Du fühlst dich oftmals ausgelaugt und gestresst, ja, auch schlecht gelaunt. Da kommt das Thema „Das Zen des Zigarren Genusses: 6 Wege zum Entspannen“ gerade recht. Es geht hierbei um das bewusste Erleben der Gegenwart. Nichts anderes soll dich stören und ablenken von dem, was du jetzt gerade tust. Das Hinderlichste sind dabei die eigenen Gedanken. Die hier beschriebenen „6 Wege“ sind psychologisch wirksam, weil sie dich von deinen aufwühlenden Gedanken fern halten. Du lernst dabei, dich zu fokussieren – im Hier und Jetzt. Und bekanntermassen liegt hier das Glück. Los geht’s 🙂

Vasilij Ratej

Herausgeber, Zigarren.Zone

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Weg 1: Hast du es eilig, gehe langsam

Vergiss den „schnellen Genuss“. Das geht meistens in die Hose. Gehe extra langsam zum Humidor und betrachte ihn einfach zunächst einmal von aussen. Fahre mit den Händen über seine Oberfläche und nimm ganz bewusst dessen Struktur wahr (ist sie glatt, oder fühlst du die Holzmaserung?). Jetzt öffne ihn – ganz bewusst langsam – und geniesse diesen ersten Augenblick sobald du die Zigarren siehst und wie der Duft nach Tabak dir entgegen strömt. Nimm das alles ganz bewusst wahr. Nimm einen tiefen Zug und geniesse. Nimm deine Zigarre langsam aus dem Humidor heraus und schliesse ihn wieder – wieder ganz bewusst langsam. Such dir ein Getränk aus. Nimm die Flasche (Dose, Tasse, was auch immer) in die Hand und schau sie dir genau an. Welche Form hat sie? Wie fühlt sie sich an? Wie sieht die Flüssigkeit darin aus? Schnuppere am schönen Nass, wie duftet es? Stelle alle Utensilien bereit: Aschenbecher, Feuerzeug oder Streichhölzer. Alles ganz langsam und bewusst. Du konzentrierst dich bloss auf das, was du gerade in den Händen hältst und verbannst bewusst alle anderen Gedanken. Vielleicht hast du jetzt schon eine Kleinigkeit bemerkt: Deine gestressten Gedanken sind ein klein wenig leiser geworden, oder?

Mögliche Wirkung: Hinderliche oder gestresste Gedanken werden etwas leiser.

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Weg 2: Bewusstes Anschauen der Zigarre

Wir tauchen tiefer ein und versuchen noch mehr von deinen hinderlichen Gedanken zum Schweigen zu bringen. Schau dir die Zigarre genau an. Fühle sie und wie fühlt sie sich an? Samtig? Pelzig? Fühlst du die Blattadern, oder ist die Zigarre ziemlich glatt? Schau dir die Farbe an. Welches Braun hat das Deckblatt – hell, mittel, dunkel? Wie sieht die Anilla aus? Fühle sie und wie fühlt sie sich an? Wie gefällt dir das Papier und die Farben der Anilla? Wie duftet die Zigarre am Zigarrenfuss? Woran erinnert dich das? Diese Fragen sind wichtig, weil die Antworten darauf bewirken, dass du dich fokussierst auf das Hier und Jetzt. Das wiederum bewirkt, dass deine gestressten Gedanken noch leiser werden. Möglicherweise erlebst du schon jetzt eine Ent-Spannung.

Mögliche Wirkung: Hinderliche oder gestresste Gedanken werden noch leiser. Die erlebst eine erste, leichte Ent-Spannung.

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Weg 3: Genussvolles Anschneiden

Bereit für die nächsten Schritte? Ok 🙂 Die Utensilien hast du dir ja schon bereit gelegt. Nimm jetzt dein Schneidewerkzeug zur Hand. Schau es dir genau an und wie fühlt es sich an? Öffne und schliesse es und hört genau zu, wie sich das anhört. Betrachte den Zigarrenkopf und wie die Zigarrenkappe verarbeitet ist. Umschliesst sie genügend das Deckblatt, oder ist es zu knapp bemessen? Benetze jetzt die Kappe und schneide (oder loche) bewusst: Fühle genau und hör gut zu wie es „krrrack“ macht 🙂 Den Schnipsel nimmst du jetzt zwischen deine Finger und schaust ihn von aussen und innen an. Wie sieht die Struktur aus? Lege das Werkzeug weg und achte auf das Geräusch, wenn du es auf den Tisch legst. Geniesse jetzt den Kaltzug. An was erinnert dich der Geschmack? Spätestens jetzt bist du völlig versunken im Hier und Jetzt  – du bist so stark fokussiert, dass du deine hinderlichen Gedanken nicht mehr wahrnimmst. Sie sind verstummt. Aber Achtung, sie können wieder kommen, falls du deinen Fokus verlässt!

Mögliche Wirkung: Weil du noch mehr fokussiert bist, wirst du die gestressten Gedanken kaum mehr wahrnehmen.

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Weg 4: Das Anzünden zelebrieren

Jetzt betrachtest du dein Feuerzeug oder die Streichhölzer. Wie fühlt es sich an? Ist es leicht, oder eher massiv? Zünde die Zigarre behutsam an und vor allem – langsam und ohne Hast. Beobachte wie die Flamme den Tabak langsam zum glühen bringt. Wie duftet es? Drehe die Zigarre langsam, damit die Flamme den ganzen Zigarrenfuss erfassen kann. Beobachte weiter, wie sich die Glut weiter ausbreitet. Puste jetzt behutsam und langsam den Zigarrenfuss und beobachte, wie noch mehr Tabak von der Glut erfasst wird. Puste auch etwas seitlich, nicht bloss von vorne. Nimm die Zigarre jetzt zwischen die Lippen, etwas Feuer an den Zigarrenfuss und langsam daran ziehen. Noch etwas behutsames Pusten am Zigarrenfuss, nochmal an der Zigarre ziehen. Welche Geschmäcker erkennst du in diesen paar Sekunden? Salz? Würze? Bitterkeit? Wie duftet es? Zelebriere das Anzünden, feiere das Anzünden mit vollen Sinnen (Sehen, Riechen, Schmecken, Hören). Du bist jetzt noch tiefer fokussiert, noch mehr im Hier und Jetzt.

Mögliche Wirkung: Totale Konzentration, sprich, Fokussierung. Alles andere ist jetzt in dem Augenblick scheissegal. Die Wohnung steht in Flammen? Scheissegal, Hauptsache ich bin jetzt am ZEN-Rauchen 😀 😀 ?????

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Weg 5: Den Zigarren Genuss zelebrieren und „lasse die Zigarre zu dir kommen“

Egal, welche Erfahrungen du bisher mit dieser Zigarre gemacht hast (oder du sie noch nicht kennst). „Lasse die Zigarre zu dir kommen“ wie ich immer sage. Lass sie sich entwickeln, ohne dass du gleich los schreist wie Scheisse sie schmeckt oder wie Scheisse der Abbrand ist.

Du hast jetzt nichts weiter zu tun, als die Zigarre am Glühen zu lassen und zu geniessen. Kein TV, keine Zeitschrift oder Buch lesen, kein Internet – nein, auch keinen Zigarren.Zone-Blog…MIST…DEN kannst du natürlich dabei lesen… harrharr… NEIN! Auch nicht!! 🙂 Nimm dir einfach mal diese Zeit und beobachte wie das Deckblatt verglimmt. Wie sieht die Asche aus? Wie duftet es? Welche Geschmacksnuancen nimmst du wahr? Salz, Süsse, Bitterkeit, Säure, Erde, Röstaromen, Würze, Stärke? Auch retronasal sind diese Erlebnisse höchst interessant. Am Getränk nippst du bloss (nicht runterschlingen) und welchen Geschmack nimmst du wahr? Du bist völlig auf diese Erfahrung und dieses Erlebnis fokussiert: Geschmack und Duft. Nichts anderes zählt jetzt. Kein TV, keine Lektüre, nichts. Ach ja, Musik ist ok 🙂

Mit der Zeit, wenn du das entspannte Geniessen zelebrieren kannst, ist eine Lektüre erlaubt 😉

Mögliche Wirkung: Totale Ent-Spannung. Die gestressten Gedanken sind fast ganz verstummt.

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Weg 6: Nach dem Genuss ist vor dem Genuss

Wenn der Zeitpunkt des Abschieds von der Zigarre gekommen ist, legst du sie in den Aschenbecher, damit sie verglimmt. Bleib bei ihr sitzen, bis sie verglimmt ist. Bloss keine Hektik. Zelebriere gedanklich, was du bei diesem Smoke erfahren hast: Erinnere dich von Anfang bis zum Schluss und gehe bewusst diesen Gedanken nach. Schau dir den Rauch an, der noch aus dem Aschenbecher empor steigt und sich langsam in Luft auflöst. Fühle die Zigarre mit den Fingern, wie heiss oder warm sie noch ist. Sobald sie kalt ist, entleerst du den Aschenbecher. Wirf die Anilla auch weg, oder bewahre sie auf. Lege das Feuerzeug oder die Streichhlzier bewusst an den ursprünglichen Platz zurück. Räum das Glas oder die Tasse weg, putze den Tisch und den Aschenbecher. Das nächste Mal, wenn du wieder eine Ent-Spannung haben wirst, ist alles sauber und bereit für dich. Nach dem Genuss ist vor dem Genuss.

Mögliche Wirkung: Du freust dich, weil du den ganzen Smoke über immer weniger hinderliche oder gestresste Gedanken hattest. Du freust dich, weil du dich auf den Zigarren-Genuss fokussiert hast. Du freust dich auf das nächste Mal.

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Big-Point-Weg: Feiere und zelebriere dich selbst

Diesen Extra-Punkt möchte ich dir noch auf den Weg geben: Sei mehr nett zu dir. Feiere dich selbst und zelebriere das ganze Ritual des Zigarren-Genusses. Stosse auf dich selbst an und hab dich etwas mehr lieb 🙂

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