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Liebe Zigarren.Zone-Freunde, David Avolio ist Fotograf und er sagt: „Fotografieren ist fast ein Gefühl wie Ferien…“ Hört sich das nicht wunderbar an – den eigenen Beruf so zu lieben? Einfach herrlich, oder? Ich habe David Avolio als Fotograf bei VILLIGER’S Neulancierung von CORRIDA erlebt (die Fotos in diesem Interview stammen davon). Danach habe ich ihn gebucht für meinen Bericht über das MANUEL’S und dessen Zigarren Raritäten. Dieses ZigarrenZone-Interview gewährt einen kurzen Blick hinter die Kameralinse von David Avolio. Begleite mich auf der Reise…

HAVE A GOOD SMOKE 😁

Vasilij Ratej, Herausgeber ZigarrenZone

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Wenn man dich am Set erlebt, dann spürt man wie sehr deine Leidenschaft und Liebe der Fotografie gilt. Was fasziniert dich an der Fotografie?

Ich lebe und geniesse mein Leben gerne im „Hier und Jetzt“ – beim shooten ist das wunderbar. In der Zeit in der ich fotografiere, kann ich all die anderen Einflüsse vom Leben fast ausblenden… das ist ein schönes Gefühl… fast so ein Gefühl wie Ferien… Ein schöner Nebeneffekt ist, dass ich dadurch wahnsinnig viele interessante Leute kennenlernen darf. Jede Person hat eine eigene Story und ich darf für einen Moment daran teilnehmen. Ich glaube dies macht es aus.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Ich war schon immer eine Person, die gegen den Strom schwamm. Warum das schon immer so war, weiss ich ehrlich gesagt nicht. So war es eben auch in der Schule. Als es darum ging, welchen Beruf wir später ausüben wollten und gefühlte 90% der Mitschüler eine KV-Lehre anstrebten, wollte ich alles, nur nicht das! Ich ging wie alle schnuppern. Dabei suchte ich mir Berufe raus, welche nicht so populär waren: Goldschmied, Koch, damals noch Informatiker und eben mein jetziger Beruf. Nach der Lehre machte ich dann Weiterbildungen im Bereich Marketing und Verkauf. Im Jahr 2008 wollte ich zusammen mit meiner jetzigen Frau „back to the roots“. Cut & Shoot war geboren.

Also hast du eine Lehre als Fotograf gemacht? Wie war das so für dich?

Ja, ich durfte das Handwerk von Grund auf lernen. Es war im Nachhinein eigentlich die beste Zeit um unseren Beruf zu erlernen. Ich habe den Sprung von Analog zu Digital und die entsprechende Veränderung voll durchlebt. Von tagelangen Einsätzen im Schwarzweiss-Labor und schlussendlich als erster Lernender in der Schweiz (so wurde es mir zumindest gesagt) digital abgeschlossen.

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Welche Motive fotografierst du am liebsten?

Ganz klar People. Natürlich machen Immobilien ebenfalls Spass. Vor einigen Tagen habe ich mich zum ersten Mal als „Landschaftsfotograf“ versucht. Hat ebenfalls enorm Spass gemacht! Aber meine Passion liegt bei den Menschen.

Warum gerade das?

Ich glaube, diese Frage habe ich mit Frage 1 bereits beantwortet…

So schnell kommst du mir nicht davon. Was ist es, das dich an Menschen so fasziniert oder fesselt? Deine Antwort in der ersten Frage ist mir noch zu wenig… 🙂

Ein Versuch war’s wert 😉 Weil ein Objekt nicht mit mir lachen kann. Es antwortet mir nicht. Es erzählt mir nicht seine Geschichte… Ich finde Menschen halt einfach interessant.

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Am Set bist du oft sehr spontan und kreativ: Du siehst die Location und in deinem Kopf rattert es. Siehst du das fertige Foto in deinem Kopf, so wie Da Vinci den fertigen David im Marmorblock sah? Würdest du dich als Künstler bezeichnen oder einfach als Fotografen?

Also als erstes würde ich mich nicht als Künstler sehen. Zweitens würde ich mich nie mit solch grossen Meistern der Kunst vergleichen. Ich sehe mich mehr als „Unternehmer in einem kreativen Umfeld“ oder „chaotisch-kreativer Unternehmer“ 😉  Im groben wird sicher einiges geplant, auch ein Moodboard sollte nicht fehlen, aber irgendwie muss es „passen“ und „stimmig“ sein…das kann man planen – muss man aber nicht… Zum Glück habe ich alle Fragen vorgängig gelesen….#chaotischkreativerunternehmer

Was ist denn ein Moodboard?

Ein Moodboard ist wörtlich übersetzt eine „Stimmungs-Tafel“. Das erstellt man sich, um zu transportieren/erklären, wie die Zielbilder ausschauen sollten. Ähnlich wie ein Storyboard beim Film, nur beim Storyboard wird die Geschichte erzählt bzw. bebildert.

Wie gehst du an einen Auftrag heran: Überlegst du dir vorher wie die Fotos aussehen sollten?

Auf jeden Fall. Es muss aber auch mit dem übereinstimmen, was sich der Kunde wünscht bzw. erwartet.

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Wenn du an ein Set kommst, und die Situation ist unerwartet schwieriger als du zunächst dachtest, wie gehst du damit um?

Improvisieren ist ein Synonym für fotografieren. Den Spruch „erstens kommt es anders zweitens als man denkt“ kennt wahrscheinlich jeder.

Ah! Erzähle uns von einer verrückten Improvisation! Musstest du aus dem Flugzeug springen um das Flugzeug von unten im Flug zu fotografieren?

Es gibt unzählige solche Erlebnisse. Bei fast jedem Shooting gibt’s solche Momente. Aber tatsächlich erinnern mich deine Worte an einen Auftrag, bei dem ich vielleicht ein wenig zu schnell und zu spontan war.

Ich hatte die Aufgabe für eine grosse Baufirma ihre Räumlichkeiten mit Bildern auszustatten. Unter anderem sollte da eine Baustelle von einem Neubau gezeigt werden. Als ich meine „sicheren“ Bilder im Kasten hatte, wollte ich halt noch was richtig cooles haben. Zu dieser Zeit waren Drohnen noch kein Thema. Ich ging also zum Polier und sagte, ich wolle auf den Kran rauf um von dort ein paar coole Motive einzufangen. Er hatte eine „bessere“ Idee: Kennst du die Container wo Bauschutt entsorgt wird? Bis zu dem Tag hat mir Höhe nichts ausgemacht. Aber in einem Container welcher von einem Kran auf 50m Höhe über die ganze Baustelle kurvt, wackelt das ganz schön… Und zum Glück hatte ich (ohne Witz) die Auflage den weissen Bauhelm zu tragen (Vorschrift)… da fühlte ich mich gleich sicherer!! 😉

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Die Verletzung des Nutzungsrechtes von Fotos ist hin und wieder ein Problem. Die meisten Menschen, die ein Foto ohne Nutzungsrecht veröffentlichen, wissen gar nicht, dass sie das nicht dürfen. Wie gehst du damit um, wenn du Fotos von dir erblickst aber das Nutzungsrecht nicht vorhanden ist?

Grundsätzlich wäre es nicht der falsche Weg, wenn jeder sich an gewisse Regeln halten würde. Fehler können passieren. Wenn es nicht mit Absicht passiert, dann kann man auch mal ein Auge zudrücken. Wenn sich der Fehler aber ab und an wiederholt, dann könnte man fast von Absicht ausgehen. Man kann ja miteinander reden. Zudem fehlt mir die Zeit gezielt nach solchen Fällen zu suchen.

Welches war dein liebster, oder spannendster oder interessantester Auftrag, den du bisher hattest?

Da gibt es so viele tolle Situationen… Es ist für mich unmöglich einfach „einen“ auszusuchen… aber mein bester Auftrag wird immer der Nächste sein! Aber um die nächsten 2 Fragen beantworten zu können, gibt es da tatsächlich einen Auftrag, den ich so schnell nicht vergessen werde. Ich bin sonst eigentlich ganz entspannt, wenn ich „Promis“ kennenlerne bzw. fotografieren darf. Aber bei diesem Promi fingen wortwörtlich meine Knie an zu schlottern!

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Was war daran die Herausforderung?

Es war Emil.

Was hat dir daran am meisten Spass gemacht, oder, was hat dir daran überhaupt nicht gefallen?

ääähm…es war Emil… (Hinweis der Redaktion: Emil ist Kabarettist und Autor).

Ja, schon klar. Emil… Aber was war daran herausfordernd? Musste deine Kamera ständig lachen, die Fotos wurden unscharf und Emil fand das dann gar nicht lustig?

Ich hatte auf einmal einen „Stressfaktor“, den ich bis dato nicht kannte. Ich war zum ersten Mal nervös! Ich kam mir vor wie ein Teenie, der Justin Bieber trifft…

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Stell dir vor eine Fee kommt bei dir vorbei und sagt: „David, du kannst dir deinen nächsten Auftrag auswählen, er wird dir erteilt!“ – Welcher wäre das?

Ich würde gerne ein Feen-Fotoshooting machen!! Die Chancen für eine dauerhafte Weiterempfehlung bestehen 😉

Wie bitte? Du glaubst an Feen, die dich weiterempfehlen würden?

Du hast damit angefangen! Die Frage sollte lauten: Du glaubst also auch an Feen? 😉

Tja, da weiss ich jetzt auch nicht weiter… 😳

 

Welche lustige, spannende oder dramatsiche Story gibt es, die du mit der Fotografie erlebt hast?

Mein Leben. (Folge mir auf Instagram) 😉

Was wünschst du dir von deinen Kunden?

Jeder bekommt die Kunden, die er/sie verdient! Ich bin sehr happy mit meinen Kunden.

 

David, vielen Dank für deine Einblicke hinter die Kameralinse und deine Zeit. Das schätzen die Leser von ZigarrenZone sehr 🙂