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Die Vernichtung der Tabakindustrie Teil 2

Im Teil 2 veröffentlicht Zigarren.Zone ein internes Dokument aus der Tabakindustrie, welches mir zugespielt wurde. Ich darf die Quelle nicht nennen und darf den Inhalt des Dokumentes umschreiben. Bevor wir zu diesem Dokument kommen, hier ein kurzes Interview mit Peter Heinrichs zum Thema.

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Zigarren.Zone sprach mit Peter Heinrichs zum Entwurf des neuen Tabakgesetzes, (Peter Heinrichs, hier auch in einem anderen Zigarren.Zone Interview).

Falls dieses Gesetz in Kraft treten würde, was bedeutet das für Ihr Unternehmen? In den letzten 40 Jahren haben wir viele Hürden genommen. Und jetzt schreit die Branche wieder auf „Wir gehen Pleite!“ Meiner Meinung nach wird es keine Veränderung geben beim Kaufen von Zigarren. Ja, die grossen Bilder würden stören auf den Verpackungen. Möglicherweise findet die Industrie neue Wege, wie man dem Gesetz Genüge tut. Zum Beispiel mit Schachteln und die eigentliche Kiste ist in dieser Schachtel drin. Meiner Meinung nach hat die Industrie in den letzten 30 Jahren zu viel geschlafen nach dem Motto: „Wir verdienen viel Geld!“ Und so sind viele Dinge versäumt worden. Ein kleiner Exkurs nach Schottland: Dort müssen die Tabakhändler, die Rauchwaren im Schaufenster präsentieren, diese Schaufenster abdecken, damit man die Waren nicht sieht.

Welche Schritte kann die Tabakindustrie in der EU unternehmen, damit dieses Gesetz bei Zigarren nicht zur Anwendung kommt? Der einzige Weg ist: Lobby Arbeit.

Was halten Sie persönlich zu den Machern solcher Gesetze? Das sind Selbstdarsteller, die ihrem Leben gerne einen Sinn zum Ausdruck verhelfen wollen.

Ich möchte hier noch einen ganz anderen Aspekt ins Spiel bringen: Stellen Sie sich vor, dass die Tabakindustrie mit ihren unglaublichen Geldmitteln gar nicht geschlafen hat. Stellen Sie sich vor, dass diese Gesetze, die weltweit immer strenger werden, durch gezielte Lobby Arbeit – finanziert durch diese Industrie – gelenkt wurden und werden. Und warum? Weil ein Verbot immer den Reiz des Ausprobieren hat. Wird das Rauchen eingeschränkt, findet der Konsument seinen Weg um noch mehr zu rauchen.

Falls Sie die Macht hätten, etwas zu verändern betreffend Gesetzeslage, was würden Sie tun? Ich würde weniger Einschränkungen machen. Ich würde Aufklärungsarbeit betreiben, denn auch andere Industriezweige bergen gesundheitliche Risiken. Aber wissen Sie, Herr Ratej, es gibt immer Möglichkeiten dem Gesetze Genüge zu tun, ohne dabei Pleite zu gehen. 

Wir brauchen einen gesunden Optimismus und nicht immer sofort von Pleite sprechen. „Früher“ sagte man auch, dass der Sommer schlecht für die Zigarrenindustrie ist. Und heute ist der Sommer auch ein gutes Geschäft, weil man gerne auch draussen seine Zigarre geniesst.

Der Entwurf des neuen Tabakgesetzes sieht unter anderem folgendes vor, aber nicht nur das!

Foto z.V.g. durch 5TH Avenue, Deutschland.

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Ein internes Dokument aus der Tabakindustrie

Die Fakten (Auszug, Umschreibung)

  • Für das Anbringen solcher übergrossen Schockbilder müssen Produktionsumstellungen umgesetzt werden. Um dies zu bewerkstelligen werden keine ausreichenden Fristen gewährt.
  • Für die Produkte besteht in Kürze ein komplettes Werbeverbot.
  • In Deutschland wird es möglicherweise einen kompletten Verbot von kostenlosen Probeabgaben geben.
  • Dem Mittelstand werden Kosten im Millionenbereich auferlegt, damit er ein System für die Rückverfolgung der Produkte etabliert.

Auswirkungen (Auszug, Umschreibung)

  • Entlassungen und Schliessung von Betrieben
  • Einheitliche Verpackungen ohne Unterscheidung

Vorschläge der Industrie (Auszug, Umschreibung)

  • Angemessene Fristen für Produktionsanpassungen gewähren
  • Keine Schockbilder für Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabake
  • Die Kommunikation zum Kunden muss gewährleistet bleiben, weil es sich um legale Produkte handelt

Samplings (Auszug, Umschreibung)

Gemäss § 20 Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG) beabsichtigt die Bundesregierung kostenlose Abgaben von Tabakerzeugnissen zu verbieten. Gemäss § 25 Tabaksteuergesetz (TabStG) ist dieses Verbot bereits für Zigaretten und Feinschnitt in Kraft. Davon ausgenommen sind jedoch ausdrücklich Pfeifentabak, Zigarren und Zigarillos. Der Entwurf des neuen Tabakgesetzes sieht nun vor, dieses Verbot auf alle Tabakerzeugnisse auszuweiten.

Das bedeutet:

Gemäss diesem internen Dokument wird besprochen, dass dem Händler das Öffnen von Kisten nicht mehr möglich gemacht wird, um die Produkte dem Kunden zu zeigen, oder eine kostenlose Probe dem Kunden zu geben. Das wäre natürlich fatal! Denn der Kunde möchte auf jeden Fall den Geruch oder eine kleine Probe von z.B. Pfeifentabkmischungen zunächst erleben, bevor er es kauft. 

Schockbilder in Übergrösse (Auszug, Umschreibung)

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Sollte das Gesetz in Kraft treten, sind folgende Auswirkungen möglich:

  • Marken, die einer langen Tradition angehören, können zerstört werden.
  • Die Markenvielfalt wird sich verringern.
  • Es wird verhindert, dass sich die Industrie innovative Verpackungen ausdenkt
  • Kosten in zweistelliger Millionenhöhe wird den Mittelstand belasten

Im Dokument wird beschrieben, was das Ziel der Tabakindustrie sein soll: Der Gesetzgeber soll mittelstandsfreundliche Lösungen anbieten. Keine Schockbilder bei Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabak.

Totales Werbeverbot (Auszug, Umschreibung)

Plakatwerbung, Kinowerbung, Produktbeschreibungen über den Geschmack des Produktes, Aussenwerbung (z.B. beim Händler vor dem Geschäft), Werbung für neue Produkte = Totales Verbot.

Das heisst: Produktinnovationen wird es keine mehr geben. Die deutschen Mittelstandsmarken werden zerstört sowie Marken von langer Tradition. 

Das Dokument beschreibt, was beibehalten werden sollte: Aussen- und Kinowerbung und legale Kommunikation für ein legales Produkt.