„Hast du Zeit für eine Davidoff Zigarre aus Cuba?“ fragte mich Raymondo Bernasconi in seinem House of Smoke in Basel. „Was für eine Frage, natürlich!“ antwortete ich. In diesem Augenblick öffneten sich meine Pupillen wie bei einer Katze, die kurz davor steht eine Maus zu fangen. Eine Davidoff Zigarre aus Cuba! Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass ich so etwas erleben darf.

 

Davidoff Zigarre aus Cuba
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Blenden wir zunächst einmal zurück ins Jahr 1989. Zino Davidoff erhielt auf Kuba aufgrund einer Fehde keinen Tabak mehr. Er bemängelte schon seit längerer Zeit, dass die Qualität seiner Zigarren immer schlimmer wurde. Er schickte sie zurück, und zwar so lange, bis die Kubaner die Annahme verweigerten. DER SPIEGEL berichtete in seiner Printausgabe damals, was in Basel, Schweiz, passiert war.

14.08.1989: Der Rauch, der aus dem Schornstein der Kehrichtverbrennungsanlage in den Himmel über Basel aufstieg, duftete nach Rauchsalon und war amtlich abgesegnet. Beamte der Schweizer Zollbehörde waren am Brandherd und beurkundeten die Asche: 131 000 unverzollte Zigarren, Eigentum des Schweizer Zigarrenhändlers Zino Davidoff, waren in Flammen aufgegangen.

Der Wert: Mehrere Mio. Dollar. Im wahrsten Sinne sind die Zigarren in Rauch aufgegangen. Zino Davidoff kündigte den Vertrag mit Cuba und zog mit seiner Produktion auf die Dom. Republik (März 1990, Quelle Wikipedia). Seither sind Davidoff Zigarren aus Cuba heiss begehrte Produkte und erzielen immer wieder Spitzenverkaufspreise bei Auktionen.

Kommen wir wieder zurück ins Jahr 2015. Es war der 27.01.2015, als in Basel erneut ein geschichtsträchtiges Ereignis stattfand, genau so gross dimensioniert wie 1989, als die Zigarren in Basel in Rauch aufgingen 😉 Ich genoss eine Davidoff Zigarre aus Cuba., zusammen mit Raymondo Bernasconi (…jeder hatte sein Exemplar, wir teilten uns nicht eine einzelne Zigarre…) 😉

 

Das Review und das Format dieser Davidoff Zigarre aus Cuba

Unklar ist, um welches Format es sich handelte. Anhand der Abmessungen (welche ohne Massstab stattfand, sondern anhand der Fingerlänge die jeder Mann natürlich von sich kennt) kommen drei Formate in Frage:

  • # 1: Château Haut-Brion, 102 mm x 40er Ring (Petit Corona)
  • # 2: Château Lafite (Rothschild),  116 mm x 40er Ring (Petit Corona)
  • # 3: Château Margaux, 129 mm x 42er Ring (Petit Corona)
  • # 4: Davidoff 2000, 129 mm x 42er Ring (Petit Corona)

Ich kann nicht entscheiden, ob es # 2 die Château Lafite (Rothschild), die # 3 Château Margaux oder # 4 Davidoff 2000 war. Offenbar kenne ich meine Fingerlängen doch nicht so genau. Andere Formate kommen aus Gründen der Länge allerdings definitiv nicht in Frage. Quelle: Cubancigarwebsite

Kommen wir zum Review: Die Asche war praktisch weiss, fest und hielt bis fast zur Hälfte. Der Rauch war cremig. Der Geschmack von Anfang bis zum Finale war mild, cremig. Mein Exemplar schmeckte über weite Passagen immer wieder nach Zedernholz, sehr sanft würzig, subtile Röstaromen (wobei das fast schon zu viel gesagt ist). Vor dem Abstreifen der Asche schmeckte sie leicht metallisch, was nach einigen Minuten jedoch wieder verflog. Alles in allem war es tatsächlich ein Erlebnis, eine so alte Zigarre zu verkosten. Ein wahrer Genuss!

Das Exemplar von Raymondo schmeckte etwas anders (ja, wir haben gegenseitig die Zigarren einmal ausgetauscht). Sie schmeckte mir etwas kräftiger und hatte irgendwie mehr Tabakgeschmack. Mehr vermag ich nicht daraus abzuleiten. Auf jeden Fall genoss ich mein erstes Exemplar weiter, weil dieser Zederngeschmack immer wieder meinen Gaumen und den retronasalen Geschmack/Geruch mehr als erfreute.

Raymondo, besten Dank für unser geniales Gespräch und für diese Kostbarkeit. Ein Interview mit Raymondo folgt noch in einem separaten Blogbeitrag.

Davidoff Zigarre aus Cuba
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