Liebe Zigarren.Zone Freunde, im Internet kursieren die wildesten Geschichten über kubanische Zigarren. Eine davon ist: „Die Menge an Tabak auf Kuba für „Anejados“ reicht gar nicht aus, um sie herzustellen. Sie haben so schlechten Zugwiderstand, dass die Händler sie nach Kuba zurück schicken. Dort würden sie dann „gelocht“, um den Zugwiderstand zu verbessern und gelangen so wieder in den Handel.“ Was ich persönlich allerdings noch schlimmer finde, ist, dass solche Meldungen einfach drauf los im Internet weiter verbreitet werden und oftmals werden dann einfach noch Dinge hinzugedichtet. Es wird zu wenig hinterfragt und recherchiert. Lassen wir die Experten zu Wort kommen zu diesem Thema.

Vasilij Ratej

Herausgeber, Zigarren.Zone

Davon habe ich noch nie gehört. Bisher hatte ich zwei Kunden, die sich bei zwei Anejados über Zugprobleme beschwert haben. Eines ist ganz sicher: Die Produkte gehen nicht nach Cuba zurück. Zolltechnisch wäre das viel zu aufwendig und würde hohe Kosten verursachen (auch was den Transport angeht). Wie ich die Cubaner einschätze, würden sie solche Produkte von ihren Generalimporteuren nicht wieder zurück nehmen.

Interview mit Thomas Portmann auf Zigarren.Zone

Thomas Portmann

Geschäftsführer, Urs Portmann Tabakwaren AG

  • Facebook
  • Twitter

Solche Diskussionen sind mir bis jetzt nicht zu Ohren gekommen. Die Leute fragen sich, wo diese Cigarren plötzlich herkommen. Auch wenn es dabei um „alte“ Cigarren geht – Habanos Añejados – auf Deutsch reifegelagerte Havanna-Cigarren – ist ein noch sehr junges Produktkonzept von Habanos. Im vergangenen Jahr (2015) erschienen erstmals zwei Formate in dieser Reihe, die Romeo y Julieta Pirámide und die Montecristo Churchill Añejados. Mindestens fünf Jahre reifen diese natürlich vollständig von Hand gefertigten Cigarren unter perfekten Bedingungen, bevor sie auf den Markt kommen. Auf dem Boden der Kiste findet sich deshalb die Jahreszahl der Fertigung der Cigarren, ergänzt durch den Zusatz „Revisado“ (auf Deutsch: überprüft). Dieser Stempel bestätigt, dass alle Cigarren noch einmal gründlich Stück für Stück kontrolliert wurden, bevor sie nun in die Geschäfte kamen. Einzigartig an diesen Cigarren ist jedoch nicht nur die Tatsache, dass sie reifelagert sind. Auch das Format macht sie zu etwas Besonderem, denn es ist nicht Bestandteil des Standardsortiments der Marke.

Durch die langjährige Reifelagerung erreichen diese mittelkräftigen Cigarren eine erstaunliche Komplexität der Aromen. Sie wirken im Geschmack runder und  reifer und werden deshalb von Aficionados sehr geschätzt. Ein zweiter Ring und ein Aufkleber auf dem Deckel der Kiste kennzeichnet sie als „Habanos Añejados“. Die Kisten sind markentypisch mit farbigen Lithographien verziert. Diese Lithographien wurden erst nach der Reifelagerung angebracht, was den Cigarren, die jahrelang in den unbeklebten Zedernholzkisten ruhten, subtile, holzige Noten verliehen hat.

In Kürze (2016) erscheint übrigens ein neues Format in dieser Serie: Die Hoyo de Monterrey Hermosos No.4 Añejados (127 mm x RM 48).

Zigarren.Zone zu Besuch bei 5TH Avenue

Christoph A. Puszkar

Leiter Marketing/PR, 5th Avenue, dem Offiziellen Alleinimporteur von Habanos für Deutschland, Österreich und Polen

  • Facebook
  • Twitter

In einem Interview hat der Habanos-Präsident 2012 erklärt, es gebe kein Habanos-Vintage-Projekt: http://www.premium-blog.ch/files/CC_12_02_Manuel_LT02.pdf Geschmacklich sind die Zigarren aus meiner Sicht deutlich als geaged zu erkennen. Über das Zustandekommen der Serie und andere Hintergründe weiss ich aber nichts.

Zitat aus dem Dokument: „Wir haben am Partagás-Festival eine »Hoyo de Monterrey« mit einer zusätzlichen »Vintage«-Bauchbinde geraucht. Wird Habanos S. A. in Zukunft offiziell »Vintage«-Cigarren anbieten? Es ist ein offizielles Projekt; für den Export sind die »Vintage«-Cigarren aber nicht bestimmt. Unsere Habanos-Importeure in England und in Frankreich beschäftigen sich schon seit einigen Jahren mit dem »Vintage«-Thema. Auch in Zukunft werden die Länderimporteure selbst entscheiden, ob sie »Vintage«-Serien auflegen wollen, was natürlich auch von den Lagerbeständen abhängt.“ Hinweis d.Red.: Es lohnt sich das gesamte Interview zu lesen.

 

Zigarren.Zone Interview mit Manuel Fröhlich

Manuel Fröhlich

Inhaber, Manuel's und premium-shop.ch

  • Facebook
  • Twitter