Davidoff feiert mit den Diademas Finas 50 Jahre – Das Einzeltasting

DAVIDOFF feiert mit den Diademas Finas sein 50 jähriges Jubiläum. Dieses Einzeltasting wurde nach einer 5-wöchigen Akklimatisierung der Zigarren in der Zigarren.Zone-Lounge durchgeführt. Gelagert wurden die Zigarren im Original Porzellankrug. Im Deckel ist ein Befeuchter. Ich habe ihn mit Wasser getränkt, allerdings war das zu viel des Guten. Nach etwa einer Woche war das Cellophan am Kopf der Zigarren von einem leichten „Flaum“ bedeckt. Das Abwischen gelang problemlos. Es duftete nicht nach Schimmel, sondern neutral. Zum 50-jährigen Jubiläum hat DAVIDOFF wunderschöne Accessoires kreiert. Ich konnte sie schon live begutachten: Eine hochwertige Qualitätsarbeit in wunderschönem Design >

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Ich liess beide Porzellankrüge eine Stunde offen und schloss die Deckel danach. Vier Wochen später waren die Zigarren in sehr gutem Zustand und kein „Flaum“ bedeckte mehr das Cellophan am Zigarrenkopf. Ich empfehle: Entweder lagerst du die Zigarren im Cellophan im Humidor (also nicht im Porzellankrug) oder achte darauf, dass du den Befeuchter nicht mit Wasser tränkst, sondern ein bisschen befeuchtest. Und nein, destilliertes Wasser brauchst du nicht nehmen. Das ist eine „alte“ Meinung darüber, dass man nur destilliertes Wasser verwenden darf. Diese Meinung ist überholt und falsch. „Früher“ habe ich auch immer destilliertes Wasser verwendet. Seit fast zwei Jahren verwende ich allerdings normales Leitungswasser für meine Befeuchter. Niemals hatte ich Probleme mit dieser Methode.

Das Set-Up

Aschenbecher: DAVIDOFF Porzellan ~ Feuerzeug: DAVIDOFF Prestige Lighter Palladium ESS ~ Schere: Donatus Solingen. 

Eine Zigarre im wunderschönen Format „Diademas Finas“. Was sagt Edward Simon, Head of Global Marketing an Innovation  der Oettinger Davidoff AG zu dieser Zigarre? «Wenn Davidoff eine Signatur hätte, wäre sie mit dieser aussergewöhnlichen Diademas-Finas-Zigarre geschrieben. Sie ist gefüllt mit jahrelang gereiften Tabaken aus einer unserer besten Ernten des Jahres 2005 und überzeugt durch eine höchst ausgewogene Balance und eine Vielfalt feiner Aromen. Mit dieser Zigarre zelebrieren unsere Master Blender ihre Handwerkskunst.»

Das war mein Stichwort. Wie schmeckte mir das Einzelexemplar?

Der Geschmack in der ersten Hälfte

Kaltduft und Kaltzug „schokoladig“ begleitet von einem sehr „tiefen“ Tabakgeschmack ~ Der Smoke: Vollmundiger und aromatischer Tabak, viel zartbitter und leicht süsslich ~ Erde ~ Retronasal exquisite Röstaromen nach einer vollen Portion gerösteten Espressobohnen und leicht sauer ~ Perfekter Zugwiderstand ~ Die Asche ist etwas porös und der erste Zipfel fällt unvermittelt ab. Auch danach musste ich aufpassen, denn etwa jeden Zentimeter fällt die Asche ab. Das ist kein Fehler der Zigarre, sondern hat mit meiner Lagerung zu tun. Sie braucht noch etwas mehr Akklimatisierung.  Die Zigarre glimmt ausgezeichnet, ich musste nie befürchten, dass sie zu schnell verglimmt. Der retronasale Genuss dieser Zigarre zeigt eine ganz wundervolle Balance. Ein extrem hoher Genussfaktor. Ich liebe diese Zigarre. Von Beginn an bis etwa zur zweiten Hälfte war die Zigarre für mich in ihrer Stärke eine 3/5. Sehr vollmundig auf der Zunge und am Gaumen – ein wirklicher Hochgenuss.

Was ist „retronasal“?

Retronasaler Zigarrengenuss steigert den Geschmack. Was das ist und, warum es funktioniert und wie man das macht liest du bitte in der Onlineausgabe vom GenussBrief. Klicke bitte auf das Foto:

Warum „akklimatisieren“?

Die Zigarre hat nach ihrer Reise aus den Tropen eine Art „Schock“. Sie wird im Flugzeug unter tiefen Temperaturen und trockener Luft transportiert – und es herrscht ein tiefer Luftdruck. Beim Zentrallager angekommen findet sie noch immer keine optimalen Bedingungen vor – das ist normal. Bei kubanischen Zigarren wird sie beim Importeur für einige Tage tiefgefroren, um der Larve des Tabakkäfers den Weg in die Ewigkeit zu ebnen 🙂 Danach wird sie aufgetaut. Erneuter Schock. Die Zigarre lagert im Zentrallager ein paar Tage, ein paar Wochen (oder Monate) bis sie zum Händler kommt. Je nach Zentrallager beträgt die Temperatur etwa 18 Grad Celsius bei einer Luftfeuchte von etwa 69%. Dann kommt sie zum Händler. Dort hat sie wieder eine genügende Lufteuchte, sofern sie korrekt gelagert wird. Danach wird sie an den Endkonsumenten verkauft. Die Zigarre hat immer noch eine Art „Schock“. Dieses „Hin und Her“ zwischen Temperatur und Luftfeuchte gefällt ihr gar nicht. Zigarren mögen konstante Bedingungen. Deshalb akklimatisiere ich alle Zigarren mindestens 4 Wochen bevor ich mit dem Tasting beginne. Manchmal auch länger bis zu sechs Monate. Ich lasse der Zigarre also Zeit um sich zu erholen. Denn bei uns ist auch der Luftdruck anders, als in den Tropen. Das alles spielt eine Rolle, obwohl man nicht daran denkt. Der Tabak „arbeitet“ permanent und braucht einfach Ruhe bevor man eine Zigarre geniesst.

Der Geschmack in der zweiten Hälfte

Im Verlauf des Smokes wird sie stärker. Für mich erreichte sie die Stufe 4/5. In der zweiten Hälfte gab es einen starken Schiefbrand, der mit dem Feuer korrigiert werden musste. Danach war auch das Glimmen wieder wie gewohnt. In dieser Phase des Schiefbrandes ist es wichtig, dass man ihn schon früh korrigiert. Sonst ist man in Versuchung kräftiger an der Zigarre zu ziehen, um an den Geschmack zu kommen. Das ist ein Fehler, denn die Zigarre wird mit dieser Rauchtechnik sehr schnell bitter. Der Geschmack nahm zu: Mehr vollmundiger Tabakgeschmack, mehr Zartbitter und Süsse, noch mehr retronasale Röstaromen nach starken Espressobohnen – das alles vermischt mit einer feinen Säure im Hintergrund. Faszinierend.

Wichtig: Langsam rauchen, sonst wird die Zigarre bitter. Etwaigen Schiefbrand (der sich nicht von selbst korrigiert) schon bald mit dem Feuer korrigieren. Sonst ist man in Versuchung stärker an der Zigarre zu ziehen. Dadurch brennt sie bloss noch mehr unregelmässig ab, die eigentliche Mischung (der Blend) greift nicht mehr und sie wird bitter und scharf.

Finale und Fazit

Stärke 3/5 in der ersten Hälfte. 4/5 ab etwa der zweiten Hälfte. Langsam rauchen. Ein Hochgenuss-Smoke, der mich fast 2 Stunden verzückte. Ein Qualitätsprodukt wie man es von DAVIDOFF zu erwarten hat. Ich empfehle eine Akklimatisierung von mindestens 6 Wochen nach dem Kauf. Das ist normal und ist kein Fehler der Zigarre (siehe Abschnitt „Warum akklimatisieren“?) Eine herrliche Balance mit einem breiten und „tiefen“ Spektrum von Zartbitter / leicht süsslich / leicht sauer / vollmundiger „tiefer“ Tabakgeschmack. Retronasal viel Röstaromen nach starken Espressobohnen. Was will man mehr.

„Akklimatisieren“ im heimischen Humidor einer Zigarre wird kaum beachtet. Im Abschnitt „Warum akklimatisieren“ erkläre ich warum das wichtig ist.

Hinweis zum Einzeltasting

Eine Zigarre anhand eines Exemplars zu bewerten, ist kaum aussagekräftig. Die Zigarren entwickeln sich bei der Lagerung weiter (besonders wichtig bei kubanischen Zigarren). Im „Einzeltasting“ wird ein Exemplar einer Zigarrenlinie verkostet.

Dieses Foto oben: Oettinger Davidoff AG mit freundlicher Genehmigung
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Das sind kostenlose Services von Zigarren.Zone. Ich wünsche dir viel Genuss damit 🙂 Vasilij Ratej - Herausgeber

Vasilij Ratej

Ich bin Herausgeber von ZigarrenZone. Ich bedanke mich für deine Zeit, die du in meinem Blog verbringst, das schätze ich sehr. Falls du Fragen / Kommentare hast: Frage / kommentiere, ich freue mich :)

Vasilij Ratej

Ein Gedanke zu „Davidoff feiert mit den Diademas Finas 50 Jahre – Das Einzeltasting

  • Marcel Lindemeier
    21. August 2018 um 12:48
    Permalink

    Sehr spannend macht Lust drauf 👍

    Antwort

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