Zigarren.Zone hat die Avo Limited Edition 2015 Improvisation Series als Einzelexemplar getestet. Ob es sich lohnt, diese Neuheit zu geniessen, klärt dieser Blogbeitrag.

Ich war noch nie Fan der Avo Cigars. Sie schmeckten mir zu scharf und zu eintönig. Gleich vorweg: Diese 2015 Limited Edition gefällt mir sehr gut! Mit Jazz als Hintergrundmusik passt diese Zigarre wie die Faust aufs Auge. Perfekt. Bloss keinen anderen Musikstil laufen lassen – die Zigarre wird sonst böse und bitter 😉 HARRHARR…

Hinweis zum Review: Eine Zigarre anhand eines Exemplars zu bewerten, ist kaum aussagekräftig. Die Zigarren entwickeln sich bei der Lagerung weiter (besonders wichtig bei kubanischen Zigarren). Die hier vorliegende Marke und das Format ist bei Zigarren.Zone als Einzelexemplar vorhanden. Daher stammt die Bezeichnung „Einzel Review“.  

Avo_Improvisation_Series_2015-02
  • Facebook
  • Twitter

Foto: z.V.g. besten Dank an Thomas Portmann: Portmanntabak.ch

Die Betrachtung

Ich finde sie wunderschön und mir gefällt dieses TORO Format (154 mm / 20 mm). Das Deckblatt in schönem Colorado Farbton ist perfekt und ohne Makel. Die beiden Anillas finde ich genial. Mir persönlich gefällt es, wenn das Papier matt ist und der Aufdruck glänzig. Auch die Farbwahl finde ich sehr harmonisch. Die Präsentation der Kiste gefällt mir auch sehr und das Innere Deckblatt der Kiste ist mal was anderes. Schon deshalb empfehle ich dem Sammler, sich mindestens zwei dieser Kisten zu kaufen; Eine zum rauchen, eine zum sammeln – die Zigarren, nicht die Kisten 😉 

Avo_Improvisation_Series_2015-01
  • Facebook
  • Twitter

Foto: z.V.g. besten Dank an Thomas Portmann: Portmanntabak.ch

Der Kaltzustand

Sie duftet dezent nach süsslichem Stroh. Der Kaltzug ist irgendwie eine Mischung zwischen „floral“ und „herbal“ – sehr lecker.

Avo_Improvisation_Series_2015-04
  • Facebook
  • Twitter
Avo_Improvisation_Series_2015-05
  • Facebook
  • Twitter

Fotos: Zigarren.Zone

Die Asche

Die Asche ist hellgrau und etwas bröckelig. Sie hält gut, aber man sollte dennoch ein achtsames Auge drauf haben; Kürzlich hat sich ein Zigarren Aficionado den Bauch mit der heissen Asche verbrannt… Also, ich war das nicht 😀 Ein heftiger Schiefbrand zeigte sich zu Beginn, ich musste ihn behutsam korrigieren. Danach war das Problem behoben. Nach dem Abstreifen der Asche ist die Zigarre rasch verglimmt – bitte in dieser Phase achtsam sein. Nach dem Wiederanzünden schmeckte die Zigarre kurz etwas bitter, was sich glücklicherweise rasch wieder verflüchtigte.

Avo_Improvisation_Series_2015-03
  • Facebook
  • Twitter

Foto: Zigarren.Zone | Aschenbecher: Nüesch Humidore

Der Geschmack

Gleich nach dem Anzünden schmeckte sie würzig und leicht salzig auf den Lippen. Im Verlauf der ersten Hälfte dominiert ein süsslich-herber Tabakgeschmack, nicht zu aufdringlich und für meinen Gaumen sehr lecker. In der ersten Hälfte ist sie leicht bis mittelkräftig und ab der zweiten Hälfte wird sie subtil kräftig. Man merkt es nicht am Geschmack, aber das Nikotin hinterlässt seine Spuren im Blutkreislauf. HOLLA, und schon geht die Reise auf die Runde durch das Zimmer – diese Zigarre sollte man in ihrer Stärke nicht unterschätzen!

Der Zugwiderstand ist mir persönlich zu leicht, er dürfte eine gute Portion satter sein. Retronasal ist keine Spur von Ammoniak auszumachen; Sie ist würzig (nicht zu viel, gerade richtig) und hat einen interessanten „Unterton“: Etwas torfig, das mich an einen heissen Sommertag im Moorbad erinnert. Was für ein Bild… 😉

HALT! HALT! Etwa ab der zweiten Hälfte schmeckte ich Röstaromen: Ganz ausgezeichnet! Retronasal ist sie dann doch kräftig, die Augentränen liessen grüssen. Danach liess ich den Rauch retronasal zunächst im Mund etwas abkühlen. Der Lohn war sofort spürbar: Hervorragende, sanfte Röstaromen – clever, clever.

Ich rate etwas zur Achtsamkeit, damit die Zigarre nicht verglimmt; Nach dem Wiederanzünden schmeckte sie kurze Zeit bitter, was sich glücklicherweise rasch wieder verflüchtigte.

Eintwicklungspotentzial Langzeitlagerung

Wovon sprechen wir hier? 50 Jahre? 10 Jahre? 🙂 Also, sie ist natürlich jetzt schon toll zum Rauchen geeignet. Wir sprechen hier nicht von einer kubanischen Zigarre (die immer ein paar Jahre lagern sollte, bevor man sie geniesst). Man sollte sie auf jeden Fall im Cellophan belassen, damit das Aroma erhalten bleibt und sich die Zigarre entwickeln kann. Aufgrund ihres jetzigen Geschmacks, schätze ich, dass sie in den nächsten 12 – 24 Monaten raffinierter im Geschmack werden wird.

Fazit und Kaufempfehlung von Zigarren.Zone

Eine unkomplizierte Zigarre. Ich denke, man sollte sie langsam rauchen (wie alle Zigarren), sonst könnte sie sicherlich scharf, zu pfeffrig und vielleicht sogar bitter werden. Geniesst man sie in aller Ruhe, ohne das blöde Gehetze zwischen zwei Terminen, dann ist sie eine wohlverdiente Belohnung nach einem harten Tag. Weil: Wie geschrieben, sie ist umkompliziert – allerdings bitte nicht auf nüchternen Magen. Und: Sie schmeckt leicht, nach tollem Tabak, etwas salzig und pfeffrig (und das Moorbad am heissen Sommerbad nicht vergessen 😉 ). Sie bleibt mehr oder weniger Linear bis zum Schluss, allerdings sind die Röstaromen ab etwa der zweiten Hälfte eine willkommene Geschmacksnuance. Kaufempfehlung: JA! Mindestens zwei Kisten. Eine zum rauchen, eine zum sammeln.

Bezugsquellen

Schweiz