EL SITIO – Puros Zigarren von den kanarischen Inseln. Auf La Palma ist Don Antonio González García eine lebende Legende. 2002 gelang dem Tabaquero das Meisterstück, aus der verschwunden geglaubten Inselsorte Pelo de oro („Goldhaar“) nicht nur Umblatt-, sondern auch Deckblatt-Tabake zu kultivieren, deren Spitzenqualität die Fachwelt staunen ließ. Als dann die ersten Zigarren auf den Markt kamen, wurden sie von den Aficionados begeistert aufgenommen. Damit erhielt die Geschichte des kanarischen Tabaks ein neues, glanzvolles Kapitel.

Folgender, wundervoller Text und die Fotos erscheinen auf Zigarren.Zone mit freundlicher Genehmigung von Herrenzimmer.de. Vielen Dank an dieser Stelle für die freundliche Zusammenarbeit 🙂 Bevor wir zum egentlichen Blogbeitrag kommen, möchte ich zunächst ein Zitat von Don Antonio zum Besten geben. Lass dir das mal auf der Zunge genüsslich zergehen:

„Eine Zigarre spricht mit Dir. Wenn sie schreit, lass’ sie etwas allein. Wenn man ihr jedes Wort aus der Nase ziehen muss, wirst Du Dich langweilen. Aber wenn die Konversation fließt, kann man sich den ganzen Abend mit ihr unterhalten.“ – Don Antonio González García, El Sitio

Ist das nicht einfach wunderschön? So spricht ein wahrer Tabakzüchter und Zigarrenhersteller, der von tiefer Liebe und Leidenschaft zu seinem Werk durchdrungen ist. Gut, nachdem wir diesen Leckerbissen schon mal verdaut haben, kommen wir zum „eigentlichen“ Blogartikel 🙂

 

EL SITIO – Puros Zigarren von den kanarischen Inseln
  • Facebook
  • Twitter

Tabakterrasse auf La Palma (foto awb)

 

Kubanische Wurzeln der EL SITIO – Puros Zigarren von den kanarischen Inseln

Seit der Entdeckung Amerikas ist die Inselgruppe, und speziell La Palma als nordwestlicher Außenposten mit eigener Zollstation, das „maritime Sprungbrett“ über den Atlantik. Im Gegenzug landeten hier die neuesten Importartikel aus Übersee, so auch der Tabak. Daraus entwickelte sich bald eine enge Beziehung zu Kuba: In der westlichen Kolonie des spanischen Königreichs wurden Arbeitskräfte für das aufkeimende Tabakgeschäft benötigt. 120.000 Canarios folgten dem Ruf. Dank ihrer landwirtschaftlichen Fachkenntnisse und ihrer Arbeitsdisziplin waren sie dort sehr gefragt, weshalb die kanarischen Einwanderer bis heute liebevoll Isleños genannt werden – Insulaner. Je nach wirtschaftlicher und politischer Situation kehrten einige in ihre alte Heimat zurück, und pflanzten ihrerseits erfolgreich Tabak an. Augrund der geographischen Lage und des mediterran-subtropischen Klimas gedeihen die Pflanzen im Dauerfrühling von La Palma besonders gut. Aus dem regen Austausch von Arbeitskräften und Tabaken entstand auch das beliebte Sprichwort, dass viele Palmeros “ihre Füße in Europa und ihr Herz auf Kuba” hätten. Es verwundert also nicht, dass die Wurzeln von Antonio González’ Familie ebenfalls nach Kuba reichen. Schon früh sind seine Großeltern als Tabakbauern ausgewandert, später emigrierte auch sein Vater auf die Karibikinsel, wo dieser in Cabaiguán seine zukünftige Frau fand.

EL SITIO – Puros Zigarren von den kanarischen Inseln
  • Facebook
  • Twitter

 

Don Antonio

Ihr Sohn Antonio wurde ebenfalls Tabaquero; wenngleich nicht ganz aus freien Stücken, denn Geld für eine Ausbildung gab es nicht. In seinen Beruf sei er regelrecht hineingewachsen, erinnert sich der heute 79-jährige: „Schon mit sechs Jahren schleppte ich für meine Eltern das Wasser heran, um damit die Saatbeete und Felder zu bewässern – oben in Breña Alta oder San Pedro.“ Mit gerade mal elf Jahren begann seine Ausbildung in der Fabrica La Rica Hoja von Don Ernesto Gonzalez. Die Arbeit war hart. Von Montag bis Samstag rollte er ganztags Zigarren und verdiente wöchentlich elf Peseten (umgerechnet sieben Cent). Aber der Junge war fleißig, konnte bereits im Alter von zwölf Jahren täglich 250 Stück fertigen. Dass er auch ein ausgesprochenes Händchen für Tabakpflanzen hatte, bewies er seinem Vater drei Jahre später: Als jener die kümmerlichen Schösslinge zugunsten eines Kartoffelanbaus aufgeben wollte, beharrte Antonio darauf, die Ernte retten zu können. Vom Dickschädel seines Sohnes herausgefordert, nahm ihn der Senior beim Wort: Er durfte sich alleine um das Feld kümmern. Im Falle eines Scheiterns würde der Jungbauer aber nicht nur die anfallenden Bewässerungskosten, sondern auch den Ausfall der Kartoffelernte bezahlen müssen. Doch als die Tabakernte alle Erwartungen übertraf, sprach der Vater – einst Veguero auf Kuba – dem Sohn seine Anerkennung aus. Zielstrebig und leidenschaftlich setzte dieser seinen Weg fort. Nachdem Antonio seine eigene Zigarrenmarke namens „La Nubia“ kreiert hatte, die er in der elterlichen Küche rollte und stückweise verkaufte, musste er sich bald eine Rechenmaschine anschaffen, um die vielen Münzen zu zählen und die Buchhaltung sauber zu führen. Mit 18 Jahren hatte er bereits seine eigene Zigarrenfirma, während sich „La Nubia“ zum Flaggschiff der palmerischen Zigarren entwickelt hatte und weit über die Grenzen der Kanarischen Inseln verkauft wurde.

 

EL SITIO – Puros Zigarren von den kanarischen Inseln
  • Facebook
  • Twitter

 

Pelo de Oro

Da der Archipel bereits 1852 zur Freihandelszone erklärt worden war, konnten Tabake aus Übersee für die Mischungen günstig eingekauft werden. Einen geschmacklich entscheidenden Anteil für die Einlage lieferte aber der Pelo de oro: Eine von Kuba stammende Sorte, die bereits vor 1900 in der bekanntesten Anbauzone La Palmas, in den Breñas, gepflanzt wurde. Auf La Palma hatte sich daraus ein exzellenter Tabak entwickelt, der auf Weltausstellungen mehrfache Prämierungen erhielt. Doch um das Jahr 1965 zeigte sich plötzlich der gefürchtete Moho Azul auf den Blättern – in einer europaweiten Pandemie hatte der Blauschimmel auch die Pflanzen der Insel befallen. Sofort wurden alle Tabakpflanzen vernichtet und durch eine resistente Sorte ersetzt. Damit war der traditionelle Pelo de oro-Tabak verschwunden und geriet immer mehr in Vergessenheit. Nicht jedoch bei Antonio González! Zwischenzeitlich hatte er die maschinelle Fertigung seiner erfolgreichen Marken La Nubia und Santa Cruz an JTI (Japan Tobacco International), das drittgrößte Tabakunternehmen weltweit, verkauft. Mit dem Erlös konnte er nun drei lang gehegte Träume systematisch in die Tat umsetzen: Eine eigene Finca erwerben, die alten Tabake aufspüren und daraus handgemachte Premiumzigarren herstellen.

Wiedergeburt

In Breña Alta, oberhalb von La Palmas Hauptstadt Santa Cruz, fand er schließlich den passenden Ort für seine Finca Tabaquera El Sitio. Hier winden sich schmale Straßen durch einen Flickenteppich aus kleinen, terrassenförmig gesetzten Anbauflächen, die von den alten, typischen Natursteinmauern eingefasst sind. Auf solchen Feldern wachsen in einer Höhe von rund 500 m ü.d.M. die Tabakpflanzen. Hier oben entdeckte Don Antonio auch die jahrzehntelang vergessenen Tabake wieder: Versteckt zwischen Mauerresten hatten sie den Blauschimmel und die planmäßige Vernichtung überdauert. Als er im Jahre 2000 begann, aus den gesammelten Samen des wild wachsenden Tabaks den klassischen Pelo de oro zu rekultivieren, glaubte – außer ihm – niemand an einen Erfolg. Mag sein, so die Zweifler, dass man aus dem Saatgut einen passablen Einlagetabak ziehen könne, aber Um- oder sogar Deckblätter? Solche Puros seien garantiert infumable – nicht rauchbar. Und falls das Experiment tatsächlich gelänge, könne die geringe Tabakmenge lediglich die Nachfrage des heimischen Marktes befriedigen. Anfangs erwies der Prozess tatsächlich als schwierig, und war von Rückschlägen begleitetet. Doch schon 2002 konnte Antonio González seine erste Ernte einbringen, die ihn zufriedenstellte. 2005 dann der Paukenschlag, als der Tabaquero eine exzellente Premiumzigarre vorstellte, deren Tabake ausschließlich auf seinen Feldern der Region Breña Alta gewachsen waren und auf seiner Finca Tabaquera El Sitio getrocknet, fermentiert, reifegelagert und gerollt wurden. Das Urteil der Aficionados und der Fachwelt war einstimmig: Sensationell!

Woermann Cigars

Von den palmerischen Puros hatte auch die Woermann Cigars GmbH schon früh erfahren, da sie als Marktführer kanarischer Zigarren in Deutschland einen engen Kontakt mit den Manufakturen der Inseln pflegt. Als Importeur so bekannter Marken wie Condal, Peñamil, Vargas oder Goya hatte Woermann in den letzten Jahren nicht nur Fachkompetenz bewiesen, sondern auch einen großen Freundeskreis für diese Zigarrenprovenienz geschaffen. Bereits nach den ersten persönlichen Gesprächen mit Don Antonio arbeitete man gemeinsam an einer exklusiven Kleinstserie von Premiumzigarren, die – aus dreifach fermentieren Tabaken des Erntejahres 2006 gefertigt – 2010 auf dem deutschen Markt präsentiert wurde. Ihr Name: El Mito de La Palma. Mit Begeisterung wurden die limitierten Premiumlongfiller in der edlen Lackschatulle von den Kennern aufgenommen.

EL SITIO – Puros Zigarren von den kanarischen Inseln

Nun wurde Woermann Cigars auch der Vertrieb von Antonio González’ Flaggschiff El Sitio übertragen, das den Namen seiner Finca trägt. Selbstredend sind auch die El Sitio-Zigarren zu 100 % aus den Pelo de oro-Tabaken von Breña Alta handgerollt. Die Tabake durften nach ihrer zweifachen Fermentation noch mindestens drei Jahre nachreifen, bevor sie sich in milchkaffeebraune Schönheiten verwandelten. Mit ihrer schlichten Bauchbinde präsentiert sich die El Sitio in typisch kanarischem Understatement, doch das volle, harmonische Aroma dieser einzigartigen Kreation spricht Bände. Ganz im Sinne von Don Antonio, für den echter Tabakgenuss ein lebhaftes Zwiegespräch ist:

„Eine Zigarre spricht mit Dir. Wenn sie schreit, lass’ sie etwas allein. Wenn man ihr jedes Wort aus der Nase ziehen muss, wirst Du Dich langweilen. Aber wenn die Konversation fließt, kann man sich den ganzen Abend mit ihr unterhalten.“

Orientiert man sich an diesem schönen Bild, dann ist Woermann Cigars fest davon überzeugt, dass die El Sitio in Deutschland sehr schnell sehr viele „Gesprächspartner“ finden wird.

 

Fotos und Text: Zur Verfügung gestellt von herrenzimmer.de

Kostenlos Zigarren eBook erhalten - als Danke 🙂
Als Danke für deine kostenlose Registrierung bekommst du: 1x eBook "Reifelagerung kubanischer Zigarren" und 1x "Die Grosse Cuba Doku: 14 Seiten Vorschau".
Das sind kostenlose Services von ZigarrenZone. Ich wünsche dir viel Genuss damit 🙂 Vasilij Ratej - Herausgeber / PS: Jeden 1. Sonntag im Monat um 8 Uhr bekommst du den GenussBrief per eMail mit einem knackigen Zigarren Thema.