“Ich sage nicht Nein zu einer kubanischen Eigenmarke”, sagt Manuel Fröhlich, Inhaber von MANUEL’S mit einem Anflug eines Lächelns. Er denkt langfristig, ist bodenständig und geht in die Tiefe mit allem, was er denkt und danach umsetzt. Manuel Fröhlich Zigarren-Fachmann, Onlineshop-Händler von premium-shops.ch, Zigarren-Autor und seit Dezember 2014 Inhaber von MANUEL’S in Zürich. Im Zigarren.Zone Interview sprechen wir über MANUEL’S und der Leser wird auf eine spannende Reise mitgenommen.

Ich sage nicht Nein zu einer kubanischen Eigenmarke
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Manuel Fröhlich kommt pünktlich zum verabredeten Zeitpunkt um 10.00 Uhr bei MANUEL’S an. Sogar ein paar Minuten früher ist er da. Es ist der 2. Mai 2015 um 9.53 Uhr. Kurz zuvor hat es massenhaft geregnet, jetzt beruhigt sich das Wetter gerade. Er macht noch einen etwas müden Eindruck. “Hast du genug geschlafen?” frage ich ihn, er schliesst die Türe auf und wir treten ein. MANUEL’S öffnet um 11 Uhr. “Etwas zu wenig”, gibt er unumwunden zu. Er nimmt sich extra Zeit für mich und kommt schon vor der eigentlichen Öffnung. Er macht Engagement auf höchstem Niveau.

Rechts: Manuel Fröhlich am Winston Churchill-Abend mit CEO Hoejsgaard von Oettinger Davidoff
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Links: Manuel Fröhlich am Winston Churchill-Abend mit CEO Hoejsgaard von Oettinger Davidoff

“Ich brauche jetzt erst mal einen Kaffee und eine Zigarre. Du auch?” “Klar,” erwidere ich. Man merkt, dass in seinen Adern Kaffee und Zigarren fliessen. Und bei mir offenbar auch… Die Kaffeemaschine ist am Aufheizen und in dieser Zeit suchen wir uns eine Zigarre im 1. Stock im begehbaren Humidor aus. Er offeriert sich selbst und mir eine schöne Zigarre. Eigentlich wollte er mich im Keller in den Aging Room führen. Doch dazu kommen wir noch im Interview.

Der Kaffee ist mittlerweile fertig und wir nehmen in der Zigarren-Lounge Platz. Die Aufnahme-App im iPhone läuft und das Interview beginnt.

 

 

Komm mit uns auf die Reise rund um MANUEL’S

 

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Manuel, welche Zigarre verkosten wir beide gerade?

Vasilij, wir geniessen eine Trinidad Fundadores aus dem Jahr 2011. Quasi aus der Not geboren, weil ich mit dir in unseren Aging Room wollte, aber der Schlüssel nicht auffindbar ist. Letzte Woche hat der Schreiner die definitive Türe eingebaut, jetzt fehlt der Schlüssel. Für mich als Händler ist es am einfachsten eine Zigarre zu verkaufen, wenn ich aus einer Kiste schon selbst eine geraucht habe. Es gibt gute und weniger gute Kisten. Und aus einer guten Kiste stammt diese Trinidad Fundadores. 

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MANUEL’S karibisch inspirierte Zigarren-Lounge

 

Welchen Kaffee trinken wir?

Das Konzept von MANUEL’S ist “Karibik”. Bei Rum und Zigarren stimmt das sehr genau. Beim Kaffee muss man es breiter betrachten. Kaffee kommt aus der ganzen Welt. Geröstet wird er dann in Italien, teilweise auch in der Schweiz. Und dein Kaffee kommt aus Italien. 

 

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Erdgeschoss, Nichtraucherzone zum Verweilen, etwas Schönes trinken und karibische Snacks geniessen

Was bereitet dir Freude an MANUEL’S, an deinem Job?

Zuerst ist es wie ein Bubentraum: Ich habe einen grossen, begehbaren Humidor – er gehört mir ja auch ein bisschen! (lächelt zufrieden). Am Abend stehe ich drin, geniesse den Anblick, den Geruch und überlege mir: Was möchte ich jetzt rauchen? Übrigens: Unsere Mitarbeiter dürfen sich hier auch bedienen und rauchen, was sie möchten. Das fördern wir ganz gezielt, denn auf diese Weise haben unsere Mitarbeiter das Wissen, können mitreden und unsere Gäste optimal beraten. Diese Freude betrifft also nicht nur mich alleine.

Eine weitere Freude ist es, mit den Kunden direkt in Kontakt zu treten, sie anzuhören, mit ihnen eine „Zwei-Weg-Kommunikation“ aufzubauen. Ich komme aus dem Onlinehandel mit den premium-shops.ch und betreibe auch den Blog premium-blog.ch. Das ist eine „Ein-Weg-Kommunikation“. Im Onlinehandel hat man mit Kunden meistens dann Kontakt, wenn mit der Lieferung etwas nicht gestimmt hat. Zufriedene Kunden melden sich auf andere Weise, nämlich in dem, dass sie wieder bestellen. Der Konsument schreibt ein eMail in der Regel, wenn er unzufrieden ist, und nicht, wenn er zufrieden ist. Ich finde das etwas schade. Hier bei MANUEL’S bekommt man ganzheitliches Feedback, und das gefällt mir.

 

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1. Stock, der Eingang zum begehbaren Humidor

Was ist die Idee hinter MANUEL’S?

Ich möchte zunächst etwas ausholen und erzählen, wie ich im Business Fuss gehabt habe. Wie vielleicht bekannt ist, begann ich als Zigarren Onlinehändler im Jahr 2001. Ich habe den Zigarren-Onlineshop während meiner Schul- und Studienzeit aufgebaut. Später kam der Kaffeehandel dazu. Nach dem Studium ist das Geschäft schon zu einer respektablen Grösse angewachsen. Schon damals überlegte ich mir, welche weiteren Schritte könnten folgen? Es gab verschiedene Ideen. Zum Beispiel weitere Themenfelder erschliessen oder international zu wachsen. Und dann kam die Idee, ein Geschäft mit gelagerten Zigarren zu betreiben. Reifegelagerte Havannas, das war damals schon ein Thema, das in der Luft lag. Ein systematisch aufgebautes Angebot von reifegelagerten Zigarren gibt es in der Schweiz nicht. Das ist eine Nische, die man entwickeln könnte, so meine Überlegungen.

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Kubanische Kunst, im Mai 2015 bei MANUEL’S zu sehen und zu kaufen

Die Konsequenz daraus war, dass ich neue Lagerräume gebraucht habe, um diese Idee umzusetzen. Und weiter gingen dann die Überlegungen: Wenn wir schon neue Lagerräume hätten, warum dann nicht einen Schritt weiter gehen, um noch näher mit den Kunden in Kontakt zu treten? Zum Beispiel in Form einer Lounge oder Verkaufsgeschäftes. Die Idee war auch, eine Art Fabrikverkauf zu machen, aber nicht plump ab der Rampe, sondern „in Schön“. Und die Konsequenz aus diesen Überlegungen war dann: Wenn schon die Kunden zu mir kommen, dann soll die Lokalität etwas Schönes sein und langfristig meinen Vorstellungen entsprechen.

Danach fing die Planung an: Was bedeutet es, „etwas Schönes“ zu machen und was kostet das? Ich habe festgestellt: Es kostet nicht wenig. Deshalb, so die Folgerung, wäre es sinnvoll, ein solches Projekt an einer guten Lage zu realisieren, damit möglichst viele Gäste zu mir kommen könnten. Und so bin ich zum Schluss hier gelandet.

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Zur Eröffnung haben wir noch eine dritte Sparte dazu genommen: Rum neben Zigarren und Kaffee. Unser Geschäft hat einen „Hybrid-Charakter“. Es ist einerseits ein Geschäft, in dem man einkaufen kann: Kaffee, Zigarren und Rum. Und man kann alles davon auch hier konsumieren.

Schon immer habe ich gewusst: Falls ich einmal einen Verkaufsladen haben sollte, dann würde es für mich absolut keinen Sinn ergeben, wenn der Kunde die Zigarren nicht auch vor Ort konsumieren könnte. Jetzt haben wir erschwerte Rahmenbedingungen, in dem so etwas nicht mehr so einfach möglich ist. Zur Veranschaulichung: MANUEL’S hat drei Etagen. In Zürich ist die Gesetzgebung wie folgt: Wenn man einen Raucherbereich anbietet, muss diese Fläche MAL ZWEI als Nichtraucher-Gastronomie angeboten werden. Und wir haben hier eine Etage zum Rauchen (die Lounge), eine Etage Nichtraucher (Erdgeschoss mit dem Verkaufsladen und wo man gemütlich auch etwas Trinken kann) und eine weitere Etage Nichtraucher (der Kellerbereich mit dem Aging Room, Versand und Lager. Und jetzt muss man sich mal vorstellen: Ein normaler, kleiner Zigarrenhändler kann so ein Angebot gar nicht auf die Beine stellen. Also muss es ein grösseres Projekt sein, um so etwas auf die Beine zu stellen. 

 

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Schauen wir uns das Thema Reifelagerung näher an. Was ist das Besondere an reifegelagerten Havannas?

Kubanische Zigarren kommen relativ frisch in den Handel. Frisch bedeutet, dass der Tabak weniger lang gelagert wird, als in anderen Ländern. Kuba legt nicht offen, wie lange sie den Tabak lagern. Wenn man aber sieht, dass die „Ediciones Limitadas“ aus mindestens 2 Jahre gelagertem Tabak hergestellt werden, bedeutet das im Umkehrschluss, dass der andere Tabak nicht so lange gelagert wird. Was bedeutet das für die Zigarre, die frisch auf den Markt kommt? Sie sind geschmacklich jung, etwas wilder, teils etwas harscher, haben noch Ecken und Kanten, sie sind etwas rauher. Im Rauchverlauf werden junge Havannas oft auch bitter. Wenn man sie lagert, werden sie mit der Zeit feiner, harmonischer, weicher, milder, ausgewogener, cremiger. Sinnvoll und anzuraten ist, die Havannas ein bis zwei Jahre zu lagern, nachdem sie in den Handel gekommen sind. Alles, was darüber hinaus geht, ist Geschmacksache. Das heisst, eine 10 jährige Zigarre muss nicht unbedingt besser schmecken, als eine 2 jährige Zigarre. Manchmal hat eine 10 jährige Zigarre den Charakter verloren.  Es kommt immer auf die Zigarre an. Es gibt solche, die länger brauchen, um den Höhepunkt zu erreichen. Wo dieser Höhepunkt liegt, ist auch Geschmacksache. Die Reifelagerung hat seine Daseinsberechtigung. Ich möchte aber betonen, dass auch frischere Havannas gut schmecken, sie schmecken einfach anders.

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Begehbarer Humidor im 1. Stock

Und wenn sie sich gerade in der „Sick Phase“ befindet („Krankheitsphase“), dann ist sie überhaupt nicht rauchbar. Die schlimmste Zigarre, die ich je geraucht habe, war eine Romeo Y Julieta Churchill Reserva. Aber, das war kein Fehler der Kubaner. Ich habe sie mir von Festival del Habano mitgebracht. Etwa drei oder vier Monate nach meiner Reise habe ich die San Cristobal Torreon geraucht – eine absolute Offenbarung! Da dachte ich, gut, dann ist jetzt offenbar der richtige Zeitpunkt um auch die Romeo Y Julieta Churchill Reserva zu rauchen. Aber sie war fast nicht rauchbar! Wie soll ich das beschreiben? Sie war wirklich in der Sick Phase: Scharf und grauenvoll! 

In der Sick Phase kommen Havannas selten in den Handel, diese Phase haben sie in der Regel schon hinter sich gebracht. Die Sick Phase setzt nach dem Rollen der Zigarre ein. Der Tabak wird vor dem Rollen noch einmal befeuchtet und es setzt eine weitere Fermentation ein, mit mehr oder weniger schwerwiegenden Konsequenzen auf den Geschmack. Es hängt auch von der Marke und dem Format ab.  Kommen wir wieder zurück zur Churchill Reserva: Zwei Jahre später habe ich wieder eine davon geraucht und sie war ganz phantastisch! Ganz erstaunlich, wie sich diese Zigarre in nur zwei Jahren entwickelt hat.

(Anm.d.Red.: Im Fachbuch von Min Ron Nee “Eine illustrierte Enzyklopädie der postrevolutionären Havanna-Cigarren” wird alles über das Reifelagern von Havannas erklärt. Der Link führt dich zu amazon. Falls du das Buch kaufst, erhalte ich eine kleine Werbekostenerstattung für meinen Blog, vielen Dank).

 

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Welche Rat gibst du einem Zigarren-Einsteiger?

Eine Idee, die ich ihm mit auf den Weg gebe: Er soll zu einem Händler gehen und sich beraten lassen. Was heisst das? Wie ich schon erwähnt habe: Es gibt Zigarren aus „guten und sehr guten“ Kisten, und es gibt solche aus weniger guten Kisten. Ein Händler sollte sein Angebot kennen und deshalb weiss er, welche Zigarren aus welchen Kisten wie schmecken. Er weiss es aus erster Hand und er kann dahingehend beraten. Zigarre ist ein Naturprodukt. Möglicherweise ist die Zigarre aus einer anderen Kiste zwei Monate später in einer anderen Fabrik gerollt worden und beinhaltet andere Chargen an Tabak. Das alles hat letztendlich auf den Geschmack Einfluss. 

Zur Frage nach der idealen Zigarre für Einsteiger habe ich einmal selber einen Artikel geschrieben und andere Händlerkollegen dazu befragt. Es gibt verschiedene Theorien: Die eine besagt, man solle einem Einsteiger eine milde Zigarre geben, damit er nicht überfordert ist, z.B. Casa de Torres, Griffin’s, Davidoff. Andere empfehlen, und ich tendiere selber auch dazu, auch dem Neuling eine Havana zuzumuten, um ihm gewissermassen die höchsten Genusssphären des Zigarrenrauchens zu zeigen. Aber, man muss immer auf den Einzelnen eingehen. Ich frage zum Beispiel immer, in welcher Verfassung sie sich gerade fühlen, Wenn jemand beispielsweise von einem guten Essen kommt, dann kann man ihm etwas mehr zumuten. 

 

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Jemand, der schon Zigarren raucht, kommt unweigerlich zum Thema Reifelagerung. Welchen Rat gibst du ihm, wie soll er an die Sache ran gehen?

Wir sind auch noch jung in diesem Segment, haben uns aber damit auseinander gesetzt. Deshalb ist mein Rat allgemeiner Natur. Es gibt unterschiedliche „Schulen“ über das Thema. Der Wegbereiter von dieser Bewegung ist Min Ron Nee (Anm.d.Red.: Siehe Link oben zum Buch). Er hat den Ansatz, dass die Zigarren möglichst luftdicht langfristig gelagert werden sollten und bei einer eher tieferen Luftfeuchtigkeit. Es gibt Zigarrenkenner, die ihre Zigarren langfristig bei 60% und recht kühl lagern. Dann gibt es die „Schule“, dass man Zigarren möglichst in ihrer natürlichen, karibischen Umgebung lagern sollte (18-20 Grad bei 70%). Ich habe Zigarren aus beiden Lagern schon verkostet und sie haben mir alle geschmeckt. Das heisst, es gibt mehrere Wege zum Ziel. Und jeder sollte seinen eigenen Weg finden. 

 

Nicht jeder hat in Zürich die Möglichkeit, ein karibisches Klima zu haben. Was soll so jemand tun?

Das Wichtigste ist die Konstanz. Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

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Der Aging Room bei MANUEL’S ist im Entstehen begriffen und wird in einigen Jahren eine wertvolle Marktnische sein. Was ist die Idee dahinter?

Eine neue Idee ist, dass wir die Lagerbedingungen lückenlos dokumentieren können. Es gibt zum Beispiel in England Online-Auktionen. Aber der Einkäufer wie auch der Käufer haben keine Garantie und kaum Dokumente, unter welchen Bedingungen diese Zigarren gelagert wurden und woher sie stammen. Bei uns wird das langfristig eben anders sein. Wir kaufen ausnahmslos beim offiziellen Habanos Importeur ein, das ist die Intertabak AG. 

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Kubanische Kunst von Carlos Alberto Piloto Canovas

Beim Einkauf verfolgen wir eine Mehrsäulen-Strategie: Unser Fahrplan sieht vor, dass wir 8 Jahre lang nur einlagern und nichts verkaufen. Das heisst, in dieser Zeit fliesst in dieser Sparte kein Umsatz. Kommen wir zu den Säulen: 1. Säule: Wir kaufen die Zigarren aus der Standardproduktion und lagern sie ein. Wir kaufen allerdings auch nicht alles davon, sondern wir setzen zum Beispiel auf Bestseller. Nirgends in der Schweiz hat ein Händler beispielsweise eine 1o Jahre alte Partagas Serie D4, weil sie derart schnell verkauft werden. Also brauchen wir davon einen hohen Lagerbestand, damit sie über mehrere Jahre vorrätig sind. Wir stellen uns auch Fragen wie: Welche Marken und Formate haben Agingpotenzial? Was ist interessant?

Säule 2: Das sind Spezialitäten. Man kann sich vorstellen: Wer als Händler heute noch Limitadas von vor 10 Jahren hat, kann die problemlos verkaufen. Also kaufen wir auch Zigarren ein, die später zu den Raritäten zählen werden.

Säule 3: Wir kaufen von Privatsammlern ein. Ein kleines Inserat in der NZZ Neue Zürcher Zeitung hat uns schon etliche interessante Kontakte ermöglicht. Aber diese Säule wird dem Käufer gegenüber auch so deklariert: Wir können keine Garantie über Herkunft und der Lagerung davor geben.

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Kubanische Kunst von Carlos Alberto Piloto Canovas

 

Wie baust du die Markenidentität von MANUEL’S auf? Zum Beispiel: Wenn der Konsument APPLE oder COCA COLA hört, verbindet er damit ein gewissen Gefühl. Welches Ziel verfolgst du mit MANUEL’S?

Es wäre natürlich eine feine Sache, wenn MANUEL’S einmal mit APPLE und COCA COLA im selben Atemzug genannt würden 😉 Aber Spass bei Seite: Zuerst möchte ich ein guter Händler sein, zu dem die Leute gerne kommen, weil sie Qualität, Kompetenz und Freundlichkeit erwarten können. Qualität war immer unser Leitmotiv – in unseren Online-Shops haben wir dies auch mit dem Namenszusatz „Premium“ ausgedrückt. Für das Ladengeschäft sind wir zum Schluss gekommen, dass das „Premium“ als Name nicht ideal ist. Statt das Qualitätsversprechen im Namen führen, wollen wir lieber den Tatbeweis erbringen. Jetzt stehe ich mit meinem eigenen Namen für unser Angebot ein: Diese Idee hat mir gut gefallen. 

Welche Identität wollen wir vermitteln: Wir sind Vertreter von der jungen Händlergeneration. So haben wir auch das ganze Konzept aufgezogen, ich hoffe, man spürt das. Es ist zwar karibisch inspiriert, ist aber kein Altherren-Club; Es ist eine Ableitung auf junge Konsumenten. Wir bieten hohe Qualität, aber unverkrampft. Es funktioniert: Ich sehe viele junge Menschen, die zu MANUEL’S kommen und eine gute Zeit verbringen.

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Welche Kundengruppen nerven dich und warum?

Zigarettenraucher, sie verpesten die Luft (wir beide lachen). Nein, ernsthaft jetzt: Wir haben eine Lounge spezifisch für Zigarren-Geniesser. Wer bei uns Zigaretten raucht, den machen wir höflich auf unser Konzept aufmerksam. Aber wir behandeln das mit Augenmass. Wenn z.B. in einer Gruppe jemand eine Zigarette raucht, dann tolerieren wir das. In Zürich gibt es andere Angebote, die zu einem Zigarettenraucher besser passen.

 

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Welche Kundengruppen liebst du?

Alle anderen. Ich liebe Kunden, die an der Materie interessiert sind, Fragen stellen und sich damit auseinander setzen. Am schönsten ist es für mich, wenn ich nach einer Beratung später erfahre, dass es gepasst hat und sie eine gute Zeit hatten. 

 

Am Morgen, wenn du die Türe zu MANUEL’S aufschliesst, worauf freust du dich?

Alles, was mir Freude bereitet, biete ich im Laden in einer hohen Qualität an. Am Morgen bereite ich mir zuerst einen Kaffe zu, der auf hohem Niveau liegt. Und wenn es mir danach ist, kann ich mir sogar eine Zigarre anzünden. Das ist einfach traumhaft.

 

Und nachts, es ist alles aufgeräumt, die Lichter sind erloschen und du schliesst die Türe: Bist du dann so erschlagen, dass du an nichts mehr denken kannst?

Am schönsten ist es, wenn ich richtig müde bin. Denn das bedeutet, dass es ein schöner Tag war mit vielen Gästen. MANUEL’S ist noch jung, wir haben im Dezember 2014 eröffnet. Deshalb bin ich bei einem solchen Projekt auch nach Arbeitsschluss in Gedanken noch oft mit dabei.

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Der begehbare Humidor im 1. Stock. Rund ist er nicht, das is bloss die Eigenschaft des Panoramafotos 🙂

Ein wichtiges Business-Thema ist Controlling. Damit du den Erfolg garantieren kannst, wie handhabst du Controlling?

Das ist ein wichtiger Punkt. Einerseits ist es überlebensnotwendig, um zu wissen, damit man keinen Blindflug macht, dass man jederzeit weiss was passiert. Und andererseits habe ich als Unternehmer ein „Wettkampf-Gen“. Ich möchte wissen, wie sind die Zahlen vom Vorjahr, vom Vormonat etc.. 

 

Welches Mitarbeiterkonzept hast du?

Mitarbeiterführung ist ein neues Gebiet für mich als Unternehmer. Ich habe es elegant gelöst: Auch bei der Mitarbeiterauswahl habe ich auf Qualität gesetzt. Ich kann jedem vollständig vertrauen und das sind für mich quasi alles Mitunternehmer. Ich schenke viel Vertrauen und erwarte im Gegenzug viel Mitdenken.

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Welchen wichtigsten Tipp gibst du jemandem, der auch ein Geschäft eröffnen möchte (egal welche Branche)?

Man muss Freude an der Aufopferung haben, ein Geschäft zu etablieren. Es braucht Weitsichtigkeit und Durchhaltewillen. Es ist eine Grundsatzentscheidung und privat braucht es eine gewisse Bereitschaft zur Bescheidenheit. Aber es liegt mir fern, mich zu beklagen. Am Abend im eigenen grossen Humidor zu stehen und eine Zigarre auszuwählen, ist unbezahlbar. Der Markt entscheidet, ob eine Idee und die Aufopferung funktionieren. Ich arbeite sehr viel und kann mir nicht vorstellen, stur 7 oder 8 Stunden ohne Freude zu arbeiten und am Abend mit dem Leben zu beginnen. Ich lebe den ganzen Tag!

 

STOPP! Liebe Zigarren.Zone Leser und Leserinnen! Das sollten wir uns auf der Zunge ganz langsam zergehen lassen:

Manuel Fröhlich: „Ich arbeite sehr viel und kann mir nicht vorstellen, stur 7 oder 8 Stunden zu arbeiten und am Abend mit dem Leben zu beginnen. Ich lebe den ganzen Tag!“

 

Okay, jetzt, nachdem wir uns das so richtig genussvoll reingezogen haben, kann es weiter gehen:

Was möchtest du den Lesern von Zigarren.Zone noch mitteilen?

Unsere Etablierungsphase liegt hinter uns. Jetzt beginnen wir damit, die Möglichkeiten unserer Zigarren-Lounge noch besser zu nützen. Im Mai 2015 haben wir beispielsweise schon ein dichtes Event-Programm. Auf Ende Sommer 2015 plane ich etwas Spezielles, worauf ich noch nicht näher eingehen darf. Aber so viel sei verraten: Für den Zigarrenliebhaber wird das in der Schweiz einmalig sein. Ich empfehle und freue mich, dass mein Newsletter abonniert wird, damit man auf dem Laufenden bleibt.

(Hinweis d. Red.: Auf www.manuels.ch ganz unten auf der Seite kannst du dich anmelden).

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Hat MANUEL’S vor, einen eigenen Humidor mit einer Eigenmarke zu lancieren?

Mir ist es wichtig, dass das Produkt authentisch ist. Ich bin kein Fan von reinen Marketingprodukten. In der Branche gibt es immer wieder Lancierungen, die vollmundig und gross angekündigt werden und irgendwo, z.B. in der Dom. Republik in einer Grossfabrik produziert werden, und nicht das halten was sie versprechen. Ich liebe es, wenn jemand hinter so etwas 100% steht und auch eine Geschichte dahinter steckt. Ich halte es so, dass man das tun soll, bei dem man Kompetenz hat. Ich bin Händler und kein Zigarrenhersteller. Deshalb habe ich mich bisher daran gehalten, keine Eigenmarke zu lancieren. Aber, sag niemals nie. Wenn jemand mir anbieten würde, eine kubanische Eigenmarke herzustellen, dann würde ich nicht Nein sagen. 

Manuel, herzlichen Dank für unser Gespräch und deine Zeit, das schätze ich sehr! Ich wünsche dir und einem Team weiterhin alles Gute und viele genussvolle und erfolgreiche Momente!

Vasilij, ich danke auch dir für deine Zeit und dein Engagement!

 

MANUEL’S | Löwenstrasse 12 | 8001 Zürich | Tel CH 044 545 21 40 | Tel Ausland 0041 44 545 21 40 | HOLA(at)MANUELS.CH

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Fotos: Zigarren.Zone / Trinidad Fundadores: premium-shop.ch