Kauft man sich kubanische Zigarren, muss man sie lagern. Einfach deshalb, weil sie noch zu frisch sind, um verkostet zu werden. Aber warum ist das so?

Deshalb muss man kubanische Zigarren lagern
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Die kubanische Zigarrenindustrie produziert so viele Zigarren, dass sie zu wenig eigenen Tabak haben. Der Tabak hat kaum Zeit, um zu reifen. Die Zigarren werden gerollt, kaum gelagert, sondern kommen gleich in die Kiste und gelangen in den Verkauf. Kuba braucht Geld. Es ist nicht verwunderlich, dass sich die Kubaner schon mit ausländischem Tabak (z.B. aus Nicaragua) aushelfen mussten. Natürlich wird das nie zugegeben.

Andere Länder haben diese Probleme offenbar nicht. Der Tabak kann länger gelagert werden und die Zigarren auch. Dadurch kann sich das Ammoniak abbauen und die Tanine werden „sanfter“. Die Zigarre kommt in den Verkauf und sie schmeckt. Raymondo Bernasconi, der Markeneigner von „Gilbert de Montsalvat“ erklärte im Zigarren.Zone Interview folgendes:

“Kuba hat keine Ressourcen. Die Tabake, welche verarbeitet werden, sind zu jung, zu frisch und zu wenig ausgereift.” Er spricht gerade heraus, präzise und undiplomatisch. Bei edlen kubanischen Cigarren lohnt es sich diese für 2-5 Jahre liegen zu lassen. Das ist eine sehr lange Zeit, das Resultat belohnt jedoch die Mühen,” erzählt er weiter. „Cigarren aus anderen Provenienzen sind in der Regel so ausgereift, dass eine weitere Lagerung nur selten Sinn macht, sind also zum Verkosten bereit.

”

Das ist der Grund, warum kubanische Zigarren gleich nach dem Kauf nicht schmecken. In meinem Blogbeitrag Warum kubanische Cigarren manchmal furchtbar oder kaum schmecken gehe ich etwas näher darauf ein.

 

Bringt die Lagerung kubanischer Zigarren wirklich etwas?

Ja. Das ist wie bei einem guten Wein. Den sollte man fachgerecht lagern, bevor man ihn geniesst. So ist es auch bei kubanischen Zigarren. Der Zigarrensammler Min Ron Nee empfiehlt in seinem Buch Eine illustrierte Enzyklopädie der postrevolutionären Havanna-Cigarren über die Lagerung:

  • Milde Zigarren zwischen 2 – 4 Jahren
  • Starke Zigarren zwischen 5 – 10 Jahren

(Hinweis: Der Link zum Buch führt dich zu amazon. Falls du das Buch kaufst, erhalte ich von Amazon eine geringe Provision, danke 🙂 )

Nun, ich bin jemand, der die Dinge gern selbst überprüft. Deshalb habe ich im Herbst 2013 mit einem Experiment begonnen. Ich lagere 9 verschiedene kubanische Zigarrenmarken, komplett in ihrer Kiste. Eine davon begann ich am 12.01.15 zwecks Daueranalyse bereits zu verkosten: Daueranalyse die Entwicklung der H.Upmann Magnum 46.

12.01.2015: 4,6 /7 mitellmässig. 23 Punkte : 5 = 4,6

zigarrenbewertung-4.6-7
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Das Boxingdate ist JUN13.

Ziel-Jahr der 1. Reife-Lagerung: Juni 2021

Ziel-Jahr der 2. Reife-Lagerung: Juni 2022

Ziel-Jahr der 3. Reife-Lagerung: Juni 2033

Im Verlauf des Experiments wird sich zeigen, wie sich diese Zigarren entwickeln werden.

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Ein anderes Beispiel ist die Cuaba Diademas. Das Boxingdate ist OCT 08. Sie ist somit bis zum Verfassen dieses Blogbeitrags bereits über 6 Jahre gereift.

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Und wie schmeckt sie? Buttrig-nussig, röstig, sanft in der Stärke (bis max. medium gegen Schluss). Sie wird im Verlauf würziger, was ihr gut tut. Insgesamt bleibt sie leicht linear und hat nicht die “Tiefe”, wie sie andere Zigarren aus Kuba entwickeln können. Möglicherweise ist ihr Zenith bereits überschritten. Lies hier das Review.

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