Liebe Zigarren.Zone Freunde, es ist mir ein besonderes Vergnügen, dich auf die magische Reise in die Welt der Cavalier Of Geneva zu entführen. Es ist eine zauberhafte Reise, welche die meisten von uns noch nie erlebt haben: Wie eine neue Zigarrenmarke entstanden ist, bezw. wie sie gerade entsteht. Sébastien Decoppet ist Markeneigner der neuen Zigarrenmarke CAVALIER OF GENEVA. Lehne dich zurück, zünde dir eine feine Zigarre an, entspanne dich und geniesse dieses Zigarren.Zone Interview. Viel Genuss wünsche ich dir dabei.

Ach ja, da ist noch eine Sache: Die hier gestellten Fragen sind in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der FB Zigarren.Zone Gruppe entstanden. Ich hatte gefragt, was sie einen Markeneigner fragen möchten, der eine neue Zigarrenmarke ins Leben gerufen hat. Hier ist das Ergebnis. Vielen Dank an dieser Stelle für das rege Mitmachen, ihr seid die Besten 🙂

Bericht über die Präsentation im House Of Smoke, Basel

Vasilij Ratej

Herausgeber Zigarren.Zone, PS: Produktpräsentation im House Of Smoke Basel

Herr Decoppet, wie kam es, dass Sie eine neue Zigarrenmarke ins Leben gerufen haben, die CAVALIER OF GENEVA? 

Seit ich 18 war, habe ich verschiedene Projekte verfolgt. Ich wollte mein eigenes Unternehmen gründen. Erst als ich mit 20 die Zigarrenwelt entdeckte, wurde es mir klar, dass ich das gefunden hatte, was ich suchte. Das Produkt zum Geniessen, die Zigarre.

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Nachdem Ihre Idee geboren war, wie haben Sie es angepackt und alles in die Wege geleitet? 

Wie ein kleines Kind in einem Süssigkeitenladen besuchte ich die Tabakläden, um so viel verschiedene Zigarren als möglich zu entdecken. Obwohl ich überhaupt keine Leseratte war, habe ich mich beim Besorgen einschlägiger Literatur über das Thema Zigarre im Fachhandel überrascht, die ich dann mit grosser Leidenschaft und Spannung wiederholt gelesen habe. Sehr rasch kam dazu, dass ich die Gelegenheit hatte, mit anderen Aficionados unsere Zigarrenerfahrungen zu teilen. Dies obwohl meistens ein grosser Altersunterschied zwischen ihnen und mir bestand. Das Teilen dieser privilegierten Momente und Erfahrungen haben mehr und mehr einen wichtigen Platz in meinem Leben eingenommen und zu sehr schönen Entdeckungen geführt.

Nach drei Jahren reicher Erfahrungen, entschloss ich mich, in die zigarrenproduzierenden Länder Zentralamerikas und der Karibik zu reisen, um dort hautnah die Essenz dieses Produktes und seiner Herstellung zu erleben. Es war mir äusserst wichtig, die Menschen zu entdecken, die hinter der Fertigung jeder Zigarre, die wir so begehren, stecken. Nachdem ich den Flug nach Südamerika gebucht hatte, blieben mir zwei Monate, um die Person zu finden, die mir die Türen zu meinem Traum öffnen konnte. Knappe zwei Tage vor meiner Abreise, nach hartnäckiger Suche, hat mir Maya Selva, eine absolut fantastische Persönlichkeit, ihre Hand gereicht.

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Produktionsstätte San Judas Tadeo in Honduras

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Geräumige Fabrik

Wie lange hat es gedauert von der Idee bis zum jetzigen Produkt? 

Vom Zeitpunkt der Idee bis zur Entstehung der ersten Cavalier of Geneva Zigarre hat es grosso modo zwischen drei und vier Jahre gedauert.

Was bedeutet es für Sie, eine neue Zigarrenmarke ins Leben gerufen zu haben? 

Zuallererst bedeutet es für mich eine traumhafte und magische Reise in die Tabakwelt. Dann sind es unzählige Begegnungen mit aussergewöhnlichen Menschen und Persönlichkeiten, das Teilen von privilegierten Momenten und schliesslich die Möglichkeit Erfahrungen und Geschichten beim Rauchen einer Cavalier of Geneva auszutauschen. Zusammengefasst ist es das Teilen einer Leidenschaft, von Geschichten, neuer Geschmacke, Ästhetik, einer Vision zwischen Retro und Modernität.

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Was verbirgt sich hinter der Idee, die Marke CAVALIER OF GENEVA zu nennen? 

Vorausgeschickt sei, dass ich ein bedingungsloser Liebhaber der Ästhetik bin. Entsprechend erfolgte die Entstehung der Marke ganz natürlich, jedoch umgekehrt zum gängigen Vorgehen. Konkret hat alles mit einem Foto einer Szene aus dem Pferdesport begonnen, das mir aufgefallen war und ich dann während Monaten auf mich trug. Später habe ich in Honduras einen Künstler kennengelernt. Natürlich war er ein grosser Zigarrenaficionado! Wir wurden grosse Freunde. Ich habe ihm das Foto gezeigt. Von da an ging alles sehr schnell. Er verwandelte das Bild in eine Zeichnung. Daraus entstand das Logo der Marke Cavalier of Geneva, ein Name der logischerweise aus dem Bild folgerte.

In diesem Zusammenhang liegt es mir sehr am Herzen eine Anekdote über meinen Freund und Künstler, David Rojas, zu erwähnen, der leider viel zu früh eben kürzlich bei einem tragischen Verkehrsunfall aus seinem jungen Leben gerissen wurde. Als ich ihn wiederholt, aber ohne Erfolg fragte, was er für die Kreation des Logos verlange, hat er mir schliesslich eine Gegenfrage gestellt:

„Wirst Du meine Zeichnung wirklich als Logo für Deine Zigarrenmarke verwenden? Wenn das stimmt, werde ich Deine Cavalier of Geneva mit meiner Arbeit auf der ganzen Welt wieder finden.“ Mit dieser Antwort liess er mich verstehen, dass es für ihn genügte zu wissen, dass seine Arbeit in Form des Logos in die ganze Welt mit den Cavaliers of Geneva getragen würde.

Hinweis der Redaktion: Liebe Zigarren.Zone LeserInnen, mir hat es beim Lesen dieses Abschnittes die Haare auf meinen Armen und im Nacken hoch gestellt. Ist diese Anekdote nicht einfach ganz, ganz wundervoll?

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Zwei verwandte Seelen

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David Rojas am zeichnen des Logos

Haben Sie am Blend mitgewirkt oder haben Sie es anderen überlassen die CAVALIER OF GENEVA zu kreieren? 

Während der in den verschiedenen Manufakturen verbrachten Zeit hatte ich das Glück, eine gewisse Anzahl von Tabaken und ihre Eigenschaften kennen zu lernen. Dabei haben mich alle Mitarbeiter bei meinem Lehrgang tatkräftig, offen und grosszügig mit ihrem Wissen unterstützt. Einige der kennengelernten Tabake wurden schliesslich für die Herstellung der Cavalier of Geneva benutzt. Selbstverständlich wurde ich bei der Zusammenstellung des Blends auch von den Inhabern der Fabrik und dem Masterblender begleitet und beraten. Ihre grosse Erfahrung und Kenntnis der Tabake waren äusserst wertvoll für das Zustandekommen einer mehr als gelungenen Zigarre.

Die simple Delegation der Entwicklung einer Zigarrenmarke oder Zigarrenlinie auf Bestellung, ohne selber mitzuwirken, ist für mich undenkbar.

Welche Ziele haben Sie mit CAVALIER OF GENEVA? 

Zuerst wollen wir fortfahren, den Aficionados die bestehende Zigarren-Linie „White Series“ entdecken zu lassen. Wie bereits erwähnt, arbeiten wir auch bereits an einem neuen Konzept, um den von Aficionados aus dem Ausland vorgebrachten Wünschen einer neuen Zigarren-Linie zu erfüllen. Im bereits angefangenen Jahr wollen wir verstärkt international tägig werden und unsere Geschichte und Zigarren mit Aficionados im nahen und fernen Ausland teilen, weit weg von unserer geliebten kleinen Schweiz.

Seit wann gibt es die CAVALIER OF GENEVA zu kaufen? 

Wir haben am 1. Oktober 2015 mit der Lieferung an unsere Partner in der Schweiz begonnen.

Die CAVALIER OF GENEVA werden in Honduras gerollt, richtig? 

Genau, sie werden in Danlí, Honduras, in einer Manufaktur, die seit rund 15 Jahren besteht, handgerollt. Diese Stadt liegt zwischen der Hauptstadt Tegucigalpa und der Grenze zu Nicaragua, der bekannten Tabakregion Honduras.

Welche Philosophie haben Sie betreffend den Löhnen bei der Produktion der CAVALIER OF GENEVA in Honduras? 

Die Handarbeiter werden je nach der Komplexität der zu rollenden Zigarren entlöhnt. Unsere Zigarren haben einen hohen Endbearbeitungsgrad, was mit einer besseren Entlöhnung verbunden ist.

Ist Kinderarbeit in Honduras 100% für die CAVALIER OF GENEVA ausgeschlossen? 

Selbstverständlich ist Kinderarbeit für uns ausgeschlossen. Wir arbeiten nur mit verantwortungsbewussten Geschäftspartnern zusammen, die ich persönlich gut kenne. Ich ging täglich frei in der Manufaktur ein und aus. Alle Mitarbeiter waren ausgewiesene, erwachsene Fachkräfte. Sie haben mir das Metier auch persönlich beigebracht. Ich zähle sie zu meinen Freunden. Ferner haben wir vor Ort jemanden, der für die allgemeinen Kontrollen zuständig ist.

Wird alles in Honduras hergestellt? Also auch die Kisten und werden die Anillas im Herkunftsland angebracht oder in der Schweiz fertig konfektioniert? 

Alles wird in Honduras gemacht und gefertigt. Man kann wirklich sagen, dass es ein Produkt „made in Honduras“ ist, obwohl die gebrauchten Tabake mehrheitlich aus anderen Ländern stammen.

Warum sollte der Zigarren-Geniesser die CAVALIER OF GENEVA kaufen? 

Weil sie einfach gut sind! 😉 Spass beiseite! Ich gehe davon aus, dass ein Aficionado in der Regel gerne neue Zigarren entdecken möchte. Meiner Meinung passt jede Zigarre zu einer besonderen Gelegenheit und/oder zu einem Umstand, unabhängig davon, wer sie raucht. Man kann sie mit einem guten Wein vergleichen, der je nach Gericht oder umständehalber ausgewählt wird. Die Wahl kann auch einer persönlichen, momentanen Lust entspringen.

Die Cavalier of Geneva reihen sich als zusätzliche, ausgezeichnete Zigarren im bereits bestehenden Angebot ein. Sie bringen neue Geschmacksrichtungen, die heute schon grosse Anerkennung finden. Zusammengefasst, sollte Mann und Frau eine Cavalier of Geneva kaufen, um sich ganz einfach schöne gediegene Momente beim Rauchen einer harmonischen Zigarre zu gönnen.

Wie schmecken die Zigarren?

Jede Zigarre hat Ihren eigenen Touch. Sie teilen jedoch folgende Geschmacksrichtungen: 

Eine Symphonie, die Aromen von Unterholz, feuchter Erde, Moos und Pilzen, mit einem Touch von Geröstetem harmonisch kombiniert. Ein süss-salziges Register, dass eine sanfte Bitterkeit, eine Prise Würze und eine leichte Säure in dieser mittelstarken Zigarre vereinigt.

Hinweis der Redaktion: Liebe Zigarren.Zone Freunde. Lasst uns diese Beschreibung jetzt einfach mal auf der Zunge zergehen. Deshalb gleich nochmal:

Eine Symphonie, die Aromen von Unterholz, feuchter Erde, Moos und Pilzen, mit einem Touch von Geröstetem harmonisch kombiniert. Ein süss-salziges Register, dass eine sanfte Bitterkeit, eine Prise Würze und eine leichte Säure in dieser mittelstarken Zigarre vereinigt.

🙂 Zigarren.Zone wird Reviews über die Zigarre verfassen.

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Welche Formate gibt es? 

Es gibt aktuell drei Formate:

  • Medio (3.5 Inch x 58) = 88,89 mm / « Weil Zeit auch ein Luxus sein kann »
  • Elegantes (4.5 Inch x 52) = 114,3 mm / « Die Eleganz einer Zigarre für jeden Zeitpunkt Ihres Tages »
  • Diplomate (5.5 Inch x 56) = 139,7 mm / « Der unausweichliche Begleiter Ihrer Abende  »

Wo kann man die CAVALIER OF GENEVA kaufen? 

Zurzeit vertreiben wir sie in verschiedenen Regionen der Schweiz. Sie sind beispielsweise in Fachgeschäften, Lounges und Zigarrenclubs in Genf, Freiburg, Schaffhausen und in Basel (ab Januar) erhältlich. Wir arbeiten u.a. auch mit dem Team von Val’Cigare im Wallis für eine Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten der Fondation Nabentha zusammen. Weitere Vertriebspartner sind in Vorbereitung, wie z.B. in Montreux, Gstaad u.a.m. Eine komplementäre Strategie besteht in der Ausdehnung auf das Ausland mit einem neuen, modernen Verteilsystem.

In welchem Preissegment sind die CAVALIER OF GENEVA angesiedelt? 

Cavalier of Geneva ist eine Premium Zigarrenmarke, deren Preise zwischen CHF 14 und CHF 18.30 per Zigarre liegen. Die Cabinets enthalten 20 Zigarren und werden zwischen CHF 280 und CHF 366 angeboten.

Wie entsteht die Preiskalkulation überhaupt: Von der Tabakpflanze über die Herstellung der Zigarre und das Marketing bis zum Endverbraucher? 

Für die Preisgestaltung kommen, wie Sie es in Ihrer Frage erwähnen, etliche Faktoren zur Anwendung. Der Anbau von Tabak verlangt eine spezielle, intensive und ständige Pflege der Pflanze. Nachher muss sie fachgerecht getrocknet, fermentiert (je nachdem mehrere Male) und gealtert („aging“) werden. Diese erste Etappe beansprucht bereits mindesten zwei, drei oder mehr Jahre, je nach gesuchter Tabakqualität. Bei der Herstellung sind es wieder die ausgewählte Qualität des Tabaks , die Anzahl der verwendeten Blätter, die Zigarrenformate, die Präsentation der Ware (einfach verpackt, spezielle Cabinets), die Art der Anillas etc., die die Preisgestaltung beeinflussen. Dazu kommen noch die Versandkosten, die Zoll-, Tabak- und andere Abgaben, das Auftreten der Marke und die Vertriebskosten. Wie Sie sehen, ist die Preisgestaltung äusserst komplex und bei weitem nicht die Arbeit mit dem grössten Befriedigungspotential, wenn man Tabakliebhaber ist.

Welches Getränk empfehlen Sie zur CAVALIER OF GENEVA? 

Mir schmeckt ein guter roter Porto sehr gut dazu! Aber wie gesagt, es ist sehr persönlich. Es gibt unglaublich viele Kombinationsmöglichkeiten. Ich möchte es jedem überlassen, die verschiedenen „Mariages“ auszuprobieren.

Welche CAVALIER OF GENEVA schmeckt Ihnen am besten? 

Das ist eine schwierige Frage. Ich würde sagen, dass ich gerne den Diplomate (5.5x56) rauche, weil ich mir gerne die Zeit gönne, eine Zigarre in aller Ruhe zu geniessen. Das kann weit über eine Stunde dauern.

Welche anderen Zigarrenmarken mögen Sie auch noch? 

Davidoff war die erste Marke, die ich probiert habe. Sie bleibt eine meiner Favoriten. Hoyo de Monterrey habe ich auch normalerweise sehr gerne. Hie und da rauche ich auch gerne eine Villa Zamorano. Diese Liste könnte ich noch mit etlichen, weiteren geschätzten Zigarren verlängern!

Wenn es etwas gäbe, das Sie den Zigarren.Zone LeserInnen gerne geben würden, was wäre das? 

Ich bin der Ansicht, dass die Zigarrenwelt zu viele Regeln aufstellt. Bleiben wir beim Wesentlichen und nehmen wir uns einfach die notwendige Zeit, um eine Zigarre in aller Ruhe richtig mit Freude zu geniessen.

Sébastien Decoppart, Zigarren.Zone und ihre LeserInnen bedanken sich bei Ihnen ganz herzlich für diese tiefen und ausführlichen Antworten. Sie haben dazu beigetragen, uns in eine Welt zu entführen, die wir normalerweise nicht kennen: In die Welt, wie eine neue Zigarrenmarke entsteht. Herzlichen Dank 🙂 Wir wünschen Ihnen weiterhin sehr viel Genuss und Erfolg!

Bezugsquellen (Status April 2016)

Genf:

Nyon:

Fribourg:

Gstaad:

Crans-Montana:

Basel:

Zürich:

Schaffhausen:

Andere: Fondation Nabentha – http://fondation-nabentha.org/