die Geschmacksnuancen werden intensiver. Sehr schöne und stark ausgeprägte Zartibitter-Nuancen, vemischt mit Säure und sehr sanfter Süsse. Retronasal herrliche Röstaromen nach starken Espresso Bohnen und glimmendem Holz. Die Balance ist hervorragend und hat mir sehr gut geschmeckt. Das Zugverhalten war von Anfang bis zum Schluss perfekt. Die Asche ist stabil. Der Abbrand ist fast sehr gut; hin und wieder gab’s etwas Schiefbrand. Meistens hat er sich von alleine korrigiert. Ab und zu musste die Flamme helfen. Ein über 1.5 stündiger und vollmundiger Smoke.

Was mir weniger gefällt: Die Anillas. Das optische Erscheinungsbild der Zigarre wird abgewertet. Diesbezüglich wird es für das Jahr 2019 eine Veränderung geben. Das Glimmverhalten im Verlauf der zweiten Hälfte wird schwierig. Sie verglimmt recht schnell und nach dem Wiederanzünden kommt wenig Geschmack im Mund an. Ich musste mein Rauchverhalten anpassen: Weniger lang liegen lassen (max. 20 Sekunden) und danach wieder langsam daran ziehen. So blieb der Geschmack erhalten.

Kaufempfehlung: Ganz klar JA! Wer kräftige Zigarren mit vollmundigem Zartbitter und Säure mag (etwas Süsse im Hintergrund), der kommt hier voll auf seine Kosten. Ich wünsche viel Genuss!

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Vasilij Ratej

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