Ihr erster Gedanke war: „Das überlebe ich keine 2 Kilometer.“ Doch alles der Reihe nach: Ihre erste Begegnung mit einer Zigarre hatte Rike Sambe im Alter von 17 (also vor gefühlten 100 Jahren, wie sie selbst behauptet). Sie fuhr in ihrer Heimat per Anhalter über ostfriesische Dörfer, als ein hellblauer Käfer anhielt. Darin saß ein älterer Herr in einem hellen Anzug mit Hut und rauchender Zigarre. Und da war er, ihr erster Gedanke, dass sie dies keine 2 Kilometer überleben würde. Sie überlebte unverhofft. Es entwickelte sich eine ihrer schönsten Autofahrten mit tollen Gesprächen und wundervollen Aromen.

Das überlebe ich keine 2 Kilometer
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Doch lassen wir Rike Sambe selbst zu Wort kommen:
„In meiner Generation spielten allerdings Zigarren bei jungen Leuten nicht wirklich eine Rolle. Während meines Studiums, in Bremen wurden fleißig Zigaretten gedreht, der Luxus war eine Gitane mit Maisblatt. Ich arbeitete lange Jahre als Streetworkerin in Frauenprojekten und Rauchschwaden hingen seinerzeit in allen Büros und Kontaktläden. Nach der Geburt meiner Kinder, Trennung, Scheidung und dem ganzen Theater, im Leben einer alleinerziehenden Mutter, entschied ich mich für eine berufliche Weiterbildung zur Verhaltenstherapeutin und arbeitete einige Jahre in einer Kinderarztpraxis. Wirklich zufrieden war ich nicht, da ich so meine Probleme mit den schon damals existierenden „Helikoptereltern“ hatte. Ich machte mich also selbstständig und gab  z.B. Kommunikations- und Gesprächsführungskurse. Hier sollte sich dann der Kreis wieder schließen. Während meiner Tätigkeit für den Verband der Serviermeister war ich zunächst begeistert vom Zelebrieren des Zigarrenservice. Ich erinnerte mich an die Aromen und rauchte dann selbst meine erste Zigarre. Es war eine Macanudo Maduro.

So wollte es wohl auch das Schicksal, das ich mich in einen Zigarrensomelier verliebte, mit dem ich immer noch zusammenlebe. Da ich außerdem immer ein künstlerischer Mensch war, faszinierte mich das Bild von Zigarre rauchenden Frauen. Und ich begann wieder zu malen.

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Weitere Gemälde von Rike Sambe gibt’s im Anschluss zum Interview

Konsequent war dann eigentlich, sich auch beruflich mit Tabak zu beschäftigen. 2005 zogen wir nach Süddeutschland und ich arbeitete bis 2012 für die Firma Dannemann Cigarrenfabrik im Verkauf. Danach war ich im Außendienst für die Fa. Joh. Wilh. von Eicken tätig, die ihren Schwerpunkt allerdings mehr im Bereich Zigaretten und Tabak sieht. Darum freue ich mich auf meine neue Aufgabe. Ab Mittwoch, 15.04.15  arbeite ich in Heidelberg für die Fa. Dürninger, um dann ab Juni 2015 die neue Classic-Filiale in Karlsruhe zu leiten.“

Rike Sambe, herzlich willkommen im Zigarren.Zone Interview!

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Magst du als Frau Zigarren, die hübsch anzusehen sind (z.B. My Father Bijou), so mit romantischen Anilla-Motiven und möglichst in rosa? 

Uppps, dachte ich im ersten Moment: „Da ist sie wieder diese Mädchenfrage“ 😀 Und bei deiner Frage nach Rosa werden viele, die mich kennen sicher laut lachen. Aber um ehrlich zu sein: “Ja!“ Aber ich möchte das differenzieren. Ich mag schöne Banderolen und Zigarrenkisten. Ich sammle sie auch häufig um sie dann kreativ zu verarbeiten. Bei der Auswahl meiner Zigarren spielen die Banderolen aber nicht unbedingt eine Rolle. Sicher habe ich mal hier und da eine Zigarre nach Aussehen gekauft.  Meistens entscheide ich mich aber für Zigarren die ich noch nicht kenne und rauche mich so durch die Welt.

 

 

 

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Welche Formate magst du am liebsten und warum? 

Auch da probiere ich gerne unterschiedliche Dinge aus. Inzwischen neige ich allerdings eher zu größeren Formaten.  Ich finde die Aromenentwicklung spannender und die „Stärke“ einer Zigarre ist für mich nicht unbedingt ein Kriterium für Qualität.
 

Gibt es, deiner Meinung nach, einen Unterschied im Umgang mit Zigarren zwischen Männern und Frauen?

Sicher kann man das nicht verallgemeinern, aber. „Ja, unbedingt.“ Es bleibt ja nicht aus, dass ich des öfteren als einzige Frau in einer Männerrunde sitze.  Häufig kann ich dann beobachten, wie sich ein armes Männlein, schon blau und grün im Gesicht durch eine Zigarre quält und über der Stirn bildet sich folgender Satz: „Nur keine Schwäche zeigen!“ Da sind wir Frauen fein raus! Wir dürfen 😀

 

 

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Was bedeutet für dich Genuss?

Genuss ist für mich eine Lebensnotwendigkeit und Lebenseinstellung. Ich genieße allerdings auch sehr einfache Dinge. Genuss sollte man nicht nur mit Genussmitteln in Verbindung bringen und völlig falsch finde ich (und das erlebe ich leider oft) Genuss mit Dekadenz zu verwechseln.
 

Welche Reaktionen hast du schon erlebt, wenn man dich eine Zigarre geniessen sieht?

Ha, gestern kommt ein älterer Herr ins Geschäft, sieht mich und fragt: „ Rauchen Sie Zigarre?“ „Ja!“ Er lacht laut und fragt wieder:“ Wollen Sie mich verarschen?“ (Zitat) Ich:“ Ich würde sehr gerne, aber ich darf leider nicht!“ Nein, das war eine große Ausnahme. Bislang habe ich nur positive Erfahrungen gemacht. Ich bin bislang überall sehr nett aufgenommen worden und selbst nichtrauchende Frauen haben bislang nur positiv reagiert.

 

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Welche Ziele hast du mit der Dürninger Classic Filiale in Karlsruhe?

Große!!! Ich würde mich freuen, wenn ich es schaffe den Aficionados /as in Karlsruhe einen Treffpunkt zu bieten. Wir haben das Glück, dass wir einen Raucherbereich anbieten werden, so dass auch ein Austausch stattfinden kann. Außerdem möchte ich regelmäßige Veranstaltungen und einen AWS anbieten. Sehr toll wäre es, wenn wir es schaffen zusätzlich  irgendwann eine Frauenrunde zusammen zu bringen.

 

 

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Wenn es eine einzige Sache gäbe, die du den Zigarren.Zone Lesern geben würdest, welche wäre das und warum?

Eine Visitenkarte, auf der steht:
Dürninger Classic
Waldstrasse 40
76133 Karlsruhe
 
Ab Juli 2015 treffen wir uns einfach auf eine Zigarre!

Rike Sambe auf Facebook

 

Rike, herzlichen Dank für deine Zeit, das schätze ich und meine LeserInnen sehr! Wir wünschen dir mega viel Erfolg!

Schaut euch mal die Gemälde von Rike an. Ist doch cool, oder? Was haltet ihr davon?

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