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Liebe Zigarren.Zone Freunde, es ist mir eine Riesenfreude, euch heute Isabella Keusch im Zigarren.Zone Interview zu präsentieren. Per 1. September 2016 wird sie zum Global Director Training & Development für die Oettinger Davidoff AG ernannt. Bisher war sie Geschäftsführerin des sehr erfolgreichen österreichischen Tochterunternehmens der Oettinger Davidoff AG (siehe Medienmitteilung).

Ihren Ausgleich zum Job findet sie beim Fechten. „Fechten ist ein Sport, den ich jedem Manager nur empfehlen kann. Es ist die beste Übung für taktisches Verhalten, denn Du musst Dein Gegenüber sehr genau beobachten und dann blitzschnell agieren,“ erklärt sie im Interview. Was sie sonst noch auf Lager hat, erlebst du jetzt im Interview.

„Ich kann die Zigarre nur als perfektes Mittel zur Entschleunigung empfehlen!“ Isabella Keusch

 

Fotos: Zigarren.Zone und Davidoff, Isabella Keusch, vielen Dank.

Vasilij Ratej

Herausgeber, Zigarren.Zone

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Sind Sie bereit?

En garde! Allzeit bereit!

Frau Keusch, herzlichen Glückwunsch für Ihre Ernennung zum Global Director Training & Development. Am 1.09.16 geht es los. Wie darf man sich Ihren Job vorstellen: Zeigen Sie den Mitarbeitern wie man Zigarren rollt?

Vielen Dank für die Glückwünsche. Kann ich gut gebrauchen! Auf mich wartet eine große Herausforderung!  Den Mitarbeitern Zigarrenrollen beibringen? Lieber nicht! Wir wollen doch, dass Davidoff weiterhin erfolgreich unterwegs ist 😉 Wir haben eine eigene Roller-Akademie in der DomRep, wo unsere Roller hervorragend ausgebildet werden. Das ist eine richtige Kaderschmiede. Bis sie tatsächlich Davidoff Zigarren produzieren, ist es ein langer Weg. Bei meinem letzten Besuch in unserer Fabrik habe ich mich mal wieder im Rollen versucht. Man hat mir leider keine große Karriere in diesem Metier vorausgesagt. Gut, dass es Kollegen gibt, die über bessere haptische Fähigkeiten verfügen als ich.

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Natürlich 🙂 Davidoff steht eine weitere Neulancierung bevor. Es ist nicht eine neue Zigarrenlinie gemeint, sondern die Lancierung der Davidoff Academy. Was ist das?

Davidoff Academy ist ein spannendes Projekt. Wir haben so viele interessante Geschichten, so viele tolle USPs, so viel zu erzählen… Meine Aufgabe wird es sein, all dieses Wissen und all die Emotion, die mit dem schönen Thema Davidoff Zigarren zusammenhängen, zu bündeln und aufzubereiten. So sollen unsere eigenen Mitarbeiter, aber natürlich auch unsere Partnerinnen und Partner im Fachhandel perfekt vorbereitet werden, als Botschafter unserer Marke auftreten zu können.

Eine Zigarre ist und bleibt ein emotionales Produkt. Spaß an der Sache und Genuss – das verbindet Zigarrenfreunde. Und genau das gefällt mir ja so in unserem Bereich. In einer Zeit, wo es für die Tabakbranche mit immer mehr Restriktionen zu kämpfen hat, braucht es umso mehr Menschen, die mit ihrer Persönlichkeit die Sache nach außen tragen! Das werden wir mit Davidoff Academy fördern!

Sie werden viel unterwegs sein in der ganzen Welt. Denken Sie, dass Sie sich zwischendurch mit einer feinen DAVIDOFF Zigarre werden entspannen können?

Mal sehen, wieviel Reisetätigkeit auf mich zukommt. Ich bin schon wahnsinnig gespannt, die Unterschiedlichkeit der verschiedenen Märkte kennen zu lernen. In manchen Ländern wird es nicht so einfach sein, noch einen Ort zu finden, wo man in Ruhe und in schönem Ambiente eine Zigarre genießen kann. Anderswo gibt es tolle Lounges. Ich werde vor allem versuchen, möglichst viele unserer Davidoff Lounges zu besuchen.
Was mich selbst betrifft: ich genieße Zigarre ausschließlich dann, wenn es die Atmosphäre erlaubt. Will heißen: ich brauche Zeit & Muse. Sonst zünde ich mir erst gar keine an!

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Verkosten Sie ausschliesslich DAVIDOFF oder mögen Sie auch andere Zigarren? Welche denn?

Ich bin in der glücklichen Lage, dass wir über ein derart breit aufgestelltes Sortiment verfügen, dass ich je nach Lust & Laune immer eine Zigarre finde, die gerade zu meiner Stimmung passt. Dazu kommen unsere zahlreichen Innovationen. Die Davidoff Nicaragua Robusto zum Beispiel ist mein Hero, zu der greife ich überproportional oft. In letzter Zeit auch gerne Davidoff Winston Churchill. Natürlich probiere ich trotzdem regelmäßig auch Zigarren anderer Hersteller, vor allem Neuheiten. Schon alleine aus Neugier und um zu sehen, wohin der Trend geht. Ich persönlich mag gerne die Nicaragua Stilistik.

Foto unten: Eröffnung Cigar Lounge Innsbruck

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Sie sind eine erfolgreiche Persönlichkeit. Man darf Ihnen nicht in die Quere kommen… gemeint ist Ihr sportlicher Ausgleich. Sie fechten. Was bedeutet Ihnen dieser Ausgleich?

Das Fechten hat mir immer imponiert. Es ist so ein wahnsinnig edler und eleganter Sport. Allerdings musste ich Mitte 20 werden, um selbst zum Degen zu greifen. Für Wettkampftauglichkeit ist es zu spät, aber das war sowieso nie mein Ziel. Fechten ist ein Sport, den ich jedem Manager nur empfehlen kann. Es ist die beste Übung für taktisches Verhalten, denn Du musst Dein Gegenüber sehr genau beobachten und dann blitzschnell agieren. Du brauchst Ausdauer und Kraft und gleichzeitig musst Du in der Lage sein, sehr schnell Entscheidungen zu treffen. Derzeit verbringe ich aber mehr Zeit am Business-Parkett als auf der Planche (=Fechtbahn).

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Was kochen Sie sich gerne?

Für mich ist Kochen ein „Happening“. Am Liebsten für eine ganze Runde Freunde. Da stehe ich dann gerne auch mal einen ganzen Tag in der Küche. Ein schön gedeckter Tisch ist dabei ein Must: ich habe einen Faible für schönes Geschirr und schöne Gläser. Kurzum: die Davidoff Philosophie „Time Beautifully Filled“ kommt mir persönlich also sehr gelegen.
Aber eigentlich wollten Sie ja wissen, was ich gerne koche: alles was Geschmort ist – am Besten mit Wein 🙂

Foto unten: Escurio Präsentation Wien mit Hendrik Kelner

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Heutzutage strömen immer mehr Informationen auf den Menschen ein, die er in immer schnelleren Zeiteinheiten verarbeiten muss. Wie kann man noch Zeit finden, um sich mit einer schönen DAVIDOFF zu entspannen?

Ich glaube, dass unser Produkt – die hochwertige Zigarre – der perfekte Anachronismus ist. In einer Zeit, in der alles schnelllebiger und hektischer wird, sind die Menschen mehr als glücklich, ihre kleinen analogen Nischen zu finden. Die Zigarre ist dafür der ideale Begleiter. Eine Zigarre kann man sich nicht schnell mal nebenbei reinziehen. Der bewusste Genuss steht im Vordergrund. Wie bei allen Dingen im Leben, geht es darum, für sich selbst das Bewusstsein zu schaffen: was tut mir gut? Dann nimmt man sich auch die Zeit dafür. Ich kann die Zigarre nur als perfektes Mittel zur Entschleunigung empfehlen!

Foto unten: Davidoff Winston Churchill Lancierung mit Hendrik Kelner und Mitarbeitern

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Ab wann wird es wieder kubanische DAVIDOFF geben?

Ich habe gehört, dass darauf schon Wetten abgeschlossen werden… Viele Aficionados, die ich kenne, schwärmen noch immer von den kubanischen Davidoffs von anno dazumal. Eine neue Kuba-Davidoff würde also sicherlich seine Freunde finden. Zeitpunkt kann ich Ihnen dazu jedoch keinen nennen.

Falls DAVIDOFF in Zukunft auch wieder auf Kuba Zigarren produziert: Ist es realistisch, dass DAVIDOFF ihre vertikale Strategie umsetzen kann (die Kontrolle vom Samen über die Aussaat, Ernte und Produktion)?

Was Davidoff auszeichnet ist unsere Crop to Shop Philosophie. Bis heute fahren wir dieses Konzept, auch jetzt, wo wir Tabake aus vielen verschiedenen Anbauregionen verarbeiten. Und diese müsste auch bei einer Erweiterung unseres Sortiments mit Tabaken aus Kuba gewährleistet sein. Unser Team würde jedenfalls sicherstellen, dass beim Konsumenten nur etwas ankommt, dass unseren strengen Qualitätskriterien gerecht wird.

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Welche Gespräche wurden mit den Kubanern diesbezüglich schon geführt?

Diese Gespräche führe nicht ich. Ich würde vorschlagen, Sie laden unseren CEO Herrn Hans-Kristian Hoejsgaard mal wieder zu einem Interview ein!

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Frau Keusch, können Sie sich noch an Ihre erste Zigarre erinnern und wie sie Ihnen geschmeckt hat?

Ehrlich gesagt: nein! Ich weiß nicht mehr, welche Marke das war. Ich hatte damals gerade beim European Cigar Cult Journal (heute Cigar Journal) angeheuert und habe mich an das Thema herangetastet. Ich kann mich noch erinnern, dass meine erste Zigarre keinen allzu positiven Eindruck hinterlassen hat. Ich war aber sofort so sehr von dem Thema fasziniert, von der aufwändigen Produktion, der Freude, die Aficionados beim Genuss einer Zigarre empfinden, dass ich mich wieder ans Objekt gewagt habe. Und je mehr ich probiert habe, desto mehr bin ich hineingekippt. Whisky oder Kunst sind auch solche Themen. Oft muss man sich erst beschäftigen und treiben lassen, damit sich einem die Welt erschließt.

Machen wir ein kurzes Spiel zusammen. Es ist das bekannte Assoziations-Spiel. Ich gebe Ihnen ein Wort vor und Sie beantworten es mit einem einzigen Wort, das Ihnen spontan als erstes einfällt. Ganz ehrlich sein, ja? Bereit? 🙂 

Wie schon erwähnt. Allzeit bereit!

  • Fechten? Touché (Treffer beim Fechten)
  • Lebensziel? Immer ich selbst bleiben und mich trotzdem dabei positiv verbessern
  • Zigarren? Genuss, Entspannung, Spaß, Entschleunigung
  • DAVIDOFF? Super Marke, sonst wäre ich nicht schon 12 Jahre an Board
  • Sie? 99% der Zeit gut gelaunt

Danke 🙂

Bitte 🙂

Gibt es eine lustige oder spannende Story über Zigarren die Sie mit den Zigarren.Zone Lesern gerne teilen möchten?

Jaaa!!! Das war mein – sagen wir es höflich – mehr als misslungener Versuch, mich in der Farbselektionierung zu üben. Es war mein erster Besuch in unsrer Manufaktur vor über 10 Jahren. Eine Station meines „Mini-Praktikums“ war die Abteilung, wo die fertigen Zigarren nach Deckblattfarbe selektioniert werden. Die Übung lautete: stelle eine 10er Kiste Zigarren mit gleicher Deckblattfarbe zusammen. Tja, was soll ich sagen. Die zuständige Dame beäugte mein Werk, lächelte mich in einem Gesichtsausdruck zwischen Milde und Süffisanz an und nahm 6 von 10 Zigarren wieder aus meinem Kistchen raus. Leider nein! Das war die beste Erfahrung, um zu verstehen, welch penibles Auge Farbselektionierung erfordert. Unsere Profis können bis zu 80 verschiedene Nuancen unterscheiden. Das hat mich schwer beeindruckt!

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Welchen Rat möchten Sie den Zigarren.Zone Lesern hinsichtlich Zigarren-Genuss geben?

Ich habe schon so viele Vorträge zum Thema Zigarre gehalten und die eine Frage kam immer: wie gehört’s richtig? Und ohne mich aus der Antwort stehlen zu wollen, sie lautet: Zigarren-Genuss ist keine Wissenschaft und man sollte keine daraus machen. Genuss ist etwas höchst persönliches und subjektives. Für mich verlangt Genuss – welcher auch immer – einfach auch eine gewisse Offenheit: es geht ums Probieren, ums Ausloten, ums Abenteuer. Nur, wenn ich offen bin, werde ich spannende Genüsse erleben!

 

Frau Keusch, herzlichen Dank für Ihre Zeit, das schätzen meine Leser und ich sehr 🙂